Wenn wir an die Ängste der eigenen Kindheit zurückdenken, erinnern wir uns vielleicht an die unheimlichen Schatten im Kinderzimmer, die plötzlich zu Monstern wurden. Oder die Angst, in der Schule ausgelacht zu werden. Als Kind Angst zu haben, ist völlig normal. Psychologen und Angstforschern zufolge sind Ängste für die Persönlichkeitsentwicklung sogar wichtig, etwa um die Bindung zu den Bezugspersonen zu festigen. Angst hat auch eine weitere wichtige Funktion: Sie kann uns davor bewahren, allzu leichtsinnig zu sein. Wem schon einmal der Atem stockte, weil sein Kind völlig furchtlos mit dem Fahrrad einen steilen Berg hinabgerast ist, kann das bestätigen.

Auch wenn Eltern in solchen Situationen selbst Angst um ihr Kind haben,  möchten sie trotzdem nicht, dass übermäßige Ängste ihr Kind ausbremsen. Schließlich wollen Eltern, dass ihre Kinder durch den passenden Erziehungsstil mutig und neugierig durchs Leben gehen, anstatt bestimmte Situationen aus Angst zu vermeiden. Deshalb ist es so wichtig, Kinder bei der spielerischen und altersgemäßen Bewältigung ihrer Ängste zu helfen.

Hier haben wir Hörbücher zusammengestellt, die Eltern und Kinder dabei unterstützen, Ängste zu überwinden und sich mutig Situationen zu stellen, die ihnen Angst machen.

Mit diesen Hörerlebnissen sagen Kinder der Angst adieu

Als Eltern möchten wir Kindern übermäßige Furcht nehmen und ihnen Sicherheit geben. Es gibt Hörbücher, die Kinder dabei unterstützen. Mithilfe geführter Kurzmeditationen etwa lernen Kinder, ihre Angst loszulassen. Somit beginnen sie gar nicht erst, beängstigende Situationen zu vermeiden.

Resilienz und Mut lernen mit Geschichten

Kinder lernen gerne aus Geschichten, in denen andere Kinder ähnliche Situationen wie sie selbst erleben. Über die Identifikation mit den Charakteren erfahren sie, wie sie selbst ihrer Angst mutig ins Auge blicken. erzählt von Angst, Mut und manchmal auch Übermut. Dabei erleben Kinder, wie andere mit ihren Ängsten umgehen. In werden Freundschaft, Trauer, Angst und Überwindung thematisiert. Chantal Hartmanns Hörbuch-Reihe greift dabei Alltagssituationen auf, die Kinder vielleicht selbst schon erlebt haben.

Speziell für Kinder im Vorschulalter gibt es . In den Mutmach-Geschichten hören Drei- bis Sechsjährige zum Beispiel, wie Jule beim Schwimmkurs ihre Angst vor dem großen Becken und dem hohen Sprungbrett überwindet. Dabei werden Kinder ermutigt, die eigene Angst zu überwinden. Viele Kinder kennen und lieben den kleinen Drachen Kokosnuss. In hilft er dem ängstlichen Piraten Pieter, endlich mutiger zu werden.

Meditationen für Kinder

Meditationen sind auch für Kinder eine wirksame Methode, mit den Herausforderungen des Alltags besser klar zu kommen. und bieten hierfür kindgerechte Übungen. sowie eignen sich besonders gut am Abend, etwa als Gute-Nacht-Geschichte. Meditationen bieten Kindern die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, ihre Gefühle wahrzunehmen und dabei zu lernen, sich ihren Ängsten nicht zu überlassen.

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Wenn sich Kinder vor Fantasiegestalten fürchten

Wenn sich Kinder vor Monstern fürchten, können ihnen Geschichten wie zeigen, dass solche Fantasiegestalten auch ihre guten Seiten haben. Die kleine Cilly hat Angst vor einem Monster unter ihrem Bett. Als es tatsächlich auftaucht, lernt sie gemeinsam mit dem kleinen Ungetüm, sich ihrer Angst zu stellen. Dieses Hörspiel wird von vielen bekannten Sprechern wie Dietmar Bär, Christoph Maria Herbst und Jürgen von der Lippe zum Leben erweckt. 

Gegen die Angst im Dunkeln

Was tun, wenn Kinder nachts Angst haben? Oft hilft eine Gute-Nacht-Geschichte, ein vertrautes Kuscheltier oder ein beruhigendes Nachtlicht. Wenn das nicht reicht, können Kinder vom kleinen Siebenschläfer lernen. In verbringt das kleine Nagetier gemeinsam mit seinen Freunden eine Nacht unter freiem Himmel. So erfahren Kinder, dass Dunkelheit auch etwas Schönes sein kann.

Was tun bei Angst vor der Schule?

Die Schulzeit ist bei Kindern häufig mit Ängsten verbunden. Sie haben Angst, ausgelacht zu werden, die Erwartungen zu enttäuschen oder gegen die Regeln zu verstoßen. Manche fühlen sich auch von aggressiven Mitschülern bedroht. In Elke Bräunlings lernen Kinder, dass sie auch schwierige Situationen im Schulalltag meistern können. 

Immer wieder haben Kinder auch Angst vor Prüfungen. In zeigt Ilse Mauerer Neun- bis Zwölfjährigen, wie sie solche Ängste mit mentalem Training und gezielten Übungen bewältigen.

Wenn Kinder große Angst vor der Schule entwickeln, sollten Eltern hellhörig werden. Was steckt wirklich hinter den Ängsten und Sorgen der Kinder? So erfahren Eltern am ehesten, wie sie Kinder unterstützen können. Falls sich zeigt, dass die Konflikte an der Schule aus dem Ruder laufen oder ihr Kind gar gemobbt wird, empfiehlt es sich,  Erzieher, Lehrkräfte und andere Eltern einzuschalten.

Erwachsene können Kinder auf vielfältige Weise stärken

Manchmal übertragen Eltern ihre Ängste unbewusst auf die Kinder. Beim Anblick einer Spinne oder Ameise, sind Kinder meist neugierig und ihr Forschergeist erwacht. Sobald Eltern aber panisch reagieren, werden solche Insekten plötzlich als ekelig oder furchterregend empfunden. Eltern können ihre Kinder daher stärken, indem sie sich die eigenen Ängste und Sorgen bewusst machen. In zeigen Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter, wie dies gelingt.

Erwachsene können Kindern aber auch aktiv helfen, ihre Ängste zu überwinden, indem sie dem Rat von Kinderpsychologen und Erziehungsexperten folgen. Die Auswahl an Ratgebern ist riesig. 

Mit ihrem Ratgeber geht Petra Weirauch-Schmachtenberg speziell auf die Bedürfnisse von Kindern im Vorschulalter ein. Und in zeigt Britta Kohl 17 effektive Wege auf, mit denen Erwachsene das Selbstvertrauen von Kindern fördern können.

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Angst - ein normaler Begleiter im Leben

Ängste sind ein ständiger Begleiter im Leben, vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter. Psychologen zufolge sind Ängste für bestimmte kindliche Entwicklungen sogar wichtig, etwa um die Bindung zu den Bezugspersonen zu festigen. Auch wenn Kinder Phasen großer Angst durchleben, etwa bei großen Veränderungen, ist das noch kein Grund zur Panik. Typische Ängste treten in bestimmten Entwicklungsphasen meist vorübergehend auf und sind ein normaler Teil der kindlichen Entwicklung.

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Ängste bei Säuglingen und im Kleinkindalter

Schon Säuglinge empfinden Angst, etwa ausgelöst durch laute Geräusche oder ungewohnte Tonhöhen. Ab dem sechsten bis achten Monat fremdeln viele Babys. Sie ängstigen sich in dieser Zeit vor fremden Menschen oder Dingen. Diese Phase ist Psychologen zufolge jedoch völlig normal und dient dazu, die Bindung zu den Bezugspersonen zu stärken. Im Alter von zwei bis vier Jahren haben viele Kinder Angst vor der Dunkelheit, vor dem Alleinsein oder vor bestimmten Tieren. 

Häufige Ängste in Kindergarten- und Vorschulzeit

Auch im Kindergartenalter können Trennungsängste bei Kindern vorkommen. Durch eine vorsichtige Eingewöhnung in der Kita oder die Vergewisserung, dass ihre Bezugspersonen für sie da sind, meistern Kinder diese Phase in der Regel gut. Vier- bis Sechsjährige haben häufig eine sogenannte magische Phase und fürchten sich vor Monstern, Gespenstern und anderen Fantasiegestalten. Auch Naturgewalten wie Blitz und Donner können kindliche Ängste auslösen.

Wovor fürchten sich Kinder im Schulalter?

Gerade die Schule erlebt wohl niemand völlig angstfrei. Es ist ganz normal, dass Kinder soziale Ängste haben. Beim Wechsel in eine neue Schule oder Klasse müssen sie erst ihre Rolle finden. Manche Kinder fürchten auch, Erwartungen zu enttäuschen, und haben Versagensängste. Die Coronapandemie der Jahre 2020 und 2021 belastet Schulkinder aller Altersstufen zusätzlich, besonders in den Prüfungsjahrgängen.

Der Angstforscher und Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther erklärt in , dass Angst ein ständiger Begleiter in unserem Lebens ist. In dem Hörbuch zeigt er auf, wie sich die schützende Funktion der Angst mit dem Wunsch nach angstfreien Leben vereinbaren lässt.

Wann wird aus Angst eine Angststörung?

Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts zur psychischen Gesundheit sind rund 10 Prozent der Kinder- und Jugendlichen in Deutschland von einer akuten Angststörung betroffen. In diesem Fall sind die Ängste besonders stark ausgeprägt, dauern mehrere Monate und beeinträchtigen die normale Entwicklung des Kindes. Beispiele sind soziale Phobien oder extreme Trennungsangst. Ob wirklich eine Angststörung vorliegt, kann nur ein Kinderarzt, Neurologe oder Psychiater gemeinsam mit den Eltern und dem betroffenen Kind im Gespräch feststellen. 

Ängste bewältigen - mit Kinderbüchern und Erziehungsratgebern

Ängste sind ein ständiger Begleiter im Leben. Dennoch brauchen Kinder immer wieder einmal die Unterstützung von Eltern und anderen erwachsenen Bezugspersonen, um ihre Ängste gut zu bewältigen. So bekommen Kinder mehr Sicherheit, gewinnen Selbstvertrauen und werden widerstandsfähiger. Dies hilft ihnen, ihren Lebensweg weiter mutig und offen zu gehen. Altersgerechte Hörbücher können Kindern helfen, sich mit ihren Ängsten spielerisch auseinanderzusetzen. Und in Erziehungsratgebern bekommen Eltern wichtige Tipps für den konstruktiven Umgang mit kindlichen Ängsten.