Audible

Das Team: 10 Fragen an Constanze Stypula

14.03.2011

Constanze leitet das Content-Team und ist für unsere Verlagspartnerschaften und die Akquise von Hörbuchrechten verantwortlich. Sie sorgt dafür, dass unser Katalog stetig wächst, kauft ein, was unseren Kunden gefällt, und sorgt dafür, dass neben Thrillern und Romanen auch Themen wie Fußball und Katzen nicht zu kurz kommen.

Jetzt mal ganz ehrlich: Hörst du lieber oder liest du lieber? Also momentan bin ich auf einer Art Hörbuch-Trip. Ich lese schon immer viel und genieße es derzeit sehr, wenn mir vorgelesen wird.

Unter den vielen Hörbuchsprechern hast Du doch sicher einen Favoriten, oder? Derzeit ist das Burghart Klaußner, wobei das sicher auch an den Büchern liegt, die er eingelesen hat. Und dann gibt es noch so Überraschungskandidaten: Bela B. von den Ärzten zum Beispiel. Wer hätte gedacht, dass er ein so guter Vorleser ist? Exit Mundi ist super.

Erinnerst du dich noch an Dein schönstes Hörerlebnis? Ja. Als ich in der Oberstufe war, lief auf NDR 3 (heute NDR Kultur) in Am Morgen vorgelesen Oscar Wildes “Das Bildnis des Dorian Gray” mit Gert Westphal als Sprecher. Ich konnte das nicht jeden Tag hören, aber oft. Das war großartig. Das Gute am Hörbuchhören ist, dass man frei ist, das eigene Kopfkino zu entfalten, die Stimme des Sprechers allerdings die Atmosphäre definiert, seine Betonung Sinnzusammenhänge konsturiert und der Handlung Relief verleiht. Wenn der Sprecher gut ist und zum Text passt, entwickelt sich die Geschichte dadurch sehr plastisch. Beim Lesen geschieht das mehr linear an der Textzeile entlang. Die Gedankenräume sind punktueller und kleiner, was vom Erleben her weniger intensiv ist, weniger sinnlich eben.

Es soll ja Menschen geben, die neben Hörbüchern auch Musik hören. Welches ist dein Lieblingslied? Das ist einfach: BWV 147.1 und 147.4

Was ist für dich ein besonderer Tag oder anders gefragt: Wie muss ein Tag ablaufen, damit Du glücklich bist? Au weia. Also glücklich verläuft ein Tag, wenn in positiver Hinsicht etwas Überraschendes oder Entscheidendes passiert. Das kann sehr vieles sein: eine Erkenntnis, ein Erfolg, eine Begegnung oder ein Gespräch. Eben ein „Gelingen“ in welcher Beziehung auch immer – da reicht gelegentlich ein Zwei-Minuten-Event, um den ganzen Tag zu highlighten. Viele dieser Zwei-Minuten-Events beschert mir mein kleiner Sohn. Der ist ein sehr großes Glück, jeden Tag wieder. Außerdem finde ich auch Tage schön, an denen quasi nichts passiert. Im Urlaub z.B., wenn man den ganzen Tag am Strand liegt und aufs Meer schaut, oder ein verregneter Samstag zu Hause mit einem guten Buch. Schlussendlich gibt es noch Situationen, da stellt sich relativ verlässlich ein Glücksgefühl bei mir ein: beim Auto fahren z.B., schöne Landschaft, gute Musik, prima Sache. Oder wenn ich BWV 147 höre. Auch dann - und glasklar: Glück.

Bist Du gerne unterwegs? In welches Land würdest Du gerne reisen? Ja. Sehr gerne. Nach Zypern, in beide Länder.

Was wolltest Du schon immer gerne mal machen und hast es bisher nicht geschafft? Ich war noch nicht auf Zypern und auch noch nicht in New York. Letzteres ist wirklich eine Katastrophe.

Gibt es jemanden, den Du unbedingt mal treffen möchtest? Gottfried Benn und Arthur Rimbaud. Beide tot, insofern ausgeschlossen. Karl Lagerfeld würde ich auch gerne mal treffen, wegen seiner “Quatsche”. Ich meine, bei dem kann sich jeder Interviewer sicher sein, nie die Antwort zu bekommen, die er erwartet hat. Das finde ich sehr unterhaltsam, auch inspirierend. Ich freue mich jedenfalls immer, wenn er in Talkshows zu Gast ist.

Auf welchen Internetseiten trifft man Dich am häufigsten? Schließen wir mal Google & Audible.de aus. Natürlich www.spiegel.de, www.buchmarkt.de, www.youtube.com, www.amazon.de, www.dawanda.de, www.wikileaks.whatever.

Und zu guter letzt: Welches Hörbuch ist gerade auf Deinem iPod? Solar von Ian McEwan mit Burghart Klaußner. Ian McEwan ist einfach groß, auch wenn ich Saturday besser fand als Solar. Da fällt mir auf, dass es „Saturday“ bei uns noch gar nicht als Hörbuch gibt. Das ist echt schade, denn das Buch - nomen est omen - ist ideal für verregnete Samstage.