Audible

Eventbericht: So war das Frankenstein Open Air Hörspiel

26.08.2013

Schauspielerin Gabriele Blum mit Audible Kolleginnen Anne und Steffi

Wenn Detlef Bierstedt, Timmo Niesner, Oliver Rohrbeck, Tanja Fornaro und Gabriele Blum gemeinsam auf der Bühne stehen, dann muss das etwas mit Hörspiel zu tun haben: Ganz recht! Am Samstag, 24.08., gab dieses Ensemble Mary Shelley’s Frankenstein als Live-Hörspielfassung, überarbeitet von Kai Schwind. Unter freiem Himmel wurde die ausgefallene Hörspiel-Idee im Schloss Grunewald in Berlin wieder einmal in eine sehr erfolgreiche Inszenierung aus dem Hause Lauscherlounge umgesetzt.
Abonniert unseren RSS-Feed

Die Schauspieler ganz nah an ihren Hörspielfans

Tanja Fornaro ist von der Stimmung, die der Schlosshof ausstrahlt, ganz verzaubert: „Ich war schon ewig nicht mehr im Schloss Grunewald. Es ist wirklich unglaublich schön hier.“ Timmo Niesner findet sogar noch Zeit, um eine Runde im Grunewaldsee zu schwimmen, bevor er auf der Bühne stehen wird. Gabriele Blum liebt die Nähe zu Publikum, die Live-Hörspiele möglich machen. „Hat schon was, oder?“, lacht sie zusammen mit Audible Kolleginnen Anne und Steffi, die sich dieses besondere Event wie viele andere Audible Kollegen nicht entgehen lassen wollten.

Das Schloss, die alten Bäume, der kopfsteingepflasterte Innenhof und der ruhige See im Hintergrund bieten für das Frankenstein Live-Hörspiel die perfekte Kulisse. In wenigen Minuten wird Gabriele Blum als Mary Shelley vor dem Mikrofon stehen, doch jetzt sind sie und die anderen Schauspieler noch irgendwo im Publikum zu sehen, ganz nah bei ihren Fans. Sie wirken entspannt und fröhlich. Sicherlich ist das auch einer der Vorteile bei Live-Hörspielen. Der Text muss nicht auswendig gelernt und frei gesprochen werden, sondern wird direkt vom Papier vorgetragen. Die Hörspielstimmung erzeugen die Profis durch ihr Spiel mit der Stimme. Sie wissen genau, welche Nuancen sie wann einsetzen und vor allem welche Wirkung sie damit erzeugen.

Audible Mitarbeiter genießen ihre Leidenschaft: Das Live-Hörspiel

Allmählich geht die Sonne unter und der Innenhof des Schlosses füllt sich mit Hörspielfans. Auch für Audible Mitarbeiter ist so ein Abend etwas ganz besonderes. Torsten, Heike, Silvia, Rike, Ola, Anja, Ruth, Anne und Steffi wollen das Live-Hörspiel hautnah erleben und sitzen natürlich in den vorderen Reihen. “Klar wollen wir ganz nah dran sein, der Sound ist hier unglaublich!”, sagt Audible Geschäftsführer Nils Rauterberg und lobt damit die Tontechniker, die für die perfekte akustische Umsetzung des Hörspiels verantwortlich sind. Nils ist mit seiner Tochter gekommen, die gespannt beobachtet, wie sich der Schlosshof füllt.

Zum Auftakt flattern Fledermäuse!

Als es dunkel wird, sind die meisten der über 900 Sitzplätze besetzt. Dann wird es ruhig. Wie auf Kommando fliegen ein paar Fledermäuse durch den Hof und über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Die Musik, live von Dirk Wilhelm an der E-Gitarre eingespielt, setzt ein. Die Mauern des Schlosses werden in ein gruseliges Grün getaucht, es geht los!

Timmo Niesner als Arzt Viktor FrankensteinMary Shelley (Gabriele Blum) beginnt, ihre Geschichte des besessenen Arztes Viktor Frankenstein (Timmo Niesner) zu erzählen. Im Forschungswahn erschafft er eine entrückte menschenähnliche Kreatur, über die er jedoch sofort die Kontrolle verliert. Ein furchtbares Schicksal für die ganze Familie nimmt damit seinen Lauf. Niesner legt sich richtig ins Zeug, seine Stimme klingt tatsächlich etwas wahnsinnig, es ist faszinierend ihn beim Spiel zu beobachten. Die auf der Bühne erzeugten Geräusche und die live gespielte Musik beweisen: Wir alle sind Zeugen eines Hörspiels, das vor unseren Augen entsteht und sich dennoch so anhört, als wäre es im Studio aufwendig produziert.

Besser als jede Kassette: Die gruseligen Geräusche werden live auf der Bühne erzeugt!

Geräuschemacher Jörg Klinkenberg und Musiker Dirk Wilhelm spielen für die live Inszenierung des Hörspiels auf der Bühne eine besonders wichtige Rolle, denn ihre Klänge und Geräusche sind es, die uns die Nackenhaare aufstellen. Klinkenberg hält nun eine Selleriestange ganz nah an das Mikrofon. Er beginnt, das Gemüse zunächst leise, dann immer lauter und kräftiger zu brechen und zu reißen. Das dabei entstehende Geräusch passt genau zum Text, denn es klingt tatsächlich so, als breche Frankenstein gerade einer Katze das Genick! Klinkenberg hat viel Erfahrung, wie man mit einfachen Mitteln vor dem Mikrofon Horror im Kopf der Hörer erzeugt. Für jedes Geräusch holt er auf den Punkt den richtigen Gegenstand aus seiner Trickkiste.

Geräuschermacher Peter Klinkenberg in AktionTrotz aller Sichtbarkeit der Geräuschkulisse zucken Zuschauer zusammen, als Frankensteins geschaffene Kreatur (Detlef Bierstedt) einen Urschrei ins Mikrofon gibt und Klinkenberg dazu das passende Geräusch macht. Die beiden Damen Blum und Fornaro bilden mit ihren zarten Stimmen den perfekten Kontrast zum Horrorprogramm der Riege Bierstedt, Niesner, Rohrbeck, Klinkenberg. Allen macht es sichtlich Spaß, ihre Hörer in Gruselstimmung zu versetzen.

Die Luft ist noch warm an diesem schönen Augustabend. Wer jetzt fröstelt, ist voll und ganz in die Geschichte eingetaucht und findet sich schließlich in einem akustischen Wald wieder. Hier wartet die letzte Überraschung des Hörspiels. Noch einmal wird es laut und noch einmal kracht und zischt es vor den Mikrofonen. Ein lauter verzweifelter langer Schrei! Dann bleibt kein Zweifel mehr… Frankenstein lebt!

Keinen Artikel verpassen? Dann abonniere jetzt den RSS Feed des Hörbücher-Blogs!