Audible

Horror im Doppelpack – Stephen King und Dan Simmons

Von: Gast
23.08.2013

SchreiShout ©BortN66 - Fotolia.com
Wie genau die Gesetze der Popularität von Büchern funktionieren – ob es etwas mit der Qualität zu tun hat, ob sie gerade den Nerv der Zeit treffen oder ob es einfach nur am guten Marketing liegt – lässt sich schwer ermessen. Ganz einfach ist hingegen zu bestimmen, dass es in jedem Genre einige wenige Autoren gibt, die herausragen, das Genre in Gang halten, es neu beleben oder mitunter sogar auf ein neues Level heben. Im Bereich Horror sorgen unzweifelhaft Stephen King und das Multitalent Dan Simmons seit vielen Jahren für immer neuen Schrecken.
Abonniert unseren RSS-Feed
Stephen King Über den Megabestsellerautor Stephen King lässt sich gar nicht mehr viel neues sagen. Seine zahlreichen Erzählungen und Romane decken nicht nur jedes Horrorthema ab, sondern erfinden einige sogar neu. Den Anfang dieser einzigartigen Karriere macht dabei Carrie (1974), der Roman über ein telekinetisch begabtes Mädchen, das von seiner fanatisch religiösen Mutter bedrängt und von seinen Mitschülern böse hereingelegt wird – mit blutigen Folgen. In diesem Jahr kommt die Neuverfilmung mit Chloë Grace Moretz (Kick-Ass, Hugo Cabret) in der Titelrolle in die Kinos.

ES

Es Wenn man das, was das Schreiben Stephen Kings ausmacht, mit nur einem Buch darlegen sollte – quasi Kings Quintessenz – wäre die beste Wahl wahrscheinlich der voluminöse Roman Es (1986). In einer einzigartigen Atmosphäre – geformt aus Nostalgie, Freundschaftssinn und familiärem wie kosmischem Schrecken – spannt King den Bogen von den 1950er Jahren der amerikanischen Kleinstadt Derry bis zur Gegenwart. Denn 27 Jahre nachdem eine Gruppe elfjähriger Außenseiter gegen ein kindermordendes geheimnisvolles Wesen gekämpft hat, scheint dieses „Es“ wieder da zu sein – und die nun erwachsenen Freunde müssen deshalb wieder zusammenfinden.

Christine

Christine Ein weiterer Klassiker Kings – von John Carpenter (Halloween) verfilmt – ist der Roman Christine (1983). Wieder verbinden sich Nostalgie und Jugendfreundschaft mit blutigem Schrecken und einer wirklich originellen Geistergeschichte. Denn Arnie Cunningham, der 17-jährige intelligente, aber unsportliche Außenseiter der High School, verliebt sich plötzlich in Christine – ein Auto, genauer ein rotweiß lackierter Plymouth Fury, Baujahr 1958. Erzählt aus der Sicht seines einzigen Freundes Dennis Guilder, ist Arnie nicht nur geradezu besessen von diesem Auto, sondern beginnt sich nach und nach auch zu verändern – und einem längst Verstorbenen immer ähnlicher zu werden!

Dan Simmons Dan Simmons ist ein literarischer Tausendsassa. Im Handstreich hat er mit seiner Hyperion-Endymion-Tetralogie (1989-1997) und dem Ilium-Olympos-Zweiteiler (2003-05) nicht nur die Science Fiction revolutioniert, sondern er schreibt auch Krimis, Thriller und – so könnte man sagen – Literatur! Sein Hauptbetätigungsfeld ist von Beginn an allerdings der Horror: Nicht nur sind seine SF-Geschichten stark mit Horrorelementen durchsetzt, sondern er hat auch Horrorromane über transsylvanische Vampire (Kinder der Nacht), telepathisch begabte Unsterbliche (Kraft des Bösen) und einen mitreißenden Zweiteiler über den Kampf einer Kindergruppe gegen ein „Es“-ähnliches Monster (Sommer der Nacht + Im Auge des Winters) geschrieben.

Göttin des Todes

Göttin des Todes Schon sein Debütroman Göttin des Todes (Song of Kali) (1985) ist eine reinrassige und nachhaltig beklemmende Horrorgeschichte. Scheint es zunächst um das verschollene Manuskript eines indischen Lyrikers zu gehen, das Robert Luczak nach Kalkutta führt, kommt schnell der Todeskult der Göttin Kali mit ins Spiel. So wird auch Luczaks Familie zur Zielscheibe der Bedrohung – und dieser erlebt in Indien bedrohliche, widerliche und surreale Szenen, die alle mit der Beschwörung der Göttin Kali zu tun haben. Wer die Hitze, den Gestank und das wahrhaft Böse, das in Kalkutta haust, erleben möchte, sollte sich diesen Roman anhören.

Terror

Terror In England laufen am 19. Mai 1845 zwei Schiffe aus – die „Erebus“ und die „Terror“. Aus der Katastrophe der bekannten Franklin-Expedition, die Richtung Arktis fährt, um die sogenannte „Nordwestpassage“ zu finden, erschafft Simmons in dem Roman Terror (2007) ein klirrend eisiges Horror-Meisterwerk. Es sind zwar vor allem die Kälte und der Hunger, die den 130 Mann des Expeditionsteams, die im Packeis gefangen sind, zu schaffen machen. Dann bekommen die Männer aber auch noch hautnah mit, dass sie im ewigen Eis nicht allein sind, sondern dass dort Wesen lauern, die ganz und gar nicht menschlich sind…

Aus dem Werk von King und Simmons sind das nur Tipps: Von beiden Autoren gibt es – glücklicherweise – noch viel mehr zu lesen und zu hören! Die Hörfassungen der beiden Horror-Autoren wurden zudem von unseren beliebtesten Hörbuch-Sprechern David Nathan und Detlef Bierstedt eingelesen.

Dieser Beitrag kommt von unserem Gastautor Dr. Arno Meteling – Literatur- und Medienwissenschaftler in Köln. 

Welcher Autor bringt euch mehr zum Gruseln - Stephen King oder Dan Simmons? Welcher Titel hat bei euch besonders für Gänsehaut gesorgt?

Keinen Artikel verpassen? Dann abonniere jetzt den RSS Feed des Hörbücher-Blogs!