Kebekus-Podcast: "Wie eine Therapie"

Maria Aust | 15.07.22

Carolin Kebekus redet nie über ihr Privatleben. Bis jetzt. Mit ihrem Bruder David Kebekus blickt sie im neuen Podcast "Kebekus – was warum wie war" auf ihre Kindheit zurück – und verspricht: „Es wird schon sehr privat.“

Kebekus - was warum wie war

Sie sind Geschwister und wie ein Herz und eine Seele: Carolin Kebekus und ihr Bruder David. Und dann sind auch noch beide Comedians geworden. Wie das alles kam, das wollen die 42-Jährige und ihr vier Jahre jüngerer Bruder erzählen.

Ihr Podcast "Kebekus - was warum wie war" ist eine Reise zurück in die Kindheit. Jede Folge thematisiert ein gemeinsames Lebensjahr. Los geht es mit dem Jahr 1984, als David geboren wurde. „Wir gehen alles durch: Schule, Pubertät, Beziehungen. Das ist eine super spannende Reise, die schon auch sehr privat ist“, sagt die Comedienne, Schauspielerin und Sängerin. Natürlich verschonen die beiden nichts und niemanden. Das machen sie mit eine Art Humor, die man erst einmal hinkriegen muss: intelligent, ehrlich, bezaubernd.

Ihre Erinnerungen verweben die Geschwister mit historischen Ereignissen, wie dem Mauerfall und der Atomkatastrophe von Tschernobyl. Ein Stück ihres Lebens zu reflektieren, empfindet Carolin Kebekus als Privileg: „Manchmal fühlt es sich ein bisschen an wie eine Therapie. Ich glaube, wir sind nach diesem Podcast beide mental so fit und gesund, weil wir alles nochmal durchgekaut haben. Aber es ist vor allem Zeugnis einer besonderen Beziehung zwischen Geschwistern, die für viele nicht selbstverständlich ist.“

Im Interview mit Audible erzählen Carolin und David, was sie aneinander bewundern und was sie nervt, wie sie ihrer Erinnerung manchmal auf die Sprünge helfen und ob ihre Eltern den Podcast hören.

Kebekus - was warum wie war
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Kebekus - was warum wie war

Gesprochen von:Carolin Kebekus, David Kebekus
Spieldauer:NaN:NaN
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Wie kamt ihr auf die Idee, zusammen einen Podcast zu machen?

David: Wir haben mal einen Clip miteinander gedreht, und viele am Set haben mich darauf angesprochen, wie gut wir doch miteinander harmonieren ...

Carolin: Und wir so: Hä?

David: ... und ich sagte dann: Hey, wir reden doch nur. Aber es kam zurück, nee, das ist total cool, dass ihr als Geschwister so miteinander harmoniert. Dann habe ich ein bisschen darüber nachgedacht ...

Carolin: ... und weil wir auch beide Comedians geworden sind, hat David gedacht, dass man sich schon mal fragen kann, woher das alles kommt.

Worüber redet ihr im Podcast?

Carolin: Es geht um unser gemeinsames Leben, und wir starten mit David Geburtsjahr 1984.

David: Ich wurde oft gefragt, wie es ist, der Bruder von dieser bekannten Frau zu sein, und wie es denn früher bei uns war. Da dachte ich mir, lass' uns das doch zusammen strukturiert erzählen. Deshalb gehen wir Jahr für Jahr durch. Erst lassen wir Revue passieren, was damals in der Welt passiert ist. Dann gehen wir dazu über, unsere Geschichten zu erzählen.

Carolin: Das Lustige ist, wie total unterschiedlich man sich an Situationen erinnert. Zwischendurch merkt man, dass ich mich besser erinnere, weil ich einfach schon älter war.

David: Es lösen sich auch viele Fragezeichen im Kopf auf. Wenn man sich fragt, warum war das so, warum haben unsere Eltern so gehandelt, kann man das als Erwachsener besser verstehen und sich selbst Antworten geben.

Was genau passiert in einer Folge?

Carolin: Wir teilen jedes Mal auf, wer die Anmoderation macht und wer die Fakten zum jeweiligen Jahr vorträgt. Dann haben wir noch eine Rubrik, die 'Wat kannste eigentlich?' heißt. Dabei schauen wir uns unsere Entwicklungsstufen an. David war zum Beispiel der Meinung, dass ich mit sieben Jahren Ironie verstehe.

David: Ja, und mit fünf, sechs Jahren konntest du gut lügen.

Carolin: Ich konnte schon immer gut lügen.

Wie helft ihr eurer Erinnerung auf die Sprünge?

David: Nehmen wir 1991. Damals lief der Song "Black or White" von Michael Jackson auf dem Musiksender MTV rauf und runter. Das Video war wie ein Kurzfilm, unfassbar geil. Von solchen Ereignissen ausgehend reden wir uns dann in unsere kleine Kinderwelt hinein. Ich habe zum Beispiel für eine Folge recherchiert, dass in einem Jahr Schulterpolster total in waren. Das hat mich daran erinnert, wie ich herausfand, dass diese kleinen Kissen in der Kleidung unserer Mutter keine Muskeln waren. Sie sah nur so aus, als hätte sie ein Schwimmerkreuz.

Gibt es Dinge, die ihr lieber vergessen hättet?

Carolin: Ja, ständig. Dann denken wir beide, das kann man nicht erzählen, tun es aber doch.

David: Dann wird gelacht und gut is'.

Was war besonders lustig?

David: Wenn wir über die Pubertät sprachen. Das hatte einen gewissen Charme.

Carolin: Und ein bisschen Cringe-Potential, sobald es um Sexualität geht. David verstellte dann immer so ein bisschen seine Stimme.

Und der peinlichste Moment?

David: Der war, als Carolin erzählte, was sie gemacht hat, um mit 17 an einer Bar Gratisdrinks zu bekommen.

Carolin: Ach so, das ... oh je.

Was bewundert ihr aneinander?

Carolin: Mein Bruder ist der lustigste Mensch, den ich kenne. Das war er schon immer. Dieser trockene Unterton, der ist schon sehr, sehr gut.

David: Carolin hat super viel Energie für ihre ganzen Projekte und immer sehr viel zu tun. Trotzdem nutzt sie jede freie Minute, um die Familie zusammenzuhalten. Da werden dann Pläne gemacht, wann machen wir Urlaub zusammen, wann können wir uns wieder sehen, wann kommen alle zu ihr zum Essen ...

Carolin: Gut, dafür habe ich halt keine Freunde mehr.

Gibt es Sachen, die euch aneinander nerven?

David: Ich wollte manchmal auch was vortragen, da drängelte sich aber immer jemand vor.

Carolin: Moment mal. Einmal war der Nikolaus da und hat gefragt, ob jemand was vorsingen will. Und jemand anderes versteckte sich unterm Tisch und heulte.

David: Das war vielleicht kein Mainstream, aber auch eine Art Show.

Carolin: Was ich toll finde: Wir haben nie wirklich ernsthaft gestritten, auch als Erwachsene nicht. Aber ich weiß noch, das wir uns einmal gezofft haben, als ich 13 war und pubertierte, und du mit neun Jahren noch nicht. Da hast du zu mir gesagt: 'Du willst auch immer nur die Beste sein, ne?' Und ich dachte mir: 'Joa! Was ist das denn für eine Kritik?'

Kennen eure Eltern den Podcast?

Carolin: Unser Vater saß sogar bei einer Folge mit dabei. Da war ich ein bisschen gehemmt.

David: Ich auch. Ich habe ihm erzählt, dass er relativ oft Thema ist und wir ihn recht häufig loben. Und er meinte nur: Ja?

Carolin: In einer Folge wussten wir etwas nicht mehr. Da haben wir unseren Vater sogar angerufen, um zu hören, wie er das sieht. Ich sag' mal, seine Sicht war: überraschend.

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