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Im Studio mit Steffen Groth: Aufnahmen - Todesdeal

01.10.2015

Geben wir es zu: Die meisten von uns wollen nicht mehr ohne ihr Mobiltelefon leben. Wir benutzen die kleinen Alleskönner nicht nur zum Telefonieren und SMS schreiben, sondern auch zum Zeitung lesen, Fernsehen gucken, im Internet surfen und zum Musik und Hörbuch hören. Über das, was sich hinter dem Display befindet, denken wir eher selten nach. „In jedem Handy steckt ein bisschen Kongo“, sagt Thriller-Autor Veit Etzold im Youtube-Video zu seinem neuen Buch Todesdeal.

Wenn man Geschäfte macht, können zwei Sachen passieren: Man kann entweder gut essen oder gut schlafen.

Veit Etzold - Todesdeal

In Todesdeal geht es um Rohstoffe, die jeder von uns täglich nutzt, nämlich im Mobiltelefon oder im Computer. Dass diese zum größten Teil „mit Blut bezahlt“ werden, ist Thema in Veit Etzolds neustem Polit-Thriller. Da entscheiden sich die Protagonisten nämlich für das gute Essen. Sprecher Steffen Groth würde sich für den Schlaf entscheiden.

Vom Schauspieler zum Sprecher

Steffen Groth hat ein Schauspielstudium absolviert, am Theater gespielt und viele verschiedene TV-Rollen übernommen: Tatort, Polizeiruf, SOKO, Inga Lindström, Weissensee, Dr.s Diary – in der deutschen Fernsehlandschaft kennt Steffen sich aus. Das Publikum kennt Steffen Groth auch von der Kinoleinwand, z.B. aus dem Film Alles auf Zucker. Gerade war er in der Hauptrolle des Kinofilms Marry me zusehen und er steht derzeit für Dani Levys neusten Kinofilm vor der Kamera, auch wieder in der Hauptrolle. 2012 las er dann für Audible zum ersten Mal ein Hörbuch ein.
Ich hatte da schon immer Lust dazu, wusste aber nicht genau, wie ich damit anfangen kann.  Dann hat sich über eine Kollegin der Kontakt ergeben. Blackout von Marc Elsberg war das erste Hörbuch, das ich eingelesen habe und das war direkt wochenlang auf Platz 1 bei Audible und ein super Türöffner für mich.

In kurzer Hose und Flip Flops

Steffen ist eine Leseratte. „Ich lese meistens 3-5 Bücher parallel und habe immer einen Stapel Bücher auf dem Nachttisch. Da ist auch viel Fachliteratur dabei.“

Bei Hörbüchern sucht Steffen gerne nach Stimmen aus, die ihm gefallen und helfen können, sich selbst noch zu verbessern. „Ich bin ein großer Fan von Christian Brückner. Das ist für mich einfach der coolste Typ, der rumläuft. Und Stefan Kaminski, der ist eigentlich mein ultimativer Held. Und natürlich so Leute wie Andreas Fröhlich und David Nathan, die finde ich auch großartig.“

Auch die Arbeit im Tonstudio macht Steffen sehr viel Spaß. Das erkennt man nicht zuletzt an der Anzahl der Hörbücher, an dessen Produktion er in den letzten drei Jahren mitgewirkt hat. Im Vergleich zum Film gefällt Steffen, dass es sich um eine entspannte Arbeit handelt. „Beim Film hast du da ja immer gleich eine ganze Armee Mitarbeiter. Das sind dann 50 Leute und alles muss auf die Minute genau passen, weil da ja unfassbar viel Geld drin steckt. Hier sind wir zu zweit oder manchmal zu dritt und das ist wesentlich entspannter. Und es ist egal wie ich aussehe. Ich kann hier in kurzer Hose und Flip-Flops ankommen und im Unterhemd lesen.“

Dirigent, Meeresbiologe und Action

Steffen Groths Traumrolle wäre übrigens ein Dirigent. „Ich bin mit klassischer Musik aufgewachsen und mein Vater ist klassischer Musiker.“ Ein Meeresbiologe, der viel tauchen muss, wäre auf Platz 2. „Und ansonsten würde ich auch gerne mal durch Fensterscheiben fliegen und etwas mit richtig viel Action drehen. Am Liebsten mache ich aber Projekte, die ich als sinnvoll erachte, weil sie dem Menschen was mitteilen. Dafür ist eigentlich alle Kunst da.“

Zwischen Unterhaltung und Kritik

Etwas mitzuteilen hat Todesdeal auch. Veit Etzold unterhält nicht nur, sondern informiert auch über die Zustände im Kongo. „Ein Land zu reich für den Frieden“ heißt es. Für Steffen Groth ist heute der vorletzte Aufnahmetag, er hat das Buch zur Vorbereitung schon zu Ende gelesen und beschreibt die Handlung wie folgt:
Es geht um die Verflechtung von unterschiedlichen Personen, die sich alle in Afrika treffen, wo China, Russland und Deutschland dreckige Geschäfte machen, was den Handeln mit sogenannten besonderen Erden geht. Unter anderem geht es um das Coltan, was in Handys drin ist und worauf der Westen scharf ist. Und es wird beschrieben unter welchen krassen Umständen das abgebaut wird. Das macht noch einmal mehr deutlich, wie sehr wir bereit sind für den Erhalt unseres westlichen Standards Dinge in Kauf zu nehmen, die auf anderen Seiten der Erde geschehen.
Todesdeal ist also nicht nur Fiktion. Es geht um Dinge und Geschäfte, die tatsächlich gerade auf dieser Welt stattfinden. Die Geschichte hat aber auch einen Unterhaltungsfaktor, sagt Steffen Groth. „Wie das bei Thrillern eben so ist, werden Leute umgebracht und gejagt. Wir sind in China, in Russland, in Afrika und auch in Berlin. Da ist schon einiges los, aber es ist auch ein kritisches Buch und diese Kombi finde ich super.“

Anhören kann man Todesdeal ab dem 1. Oktober 2015 bei Audible.