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Serienkiller trifft American classic: Breakfast At Tiffany's (englisch)

08.12.2014

Breakfast At Tiffany\\\'s

Breakfast At Tiffany’s

Autor:Truman Capote Sprecher:Michael C. Hall (amerikanisches Englisch) Spieldauer:02 St. 52 Min.

Geben wir’s zu: Bei Breakfast At Tiffany’s summen die meisten von uns den Ohrwurm von Deep Blue Something oder denken an den alten Film mit Audrey Hepburn. So ganz falsch ist das auch gar nicht: Beide beziehen sich auf die 1958 veröffentlichte Novelle von Truman Capote.

Hier geht’s zu Breakfast At Tiffany’s von Truman Capote

Mit Romantik hat diese - im Gegensatz zum Film - allerdings nicht viel zu tun. Während sich in der Kinoversion George Peppard und Audrey Hepburn zu den Geigenklängen von “Moonriver” schmachtend in die Augen schauen, konzentriert sich die Novelle auf ihre Hauptfigur und den Zeitgeist in New York zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Künstler, halbseidenen Gestalten, Neureiche und solche, die es noch werden wollen, tummeln sich im Appartement der 18jährigen Holly Golightly. Und die ist nicht das brünette, braunäugige Reh von der Leinwand, sondern ein blondes, kapriziöses It-Girl irgendwo zwischen femme fatale und kleinem Mädchen.

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Sie ist es, die Truman Capote’s Kurzroman zu einem denkwürdigen Ereignis macht. Ebenso naiv wie ausgefuchst, so unschuldig wie Lolitahaft, verstößt diese Figur mit kokettem Augenaufschlag gegen das brave weibliche Image der damaligen Zeit. Diese Holly ist keine reine Sympathiefigur. Den namenlosen Erzähler lässt sie ganz schön zappeln, und ob die bei ihr ein- und ausgehenden Männer sie benutzen oder umgekehrt, ist nicht ganz klar. Doch stark ist sie, unabhängig, und unter der kratzbürstigen Schale verletzlicher, als sie zugibt.

Der Sprecher: ein Ladykiller

Umso erstaunlicher und pikanter die Wahl des Sprechers dieser neuen Hörbuchfassung: Michael C. Hall ist bestens bekannt als Serienkiller aus der TV-Serie Dexter und als Bestatter in Six Feet Under. Die Blutspritzer und den Beerdigungsanzug hat man aber schnell aus dem Kopf: Michael C. Hall liest Breakfast at Tiffany’s mit süffisantem Sing-Sang und tänzelt durch das Figurenensemble. Das gilt vor allem für Holly Golightly: irgendwo zwischen verträumt und verrucht, verpasst ihr Hall viel Feminität, einen maskierten Südstaatenakzent und schillernde Geheimnistuerei.

Ein frischer Zugang zu einem amerikanischen Klassiker; ein kurzer Einstieg in englische Hörbücher; ein hübsches Kleinod - da gehören eigentlich Schmuckpapier und eine Schleife von Tiffany’s drum.

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