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Neil Gaiman: American Gods

Von: Gast
26.09.2011

Update Mai 2017: “American Gods” von Neil Gaiman gibt es mittlerweile als Amazon-Serie. Erfahrt mehr zu den einzelnen Charakteren und warum die TV-Serie schon nach zwei Folgen so gefeiert wird - in unserem aktuellen Blogartikel “American Gods: Neil Gaiman’s Götterkrieg als TV-Serie”.

 

„Autor, Übersetzer, Journalist“ heißt es auf den Visitenkarten von Bernd Perplies, und tatsächlich ist er dem geschriebenen Wort auf unterschiedlichste Weise verbunden. Er hat die „Tarean“- und „Magierdämmerung“-Trilogien verfasst, übersetzt „Star Trek“-Romane und schreibt für Online-Magazine wie den Ringboten und das Corona-Magazine. Außerdem mag er Hörbücher. Sein Hörbuch-Schatz ist folgender:

Ich habe Neil Gaiman schon immer bewundert. Er hat es wirklich geschafft, was nur wenigen Autoren der Phantastik gelungen ist – aus der „Schmuddelecke“ herauszukommen und als Literat anerkannt zu werden. Doch natürlich handeln Gaimans Geschichten auch nicht von schlichter Sword&Sorcery. Vielmehr verquickt er immer wieder uralte Mythen und moderne Popkultur, griechisches Drama und britischen Humor, Gesellschaftskritik und philosophische Gedanken zu einem ganz eigenen Universum des Wunderbaren.

In American Gods nimmt er uns mit auf eine Odyssee quer durch Amerika. Der Ex-Sträfling Shadow, der nach drei Jahren Knast erfahren muss, dass seine geliebte Frau wenige Tage vor seiner Entlassung gestorben ist, weil sie beim Sex mit seinem besten Freund einen Autounfall hatte, lässt sich von einem undurchsichtigen Alten namens Wednesday anheuern, als sein Bodyguard und Fahrer zu arbeiten. Erst nach und nach wird Shadow klar, auf was er sich da eingelassen hat: Sein neuer Boss ist niemand anders als der nordische Allvater Odin, der unterwegs ist, um zusammen mit anderen, durch Amerika streifenden Göttern etwas dagegen zu unternehmen, dass sie von der Menschheit vergessen werden – einer Menschheit, die stattdessen lieber den neuen Göttern des Fernsehens und des Internets huldigen.

Skurrile Situationen sind damit praktisch vorprogrammiert. Doch Gaiman lässt sich auch viel Zeit für seine Geschichte und bietet seinen Protagonisten viel Raum, sich zu entfalten. Das könnte früher oder später langweilig werden, wäre da nicht Stefan Kaminski! Sein Talent zum Vorlesen ist wirklich erstaunlich. Er übernimmt nicht nur mit angenehmer Stimme die Rolle des Erzählers, sondern schlüpft wirklich in jede Rolle hinein, verleiht jeder Figur ihre ganz eigene Stimme. Mitunter glaubt man, ein Hörspiel zu erleben, und doch sind der heiser verschmitzte Wednesday, der ruhige Shadow, der cholerische Sweeney und all die anderen nur ein Mann! So müssen gute Hörbücher klingen. Und wenn dann auch noch der Inhalt stimmt, ist das Hörerleben in meinen Augen perfekt.