Inga Humpe über Musik und andere Sounds

Inga Humpe
06.12.19

Inga Humpe gehört zu Recht zu den bekanntesten deutschen Musikerinnen. Jetzt hat sie ihr erstes Buch herausgebracht. Und wir haben mit ihr dazu gesprochen.

Inga Humpe - Frontfrau der Band 2raumwohnung, eine der erfolgreichsten deutschen Musikerinnen. Hier erzählt sie über den Inhalt ihres neuen Buches "Wir trafen uns in einem Garten" und warum sie jetzt auch Podcasts hört.

Vorab hast du ein Buch herausgebracht. Was lesen wir da?

Ich habe darin eine Kurzgeschichte über meiner Kindheit im Ruhrgebiet geschrieben, sämtliche 2raumwohnung Texte sind zu lesen sowie ein literarisches Portrait von mir von Helene Hegemann, plus eine Laudatio zum Fred-Jay-Preis von Benjamin von Stuckrad-Barre. Und ein paar ziemlich lustige Fotos…

Was ist denn für dich ein guter Text? Was macht den aus?

Ein guter Text sollte eine Überraschung haben und einfach sein, ohne platt zu sein. Die Bilder sollten auf neue Art nebeneinander stehen, wenn man zum Beispiel „Liebe“ singt braucht es für meinen Geschmack auch einen Gegensatz/ Bruch, wie zum Beispeil „Pommes oder LSD“, sonst wird es leicht käsig im Songtext.

Gilt das nur für Lyrics oder auch für literarische Werke?

Literarische Werke haben meistens schon diese verschiedenen Ebenen und Behauptungen, die einen erstaunen und überraschen. Ich lese gerade Olga Torkarczuk und bin begeistert von ihrer etwas spröden, sehr individuellen, ehrlichen Art zu schreiben. Sie hat mich sehr überrascht, sie fordert Offenheit.

Hörst du auch Audiocontent, sprich Hörbücher oder –spiele oder Podcasts?

Ich höre immer noch mehr Musik als Hörbücher, habe aber im Auto eine Ulysses Ausgabe von James Joyce als Hörbuch, die ich toll finde und gern auf längeren Autofahrten höre. Mit Podcasts fange ich gerade an, weil ich seit circa einem Jahr selbst vermehrt bei einigen mitgewirkt habe.

Du als Musiker, achtest du dann besonders auf den Sound – oder doch eher auf die Geschichte?

Das kann ich wahrscheinlich nicht trennen, schlechter Sound stört mich sofort.

Foto: © Julija Goyd

Hörbuchtipps von Inga Humpe

Der Gesang der Fledermäuse

Autor:
Olga Tokarczuk
Sprecher:
Angelika Thomas
Spieldauer:
8:41
Typ:
Ungekürztes Hörbuch

Im Sommer tummeln sich wohlhabende Städter auf dem Hochplateau an der polnisch-tschechischen Grenze. Im Winter hütet die ehemalige Englischlehrerin Janina Duszejko deren Häuser und widmet sich der Astrologie und der Lyrik von William Blake. Man hält die ältere Dame für verschroben, wenn nicht gar für verrückt, auch weil sie die Gesellschaft von Tieren der von Menschen vorzieht. Dann gibt es einen Toten. Und es bleibt nicht bei einer Leiche .Janina ermittelt auf eigene Faust und scheint der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein. Olga Tokarczuks Kriminalroman verbindet skurrilen Witz mit Zivilisationskritik.

Ulysses

Autor:
James Joyce
Sprecher:
Corinna Harfouch, Dietmar Bär, Manfred Zapatka
Spieldauer:
21:33
Typ:
Ungekürztes Hörspiel

"Eine spaßhaft-geschwätzige, allumfassende Chronik mit vielfältigstem Material" so charakterisierte ihn James Joyce. Als "obszön, unzüchtig, lasziv, nichtswürdig, anstößig und widerlich" verdammte ihn die New Yorker Gesellschaft zur Unterdrückung des Lasters 1920. Heute sind sich alle einig: Der Ulysses ist ein Klassiker, hochgelobt, sagenumwoben, akribisch dechiffriert - und ungelesen.

Der 16. Juni 1904, der Tag an dem der Annoncenverkäufer Leopold Bloom seine Odyssee durch Redaktion, Friedhof, Pub, Bordell und viele weitere denkwürdige Orte Dublins antritt, ist der berühmteste Tag der Literaturgeschichte. Bearbeiter und Regisseur Klaus Buhlert verwandelt den unerhörtesten Text der literarischen Moderne in ein Hörereignis, das Rhythmus, Musik, Vielschichtigkeit und Humor von James Joyces Meisterwerk nun für viele erstmals hör- und verstehbar macht.


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