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Das Dekameron von Giovanni Boccaccio

20.06.2014

boccaccio-dekameron-600x338Schlüpfrige Novellen für die heißen Sommertage! Pünktlich zum 701. Geburtstags des Autors Giovanni Boccaccio erschien nun der erste Teil der erotischen Novellensammlung Das Dekameron als ungekürztes Hörbuch. Außerdem: Interviewschnipsel mit Sprecher Reinhard Kuhnert über die Sprache Boccaccios, Bigotterie und andere Versautheiten.

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Das Dekameron gehört zur Weltliteratur! Es handelt sich dabei um eine Sammlung von 100 frechen, frivolen und ein bisschen vulgären Novellen, die zwischen 1349 und 1353 von Giovanni Boccaccio geschrieben wurden. Der Titel Dekameron setzt sich aus dem Griechischen Wort deka für zehn sowie herma für Tag zusammen, es bedeutet also das Zehn-Tage-Werk. 

Mitte des 14. Jahrhunderts wütet die Pest in ganz Europa, im Jahre 1348 auch in Italien. 10 junge Florentiner - drei Männer und sieben Frauen, fliehen vor der Pandemie in eine abgelegene Villa in den Hügeln von Florenz. Um sich die Zeit zu vertreiben, erzählen sie sich die schmutzigen Geschichten, die ihr euch nun im “Dekameron” anhören könnt.

Boccaccio selbst wuchs als unehelicher Sohn in Florenz auf, in einer Zeit, in der religiöse Frömmigkeit als eine der höchsten Tugenden galt. Natürlich hatten trotzdem alle - vom Bauern bis zum Priester - wilden, schmutzigen Sex.

Soll der Teufel doch in der Hölle schmoren

Die Bigotterie findet sich auch in den Bezeichnungen der männlichen und weiblichen Attribute - so nennen wir es heute mal ganz keusch: Männer tragen den Teufel, die Frauen die Hölle mit sich herum.
»Rusticus, was ist denn das für ein Ding, das ich da bei dir sehe, das sich so vordrängt und das ich nicht habe?« »Ach, meine Tochter«, sagte Rusticus, »das ist eben der Teufel, von dem ich dir gesprochen habe. Siehst du, jetzt gerade plagt er mich so sehr, daß ich es kaum aushalten kann.« »Nun, Gott sei Lob«, sagte das Mädchen darauf, »so sehe ich, daß mir's besser geht als dir, denn ich für mein Teil habe keinen solchen Teufel.« Rusticus sagte: »Du sprichst die Wahrheit, du hast aber ein anderes Ding, das ich wieder nicht habe, und das ist ebenso schlimm.« »Warum nicht gar!« sagte Alibech. Rusticus antwortete ihr: »Du hast die Hölle, und ich sage dir, ich glaube, Gott hat dich zum Heil meiner Seele hierher gesandt.

Nachtigall, ick hör' dir trapsen

Wilde Ehe, Ehebruch, Nacktheit - all das widersprach der christlichen Sittenlehre. Die Novellen aus dem "Dekameron" haben seiner Zeit einen neuen Ton angeschlagen. Es ging nicht nur um Vulgäritäten, sondern vielmehr um eine Kritik an der Kirchenlehre und dem dunklen Mittelalter durch die Schilderungen von Lebensfreude.
Nun geschah es aber, da ihre Freuden groß, die Nächte aber damals kurz waren und sie den Tag nicht so nahe vermuteten, wie er es wirklich war, daß sie beide, von der warmen Luft sowohl als auch von ihren Liebesspielen erhitzt, völlig unbedeckt einschliefen und daß Caterina, die den rechten Arm unter Ricciardos Hals gelegt hatte, mit der linken Hand das Ding festhielt, das ihr Mädchen euch, zumal vor Männern, zu nennen scheut.
 

Die 100 Novellen aus “Das Dekameron” von Giovanni Boccaccio werden in zwei Teilen veröffentlich.

Zum DOWNLOAD von “Das Dekameron - Teil 1”, gesprochen von Reinhard Kuhnert.

Teil 2, ebenfalls von Reinhard Kuhnert gelesen, wird voraussichtlich am 17.07.2014 erscheinen.

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