Angst, Schrecken, Nervosität, ein subtiles Gefühl von Unwohlsein – all diese Gefühle kann Horrorliteratur in Lesenden oder Hörenden auslösen. Die Wurzeln dieses literarischen Genres reichen bis in die Antike zurück. Richtig bekannt geworden ist die Horrorliteratur aber im 18. Jahrhundert mit Aufkommen der Schauerliteratur. Horror und Popkultur sind untrennbar miteinander verbunden. So prägt das Genre zum Beispiel Filme, Musik und Videospiele. Hier liest du mehr über die besten Horrorbücher und erfährst, welche Schriftsteller und Schriftstellerinnen besonders bekannt für Horror-Romane sind.

Horrorbücher, die man gelesen haben muss

Wenn du dich fragst: „Was sind die besten Horrorbücher?“, bist du hier genau richtig. Lass dich inspirieren von diesen klassischen Werken des Horror-Genres – von der Schauerliteratur bis zu Gruselwerken der Neuzeit.

Schauerliteratur

Frankenstein von Mary Shelley oder Dracula von Bram Stoker sind nicht einfach nur Horror-Klassiker, deren Namen jeder kennt. Sie sind auch Parade-Beispiele der Schauerliteratur, auf englisch: „Gothic Novel“. Dieses literarische Genre hat sich am Ende des 18. und im frühen 19. Jahrhundert entwickelt. Hier dreht sich alles um dunkle Vorahnungen, böse Omen und übernatürliche Ereignisse. Diese tragen sich zum Beispiel in, wer hätte es gedacht, düsteren Schlössern oder halb verfallenen Anwesen zu. In vielen Gothic Novels oder Kurzgeschichten wird der Horror nur angedeutet, in anderen spielen übernatürliche Geschöpfe die Hauptrolle.

So zum Beispiel auch in Dracula von Bram Stoker, einem der wichtigsten Werke der Gothic-Literatur. Der Klassiker hat zahlreiche Adaptionen in Film, Fernsehen und Theater inspiriert. In dem 1897 veröffentlichen Werk reist Protagonist Jonathan Harker nach Transsylvanien, um den Verkauf einer Immobilie in England abzuwickeln. Der Käufer: Graf Dracula. Schnell stellt Harker, der als Gast auf Draculas Schloss verweilt, fest, dass mit dem Grafen etwas ganz und gar nicht stimmt …

Erstaunlicher Imagewandel: Vampire – von der Bestie zum Bestseller

Denkst du, wenn du „Frankenstein“ hörst, auch sofort an ein aus verschiedenen Körperteilen krude zusammengenähtes Wesen mit grüner Haut? Dabei handelt es sich um das von Wissenschaftler Victor Frankenstein in Frankenstein oder der moderne Prometheus von Mary Shelly erschaffene Wesen. Es wird aufgrund seiner Andersartigkeit von der Gesellschaft als „Monster“ betrachtet, obwohl es eigentlich nur geliebt werden will.

Dieser 1818 veröffentlichte Klassiker der Schauerliteratur regt dazu an, über soziale Ausgrenzung und Vorurteile nachzudenken. Gleichzeitig hat das Buch die Science Fiction beeinflusst, da es sich mit den Auswirkungen von Wissenschaft und Technologie auf die Gesellschaft auseinandersetzt.

Erst 1976, also deutlich später als andere Klassiker der Schauerliteratur, wurde Interview With The Vampire von Anne Rice, veröffentlicht. „Interview mit einem Vampir“ – so der deutsche Titel – ist der erste Teil der „The Vampire Chronicles“-Reihe. Aufgrund seiner düsteren Stimmung und weil die Protagonisten des Romans innerlich zerrissen sind, wird er dem Genre der Schauerliteratur zugeordnet. Denn es sind unter anderem genau solche inneren psychologischen Konflikte und die innere Zerrissenheit der Hauptcharaktere, die Schauerliteratur auszeichnen.

So wird zum Beispiel Protagonist Louis von seinem eigenen Verlangen nach Blut gequält und von der Tatsache, dass er töten muss, um seinen Durst zu stillen. Der Grund für Louis‘ innere Zerrissenheit ist übrigens die Tatsache, dass er erst in fortgeschrittenem Alter zu einem unsterblichen Untoten gemacht wurde und nun seine Menschlichkeit nicht hinter sich lassen kann. Ein düsteres, atmosphärisches Werk.

Noch mehr Gothic Novels gesucht? Hier entlang! Alles über Schauerliteratur

Meister des Schreckens: Horrorbücher von Stephen King

Der Name Stephen King ist wohl jedem Horror-Fan ein Begriff. Mehr als 60 Romane hat der aus Maine, Portland stammende Autor mittlerweile veröffentlicht, darunter auch absolute Klassiker wie The Shining.

In diesem 1977 veröffentlichten und 1980 von Stanley Kubrick verfilmten Werk verbringt Familie Torrace einen Winter in einem Hotel in Colorado. So zumindest der Plan. Denn schon kurz nach der Ankunft in dem abgelegenen Berghotel wird klar: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. So neigt Protagonist Jack Torrance, im Film gespielt von Jack Nicholson, immer mehr zu gewalttätigen Ausbrüchen. Sein Sohn Danny entwickelt eine Gabe, genannt „The Shining“. Er ahnt die Bedrohung, die von diesem Haus und seinem Vater ausgeht, voraus.

Horror aus dem Hinterhalt: Die besten Stephen-King-Hörbücher

1980, nur wenige Jahre nach der Veröffentlichung von The Shining, erschien ein weiterer King-Klassiker: Der Nebel. Der zieht nach einem Sturm über eine Kleinstadt in Maine, Neuengland hinweg. In ihm lauern grausige Kreaturen, die alle, die sich ihnen in den Weg stellen, angreifen.

David Drayton und sein Sohn Billy, die eigentlich nur auf der Durchreise waren, sind in einem Supermarkt zusammen mit Einheimischen gefangen. Von den Anwohnern sind einige davon überzeugt, dass der Nebel Gottes Strafe für ihre Sünden sei – und verlieren langsam die Nerven. Wird es David und Billy gelingen, sich gemeinsam mit ein paar anderen Überlebenden durch den Nebel zu kämpfen?

Star-Autor King ist nicht nur für Horrorgeschichten bekannt, sondern schreibt auch Werke aus anderen Genres. Ein Beispiel: „Der Körper“ – eine Novelle mit Coming-of-Age- und Horror-Elementen, die in der 1982 veröffentlichten Kurzgeschichten-Sammlung Different Seasons erschienen ist. In diesem berührenden Werk, das im Englischen den Titel: „The Body“ trägt, wandern vier Freunde aus einer Kleinstadt in Maine meilenweit, bis in einen Wald.

Ihr Ziel: einen vermissten Jungen finden. Während ihrer Suche verlieren die Freunde den Rest kindlicher Unschuld, den sie an der Schwelle zum Erwachsenwerden in sich getragen haben. Während „Der Körper“ relativ unbekannt ist, erregte die Film-Adaption der Novelle weltweit Aufmerksamkeit. Sie kam 1986 unter dem Titel „Stand by Me“ in die Kinos.

Insgesamt acht Horrorbücher umfasst die „Der dunkle Turm“-Serie von Stephen King. Schwarz, der erste, 1982 veröffentlichte Teil der Reihe, bildet den Auftakt des Fantasy-Epos, das als Dreh- und Angelpunkt von Kings Multiversum betrachtet wird. Darin begibt sich Roland Deschain, seines Zeichens der letzte existierende Revolvermann, auf die Suche nach dem namensgebenden dunklen Turm. In dem herrscht ein tyrannischer König über die sterbende Welt Gilead.

Der Revolverheld will die Welt von der Schreckensherrschaft des Königs befreien. Aber um sein Ziel zu erreichen, muss er zwischen Ruinen unter anderem gegen Dämonen und Geister kämpfen. Hier treffen Western, Fantasy und Horror aufeinander. Ein Muss für King-Fans!

Alle Wege führen nach Derry: Stephen Kings Multiverse

Darüber hinaus schreibt King auch Kriminalgeschichten und Thriller mit übernatürlichen Elementen. Ein Beispiel dafür ist Der Outsider. In diesem 2018 veröffentlichten Werk wird ein Kind grausam ermordet. Der angebliche Täter: Terence „Terry“ Maitland – ein beliebter Englisch-Lehrer und Coach einer Baseball-Jugendmannschaft. Kaum zu glauben, dass er wirklich ein so grausames Verbrechen begangen haben soll. Doch die Beweise scheinen eindeutig.

Aber als Detective Ralph Anderson ermittelt, stößt er schon bald auf mehrere Ungereimtheiten. Vor allem auf die Tatsache, dass der Angeklagte Maitland anscheinend zum Tatzeitpunkt an einem anderen Ort war. Wie kann das sein? Anderson stößt an die Grenzen des rational Begreifbaren …

Die besten Horror-Bücher: Gänsehaut und aufgestellte Nackenhaare

Weltbekannt wurde der 1952 in Liverpool geborene Clive Barker durch seine „Hellraiser“-Reihe. Die Werke des 70-Jährigen vereinen Horror mit Dark Fantasy. So auch „Der Hinterhof des Grauens“, englischer Titel: The Damnation Game.

In diesem 1984 veröffentlichen Horror-Buch hat Multimilliardär Whitehead während des zweiten Weltkrieges einen Pakt mit einem Mann namens Mamoulian geschlossen. Das holt ihn nun ein. Denn Mamoulian hat Whitehead zu Erfolg und Geld verholfen – fordert dafür jetzt aber einen Tribut. Marty Strauss, gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen, soll als Leibwächter Whitehead und seine Familie, insbesondere Whiteheads heroinabhängige Tochter, schützen. Grotesker Horror.

High, Low, Dark & Urban: Die beliebtesten Fantasy-Genres und ihre wichtigsten Vertreter

Eine der bekanntesten Horror-Geschichten der Moderne ist Der Exorzist von William Peter Blatty. In diesem 1971 veröffentlichten Werk wird auf drastische Weise beschrieben, wie sich das Wesen der kleinen Regan immer weiter verändert – von einem ganz normalen, süßen Kind hin zu einer dämonischen, bösartigen Kreatur namens Pazuzu.

Die Jesuiten-Priester Vater Karras und Vater Merrin wollen Regan von Pazuzu befreien. Doch der Dämon klammert sich mit aller Macht an das Mädchen. Die Szenen, die dieser Exorzismus mit sich bringt, sind verstörend – und haben sich wohl allen, die den Originalfilm „Der Exorzist“ aus dem Jahr 1973 gesehen haben, ins Gedächtnis gebrannt. Ein echter Klassiker, der zu den erfolgreichsten Horrorfilmen überhaupt gehört.

Patrick Bateman ist gutaussehend, erfolgreich, intelligent – und ein absoluter Psychopath, oder auch: ein American Psycho. Der Titel des 1991 veröffentlichten Werks von Bret Easton Ellis ist Programm. Denn Protagonist Batemann ist nicht nur regelrecht besessen vom Besitz und vom Aussehen anderer Menschen, er quält und tötet sie auch liebend gern.

Zu seinen Opfern gehören nicht nur erwachsene Menschen, sondern auch Kinder und Tiere. Dieser Klassiker der Horror-Literatur betrachtet satirisch den Kapitalismus und insbesondere den damit einhergehenden Materialismus und die Verrohung der Gesellschaft. Obszön, verstörend und definitiv nichts für schwache Nerven.

Richard Matheson zählt zu den bekanntesten Horror-Autoren des 20. Jahrhunderts. Hell House, seinen 1971 veröffentlichten Horror-Klassiker, bezeichnet Stephen King als den „gruseligsten Spukhausroman, der je geschrieben wurde“. In diesem sollen ein Verleger, ein Physiker und zwei Medien, die mit Dahingeschiedenen kommunizieren können, eine Nacht im Belasco House verbringen. Hier sollen sie die Wahrheit über das Leben nach dem Tod in Erfahrung bringen. Keine einfache Aufgabe, denn das Haus wird von Geistern und Dämonen heimgesucht und soll schon viele dazu veranlasst haben, Selbstmord zu begehen. Eine klassische Geisterhausgeschichte.

Geisterstimmung garantiert: Gruselige Wohlfühlhorror-Bücher

Südstaaten-Gotik, oder auch „Southern Gothic“ ist das Genre, in dem sich der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Cormac McCarthy zuhause fühlt. Er bekam für seine Bücher unter anderem den Pulitzer-Preis für Belletristik und den National Book Award. Seine düstere und existenzialistische Dystopie Die Straße wurde 2006 veröffentlicht.

Darin erzählt McCarthy die Geschichte eines Vaters und seines Sohnes. Beide leben in einer postapokalyptischen, von Gewalt und Verzweiflung geprägten Welt. Was genau die Welt zerstört hat, ist nicht klar. Sicher ist nur: Die beiden müssen kämpfen. Gegen Hunger, Kälte und andere Überlebende der ominösen Katastrophe. Und für das Leben. Sprachgewaltig, berührend, herzzerreißend.

Gegen den Weltuntergang: Die besten Survival Horror Romane

Düster, unkonventionell, schockierend – so lassen sich die Werke von James Herbert, Autor von 23 Horror-Büchern, beschreiben. The Rats war sein erster 1974 veröffentlichter Roman, der direkt zu einem internationalen Bestseller wurde. Im ersten Teil der „The Rats“-Trilogie wird London von einer Rattenplage heimgesucht.

Doch bei den Nagern, die unerbittlich Menschen angreifen, handelt es sich nicht um gewöhnliche Tiere – sie sind mutiert, weil sie in Kontakt mit einem experimentellen Giftstoff gekommen sind. Vor den rasenden Tieren ist niemand sicher. Grausig und ein absoluter Albtraum für alle, die Angst vor Ratten haben.

Die Thriller mit Horror-Elementen von Dean Koontz wurden in mehr als 35 Sprachen übersetzt und haben sich weltweit mehr als 500 Millionen Mal verkauft. Eines seiner bekanntesten Werke ist der New York Times Bestseller Intensity. In dem 1985 veröffentlichten Werk versucht Protagonistin Chyna Shepard im Haus ihrer besten Freundin einfach nur einzuschlafen. Aber das will ihr nicht gelingen. „Irgendetwas stimmt hier nicht“, denkt sich die 26-Jährige.

Und ihr Instinkt täuscht sie nicht. Denn der gewalttätige Soziopath Edgler Foreman Vess ist in das Haus eingedrungen und will ein Blutbad anrichten. Chyna gelingt die Flucht – doch Vess hat sein nächstes Opfer, eine 16-Jährige, schon im Visier. Nervenzerreißend spannend und intensiv.

Einen ganz eigenen Horror-Kosmos hat H. P. Lovecraft rund um seinen Cthulhu-Mythos erschaffen. In Berge des Wahnsinns stößt eine Gruppe von Wissenschaftlern bei einer Expedition in der Antarktis auf die Überreste einer längst vergessenen Zivilisation.

Neben einer verlassenen Stadt mit riesigen Gewölben, deren einstigen Zweck die Forscher nur erahnen können, entdecken sie auch albtraumhafte Kreaturen – eine Entdeckung, die das Schicksal der gesamten Menschheit beeinflusst. Beklemmend, unheimlich und atmosphärisch. Freunde des Horrors des Unerkennbaren und Unverständlichen, kurz: Cosmic-Horror-Fans, sollten sich diesen Klassiker nicht entgehen lassen!

Tentakel, Wahnsinn und Bücher des Todes: Mit welchen Büchern oder Geschichten von H.P. Lovecraft einsteigen?

Beliebteste Horror-Autoren: Unsere „Meister des Horrors“

Eine bedrohliche, düstere Atmosphäre. Beängstigende, verlassene oder abgelegene Orte. Dämonen, Geister oder Menschen, die sich in Monster verwandeln. Dazu kommen moralische Konflikte. Diese und weitere Merkmale einen die Werke unserer beliebtesten Horror-Autoren und -Autorinnen. Das sind unsere Top 10 auf einen Blick.

Platz

Autor

Bekanntestes Werk

1

Stephen King

Es

2

Clive Barker

The Damnation Game

3

Anne Rice

Interview with the Vampire

4

Bret Easton Ellis

American Psycho

5

Richard Matheson

I Am Legend

6

Cormac McCarthy

Die Straße

7

Dean Koontz

Intensity

8

H.P. Lovecraft

Berge des Wahnsinns

9

Edgar Allan Poe

Der Rabe

10

Mary Shelley

Frankenstein oder Der moderne Prometheus

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