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Google Reader-Alternativen (3): Fever - das unabhängige Themen-Thermometer

26.06.2013

fever

In wenigen Tagen ist es soweit: der Google Reader wird für immer vom Netz gehen und eine ganze Reiher enttäuschter Nutzer zurücklassen. Wir haben uns für euch auf die Suche nach passenden Alternativen gemacht und in den vergangenen zwei Wochen bereits die Feedly und Feedbin vorgestellt. Das unabhängige Themen-Thermometer Fever unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von anderen RSS-Clients. Wie und warum erfahrt ihr jetzt.

Fever - der Unabhängige

Der RSS-Dienst Feedly ist grafisch hübsch aufbereitet und kostenlos. Feedbin kostet pro Monat 2 US-Dollar, punktet aber durch ein plattformunabhängiges Web-Interface und die Vielfalt verfügbarer RSS-Clients. Fever hingegen geht schon seit einigen Jahren einen anderen Weg, der bei zahlreichen Nutzern auf Anklang stößt:

Your current feed reader is full of unread items. You’re hesitant to subscribe to any more feeds because you can’t keep up with your existing subs. Maybe you’ve even abandoned feeds altogether.

Fever takes the temperature of your slice of the web and shows you what’s hot.

Nun werden sich einige fragen, warum in der Überschrift von “der Unabhängige” die Rede ist. Gemeint ist damit, dass Fever im Gegensatz zu Feedly und Feedbin kein “hosted service” ist, sondern man Fever selbst hosten muss. Soll heißen: man benötigt einen eigenen Server / Webspace auf dem man Fever installieren kann. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Deutsche Hoster offerieren Webspace bereits für ein paar Euro pro Monat und die Installtion von Fever ist kinderleicht.

Der Vorteil dieser Lösung liegt auf der Hand: für eine einmalige Gebühr von 30 US-Dollar (22,60 €) bekommt man Fever, kann die Software installieren und lebenslang nutzen. Feedly und Feedbin dagegen können theoretisch - ganz wie der Google Reader - schon morgen eingestellt werden.

Fever-Sharing

Das Themen-Thermometer

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von Fever ist das Themen-Thermometer. Wer viele Feeds im Reader hat, kommt mit dem Lesen oft nicht hinterher. Dieses Problem löst Fever ganz elegant durch die “Hot-List”:

To make the most of the Hot list, Fever asks you to make a simple distinction between essential and supplemental feeds. Essential, must-read feeds are Kindling. Supplemental, low signal-to-noise feeds are Sparks. Sparks ignite Kindling raising the temperature of items and links that should not be missed.
Kurz gesagt: Fever misst, wie oft ein Artikel zitiert, kommentiert und verlinkt wird und erstellt eine Art Rangliste. So verpasst man keine wichtige Meldung. Wer alle Feeds gleich gewichten möchte, kann Fever natürlich auch ohne die Hot-List als ganz normalen RRS-Reader nutzen.

Im nachfolgenden Video erklärt der Entwickler von Fever alle wichtigen Funktionen und gibt einen Einblick in die Funktionsweise des Dienstes:

Für fortgeschrittene Nutzer

Der RSS-Dienst Fever ist für all diejenigen interessant, die von den großen Anbietern unabhängig sein möchten und denen der Funktionsweise herkömmlicher RSS-Reader nicht ausreicht. Das Themen-Thermometer spielt seine Stärken vor allem dann aus, wenn ein Nutzer viele RSS-Feeds abonniert hat und den Überblick nicht verlieren möchte.

Ein plattformunabhängiges Web-Interface sowie die Unterstützung von Drittanbieter-RSS-Clients runden den Funktionsumfang von Fever ab und machen diesen gerade für fortgeschrittene Nutzer interessant. Einsteiger sollten dann aber doch lieber zu Feedly greifen.

Screenshots: sbrinkmann.de

Unser Gastautor Frank Feil ist als freischaffender Blogger und Community Manager tätig. Er schreibt unter anderem für den Web- und Gadgetsblog stereopoly.de. Seinen privaten Blog findet ihr unter www.frank-feil.de.