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Auf einen Schnack mit Robert Frank

02.12.2014

Steckbrief-Robert-Frank

Robert, der Ort deiner Wahl ist das Café Montevideo in Berlin. Was magst du daran besonders? Hier sind wir direkt am Viktoria-Luise Platz. Wenn man in diesem Kiez ist und sich nicht auskennt, rechnet man mit diesem schönen Platz mit dem Springbrunnen gar nicht. Wie sich dieser Platz hier so angenehm auftut, das gefällt mir.

Sprechen wir über deinen Beruf. Wie erreicht man aus deiner Sicht seine Ziele im Schauspielberuf? Es hat sicherlich viel mit Glück und Fügung zu tun, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Es hat aber auch viel damit zu tun, wie genau man seine Ziele kennt und diese verfolgt.

Warst du zur rechten Zeit am rechten Ort? Ja, das gab es öfters. Eine besonders schöne Begegnung war für mich zum Beispiel mit Johanna Steiner auf der Verleihung des Ohrkanus in Berlin. Wir haben gemeinsam an Tonaufnahmen gearbeitet und daraus haben sich dann später weitere Hörbuch Produktionen ergeben.

Wie unterscheidet sich für dich ein Tag im Studio von einem Tag auf der Bühne? Das beginnt schon am Morgen ganz banal beim Frühstück. Beim Hörbuchsprechen muss ich unbedingt gefrühstückt haben, damit der Magen nicht knurrt oder andere Geräusche macht. Bei einer Probe im Theater ist das nicht so wichtig. Auch die körperliche Arbeit ist ganz anders. Auf der Bühne musst du alles sehr viel größer machen, am Mikrofon kannst du auch ganz leise und zarte Töne anschlagen. Ich versuche bei der Hörbuchaufnahme einen Film in meinem Kopf entstehen zu lassen. Wenn sich dieser im Bestfall auf die Hörer überträgt, dann ist das eine wunderbare Arbeit, die mir große Freude bereitet.

Kannst du deinen bayerischen Dialekt oft einsetzen? Anfangs wollte ich das nicht. Ich habe nach der Schauspielschule in München Bayern verlassen. Im Laufe der Zeit habe ich meinen Dialekt aber schätzen und lieben gelernt und sehe es als ein Geschenk an, dass ich zur Verfügung habe. In Hörbüchern wie zum Beispiel Ich bin Single, Kalimera konnte ich den in Griechenland gestrandeten Spießer Herbert mit Dialekt sprechen. Das hat Spaß gemacht.

Wo sind deine Rückzugsorte? Wenn ich mich wegsehne, sehne ich mich nach Spanien, nach Barcelona. Meine Mutter ist Spanierin, und das ist meine zweite Heimat. Ich versuche auf jeden Fall einmal im Jahr für mehrere Wochen dort hin zu kommen, weil gerade Barcelona und das Meer mir ein echtes Auftanken ermöglichen.

Bist du ein Familienmensch? Ja, meine Familie ist mir sehr wichtig. Das ist eben der Ursprung aus dem man kommt. Ich bin immer sehr gut unterstützt worden, so dass ich mich frei entfalten konnte. Mein Vater hat zum Beispiel die Theatergruppe an unserer Schule geleitet und er hat mich zum Theaterspielen gebracht und diese Liebe geweckt und gefördert.

Was macht dir Gänsehaut? Oh, da gibt es vieles. Zum Beispiel eine bestimmte Szene in dem Film Das Erstaunliche Leben des Walter Mitty. Mitty ist zusammen mit dem Fotografen, den er gesucht hat, in den Bergen. Als dort endlich der Schneeleopard auftaucht, auf den der Fotograf lange gewartet hat, macht er dennoch kein Foto. Er sagt stattdessen, dass er immer versucht, einen tollen Moment festzuhalten. Wenn der Moment aber großartig genug ist, dann drückt er nicht ab. Das ist für mich ein Gänsehautmoment gewesen.

Wofür lohnt es sich deiner Meinung nach, in einer Schlange anzustehen? Das würde ich jetzt eher metaphorisch sehen und sagen: Für das, was man will, lohnt es sich immer zu warten. Hauptsache du stehst an der richtigen Kasse.

Alle Hörbücher mit Robert Frank findet ihr hier.