Diese Frauen haben die (Literatur-) Welt verändert

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08.03.19

Es gibt viele Frauen, die die Welt verändert haben: Marie Curie, Rosa Parks oder Coco Chanel. Zum Weltfrauentag blicken wir auf die Frauen, die die Literaturgeschichte verändert haben.

Sigrid Undset, Pearl S. Buck und Grazia Deledda – noch nie von diesen Frauen gehört? Solltet ihr aber! Sie alle haben eine Sache gemeinsam: Sie sind ausgezeichnet. Sie gehören zu den insgesamt nur 14 Frauen, die den Literaturnobelpreis erhalten haben. (Zum Vergleich: Bei den Männern waren es 99, denen diese Ehre zu Teil wurde.)

Diese Nobelpreisträgerinnen sorgten für Aufsehen

Unter diesen Schriftstellerinnen befinden sich Frauen mit unterschiedlichen Biografien, poetische wie politische Wortfinderinnen, mutige und unbequeme Frauen und Autorinnen mit Blick in die Zukunft.

Darunter ist zum Beispiel die Schwedin Selma Lagerlöf, die sich vor allem mit Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden einen Namen gemacht hat. Ihr Thema war die Heimat – in ihrem Fall die schwedische Provinz Värmland. Ihre Motivation war es unter anderem, die Lebensweise im Schweden des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts durch ihre Texte für spätere Generationen zu bewahren. Lagerlöf erhielt 1909 als erste Frau den Literaturnobelpreis - Nils Holgerssohn begleitet seit seinem Erscheinen Generationen von Heranwachsenden in Buch-, Hörbuch- und Zeichentrickform.

Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden

Autor:
Selma Lagerlöf
Sprecher:
Robert Seethaler
Spieldauer:
20:51 Std.

Die US-Amerikanerin Toni Morrison war die erste afroamerikanische Literaturnobelpreisträgerin, als sie 1983 von der Schwedischen Akademie für ihr literarisches Werk ausgezeichnet wurde. Im US-Bundesstaat Ohio geboren, war ein Vorbild der jungen Toni Morrison übrigens die englische Schriftstellerin Jane Austen. Es sind aber natürlich nicht landadelige Frauen, von denen Morrisons Erzählungen handeln. Ihr vielleicht berühmtestes Werk „Menschenkind“ erschien 1987. Für das Buch gewann die US-Amerikanerin den berühmten Pulitzer Preis.

Beloved

Autor:
Toni Morrison
Sprecher:
Toni Morrison
Spieldauer:
12:03 Std.

Eine Unbequeme, eine Unbeugsame wurde 2009 ausgezeichnet: die Deutsch-Rumänin Herta Müller, die ihre Biografie als in Rumänien geborene und aufgewachsene Banater Schwäbin, die 1987 nach Deutschland ausreiste, in poetischer Sprache verarbeitet. Zum Beispiel in „Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt", dem ersten Roman, der ein Jahr vor ihrer Ausreise entstand. Unabhängig davon, ob man mit ihr übereinstimmt oder nicht, Müllers großer Verdienst ist, dass sie stets mutig an der Durchdringung der Wirklichkeit arbeitet. Oder, wie sie es formulierte: Literatur kann - „und sei es im Nachhinein – durch Sprache eine Wahrheit erfinden, die zeigt, was in und um uns herum passiert“

Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt

Autor:
Herta Müller
Sprecher:
Matthias Brandt
Spieldauer:
3:03 Std.

Es lohnt sich, am Weltfrauentag, einmal in die Werke dieser famosen Frauen hineinzuhören - oder vielleicht probiert ihr es mal mit Hörbüchern der anderen Literaturnobelpreisträgerinnen?

Die 14 Literaturnobelpreisträgerinnen in der Übersicht:

Selma Lagerlöf (1909), Grazia Deledda (1926), Sigrid Undset (1928), Pearl S. Buck (1938), Gabriela Mistral (1945), Nelly Sachs (1966), Nadine Gordimer (1991), Toni Morrison (1993), Wisława Szymborska (1996), Elfriede Jelinek (2004), Doris Lessing (2007), Herta Müller (2009), Alice Munro (2013), Swetlana Alexijewitsch (2015)


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