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Fantasy-Romance: Ein Genre, so beliebt wie nie zuvor

14.07.2011

[caption id=“attachment_7548” align=“alignleft” width=“175” caption=“Quelle: http://bit.ly/n4ASpp"]Quelle: http://bit.ly/n4ASpp[/caption]

Auf der Suche nach dem wahren Held: Ein Selbstversuch

Egal, wo man hinschaut oder hinhört – ob im Fernsehen, im Kino, in Hörbüchern, Büchern oder in der Werbung – gutaussehende, starke, männliche Vampire, die sterblichen Frauen auflauern, sie beschützen, ihr Leben retten, die immer dauernde wahre Liebe versprechen und ihnen nicht mehr von der Seite weichen – sind allgegenwärtig. Ist doch fast wie im realen Leben, oder :-)?

Das Genre der Fantasy-Romance ist in den vergangenen Jahren wortwörtlich durch die Decke gegangen. Stephenie Meyer, die amerikanische Autorin der Biss-Bücher, wurde weltbekannt mit ihrer gefühlvoll geschrieben Liebesgeschichte einer jungen Sterblichen und einem Vampir. Ich erinnere mich noch gut - plötzlich sah man überall in der U- und S-Bahn nicht nur Teenies mit dem Buch in der Hand, sondern auch taffe, erfolgreiche und selbstbewusste Businessfrauen in den 30ern.

Was ist die Faszination hinter dem Fantasy-Romance-Genre?

Ich frage mich, wie es die Fantasy-Romance-Literatur in kurzer Zeit zu einem so starken Genre geschafft hat und das ist nicht abschätzend gemeint! Was ist die Faszination dahinter? Was bringt die Frauen dazu, die Bücher und Hörbücher geradezu zu verschlingen? Sind es die überaus spannenden und gefährlichen Abenteuer, die die Helden und Heldinnen überstehen müssen? Oder ist es das uralte Märchenelement, dass das Gute das Böse besiegen muss und am Ende alle glücklich bis ans Lebensende in trauter Zweisamkeit leben? Oder ist es etwa so, dass es da draußen keine echten Männer mehr gibt und die Frauen sich in Traumwelten flüchten, damit das Bedürfnis nach ein bisschen heiler Welt befriedigt wird? Ich bin eine Frau, ich müsste es eigentlich wissen? Hmmmm…

Ganz klar kam der Trend aus USA zu uns herüber geschwappt und Stephenie Meyer hat den Weg für sehr viel Fantasy-Romance-Literatur geebnet. Andere Autorinnen dagegen hören nicht bei einem sanften Kuss der beiden Protagonisten auf, sondern im Schlafzimmer geht’s buchstäblich erst los. Und plötzlich nimmt die harmlose College-Liebesgeschichte sehr erotische Züge an und die Leidenschaft prickelt so sehr, dass man fast ein bisschen rot wird, wenn man sich morgens auf dem Weg zur Arbeit diese Sätze ins Ohr flüstern lässt.

Mein Selbstversuch

Ich habe also in den vergangenen Wochen einen Selbstversuch gestartet und mich durch ein paar Hörbuch-Serien des Fantasy-Romance-Spektrums gehört. Gleich 12 verschiedene Fantasy-Romance-Serien habe ich bei Audible gefunden – uff! Wo sollte ich nur anfangen?

Betsy Taylor-Serie

Gestartet bin ich dann mit der Betsy Taylor-Reihe, da diese Serie doch etwas heraussticht und für den Anfang die Beschäftigung mit den gemeinen Vampiren sehr unterhaltsam gestaltet. Leicht viel es mir hier hinein zu hören, da die Betsy Taylor-Serie von meiner Lieblingssprecherin Nana Spier gesprochen wird. Betsy Taylor ist mir wirklich ans Herz gewachsen, vielleicht, weil sie so chaotisch ist und die Sache mit ihrem Tod und der Tatsache, dass Sie eine Vampirin geworden ist, erstmal gar nicht peilt. Ein sehr witziger und fast schon bissiger „Sex and the City“ –Verschnitt – nur mit Vampiren. Da wird über Designer-Handtaschen und -Schuhe geplaudert und gleich darauf steckt Betsy in wilden Kämpfen mit Untoten. Und dann kommt der Mister Big der Vampire um die Ecke, der attraktive und ebenso geheimnisvolle Sinclair. Sehr sexy!

Dark Ones-Serie

Meine zweite Vampir-Hörbuch-Serie war die Dark Ones-Serie von Katie McAlister. Die Story ist in jedem Buch wie folgt – die Protagonistin arbeitet z.B. für die Gesellschaft zur Erforschung des Übersinnlichen und reist in eine europäische Stadt um dort einen Forschungsauftrag zu erledigen. Auf dem Weg begegnen ihr Kobolde, Geister und Feen und natürlich auch äußerst attraktive, männliche Vampire. In dieser Serie habe ich gelernt, dass es die sieben Riten der Vereinigung zwischen einem Vampir und einer Sterblichen gibt, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

Dass ein Vampir nie wieder ein Mensch werden kann ist klar. Nach der Vereinigung mit seiner Auserwählten - also der Frau, die mit ihm seelenverwandt ist - gewinnt er allerdings wieder menschliche Fähigkeiten zurück - er verträgt zum Beispiel ein bisschen Sonnenlicht.

Schritt 1: Der Vampir findet die Frau, die für ihn bestimmt ist.

Schritt 2: Er beschützt sie aus der Ferne (und kann ganz plötzlich auftauchen, sobald sich seine Angebetete in Gefahr befindet).

Schritt 3: Er führt den ersten Austausch von Körperflüssigkeiten durch… In der Regel ist der erste Austausch ein ziemlich heißer Kuss.

Schritt 4: Er legt sein Leben in die Hände der Frau, indem er ihr die Möglichkeit gibt, ihn zu vernichten; was sie natürlich nicht tut.

Schritt 5: Dann kommt es zu dem zweiten Austausch - ihr wisst schon was ich meine - beeep.

Schritt 6: Der Vampir bezwingt mithilfe seiner Auserwählten seine dunkle Seite.

Schritt 7: Der Vampir und seine Auserwählte tauschen Blut aus.

Die Auserwählte erlöst somit seine dunkle Seele, indem sie anbietet, sich zu opfern, damit er leben kann. Er lässt sie natürlich nicht sterben und das ist dann alles sehr romantisch!

So, dann wissen wir das auch – mal sehen – wann wir dieses Wissen mal gebrauchen können :-).

Midnight Breed-Serie

Kommen wir nun zu der Vampire-Fantasy-Serie von Lara Adrian – Midnight Breed. Diese ist etwas düsterer und blutiger und es herrscht ständig Krieg zwischen den Ordenskriegern aus Boston, die ihre Blutgier im Griff haben und den Rogues, die zu blutrünstigen Raubtieren geworden sind und denen es einzig auf die Befriedigung ihrer Sucht ankommt. Vielleicht sind es nur die coolen amerikanischen Namen der Personen, die die Helden dieser Serie als noch viel stärker, größer und unglaublicher erscheinen lassen. Da haben wir die Vampirkrieger Lucan, Chase, Tegan, Kade und Brock, die sich zu sterblichen Frauen hingezogen fühlen. Stellt euch die Namen jetzt mal ausgesprochen vor – das klingt doch schon männlich, oder?

Alle Frauen, die den Vampiren begegnen, haben eins gemeinsam, sie tragen ein kleines rotes Muttermal irgendwo am Körper. Dieses Muttermahl ist eine winzige liegende Mondsichel, in die ein Tropfen wie eine Träne fällt. Das Muttermahl zeichnet die Frauen als Stammesgefährtinnen aus, was soviel heißt wie – sie können mit einem Vampir zusammen sein, ohne dass Sie selbst Vampire werden. Dafür braucht es natürlich den Blutaustausch. Es geht heiß her bei diesen Geschichten und es wird absolut kein Blatt vor den Mund genommen. Die detaillierten erotischen Darstellungen sind auch der Grund, warum wir diese Serie mit „Ab 18“ kennzeichnen – echt Porno kann ich dazu nur sagen! Diese Serie wird mal nicht von einer Frau, sondern von „The Voice“ Simon Jäger gesprochen und ich muss sagen, ich finde bei diesem Genre eine männliche Stimme besser - aber das ist nur meine Meinung. Wie seht ihr das? Ich freue mich über Kommentare!

Dann haben wir noch Gestaltwandler und Schattenwandler, also Menschen, die sich in andere Wesen verwandeln können, wie z.B. Werwölfe, Leoparden, Jaguar und natürlich Vampire. Also ich persönlich habe gemerkt, dass ich mich in die Vampirstories reinfinden konnte, aber z.B. die Serie von Nalini Singh hat mich nicht so richtig in den Bann gezogen. In der Serie Gestaltwandler haben wir die telepathisch begabte Mediale Sascha Duncan, die jede Form von Leidenschaft unterdrückt. Nach außen hin ist sie die kühle, beherrschte Psy, doch in ihrem Inneren tobt ein Sturm der Sinnlichkeit. Ihr Mister Big ist der raubtierhafte Gestaltwandler Lucas Hunter, der Anführer der DarkRiver-Leoparden, der den Mord an einer Leopardenfrau rächen soll.

Fazit des Selbstversuchs

Vielleicht habe ich auch einfach nicht genug Fantasie, um mich in diese Geschichten hineinzuversetzen? Ich weiß es nicht. Aber schließlich ist das hier ja ein Selbstversuch und ich möchte meine ehrliche Meinung mit euch teilen. Jetzt aber zu meinem Fazit: Ich fand die Midnight Breed-Serie von Lara Adrian am mitreißendsten, weil sie tatsächlich mehr meiner Vorstellung von einer Vampir-Story entspricht. Ich habe sogar schon den 2. Teil heruntergeladen! Was ich mag sind die sehr spannend erzählten Episoden, in denen es durchaus oft ziemlich düster zugeht. Auch die Liebesgeschichte von Gabrielle und Lucan ist sehr emotional geschrieben. Die Annäherungen finden langsam statt und wirken deshalb nicht so weit her geholt wie in anderen Serien. Meinen Held habe ich nun also gefunden…Lucan rette mich!

Welche Vampir-Serie hört ihr am liebsten? Ich bin sehr auf eure Meinungen gespannt!