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Die Autorin Mira Grant im Interview

29.07.2013

Mira Grant
Das Interview mit Mira Grant führte Christian Handel von Fantasy-News. Anlass war das Erscheinen des dritten Teils der Newsflesh-Trilogie Blackout, gesprochen von Tanja Geke.

Newsflesh

Christian Handel: Die NEWSFLESH-Trilogie ist eine großartige Kreuzung zwischen Polit-Thriller und Zombie-Horror. Wie würdest du die Serie Leuten beschreiben, die sie noch nicht kennen?

Mira Grant: Es ist die Geschichte einer Post-Zombie Welt. Die „Auferstehung“ fand vor zwanzig Jahren statt; das war ganz schön übel; ziemlich viele Leute starben, aber wir sind darüber hinweggekommen. Sie ist in gewisser Weise meine Kreuzung aus West Wing und Fear and Loathing in Las Vegas in einer von George Romero interpretierten Version.

Christian Handel: Wenn du an einem neuen Roman oder einer neuen Welt arbeitest - was magst du dabei am liebsten? Und was kannst du nicht ausstehen?

Mira Grant: Ich liebe - liebe (!) - es, die Welt zu entwerfen. Ich nehme mir viel Zeit und bemühe ich mich sehr, Dinge zu recherchieren, die vermutlich niemanden außer mich kümmern - wie etwa eine funktionsfähige Biologie für empfindungsfähige menschliche Wespen.

Was ich hasse ist allerdings der Punkt, an dem ich aus all der Recherchearbeit etwas machen muss. Ich liebe den Schreibprozess, aber ich hasse es, damit zu beginnen!

Was Feed und seine beiden Nachfolger angeht, so sind hier – noch vor dem Schreiben – wirklich Jahre an Recherche eingeflossen, und auch während dem Schreiben selbst habe ich viel recherchiert. Erfreulicherweise habe ich sehr tolerante Freunde, die gelernt haben, auch dann weiter zu essen, wenn ich darauf bestand, während eines Abendessens furchtbar eklige Dinge zu diskutieren.

Christian Handel: Heutzutage scheint ein romantischer Subplot obligatorisch, wenn eine Autorin über eine weibliche Hauptfigur schreibt. Du hingegen schlägst bewusst eine andere Richtung ein. Hast du trotzdem Druck verspürt, einen romantischen Subplot in deine Geschichte einzubauen?

Mira Grant: Ich denke, auf Frauen wird tatsächlich viel Druck ausgeübt Liebesgeschichten zu schreiben. Und manchmal beschwert man sich bei mir auch darüber, dass ich - bis jetzt - noch nicht viel in diese Richtung geschrieben habe. Die Leute lesen, dass ich eine Frau bin, oder sie sehen ein Bild von mir, und es scheint sich eine Erwartungshaltung einzustellen, dass sie [in meinen Büchern] Liebe und Romantik finden und heiße Sexszenen. Aber all diese Dinge haben in die Bücher, die ich bis dato geschrieben habe, nicht reingepasst.

Es ist doch so - und das gilt vor allem für weibliche Autoren - sobald in einem Buch Romantik ein Thema ist, dann wird dieser Roman für viele Leute automatisch ein Liebesroman. Ich wollte nicht, dass es in Feed um Romantik geht. Ich wollte, dass es um die Wahrheit geht, und um Georgia und Shaun und wie hoch ein Preis sein muss, damit er zu hoch ist, um ihn zu bezahlen.

Christian Handel: Du hast eine deiner eigenen Kurzgeschichten selbst als Sprecherin eingelesen (Apocalpyse Scenario #683: The Box). Hast du jetzt Blut geleckt?

Mira Grant: Das hat sehr viel Spaß gemacht, war aber nur möglich, weil mein US-Verlag Orbit eine Aufnahmekabine bei sich im Verlagshaus hat. Ich glaube nicht, dass ich jemals die Zeit haben werde, ein ganzes Buch einzulesen. Aber ich mag Hörbücher. Sie bieten uns meiner Meinung nach eine wunderbare, ganz neue Art, eine Geschichte wahr zu nehmen.

Wenn ihr wissen wollt, welche Geschichte Mira Grant als nächstes plant - könnt ihr das Interview bei Fantasy-News weiterlesen.

Hier geht es zum Hörbuch Blackout (The Newsflesh Trilogy 3) von Mira Grant.