Biografien von starken Frauen: 7 inspirierende Geschichten

Biografien von starken Frauen: 7 inspirierende Geschichten
01.08.18

Wir stellen euch die beeindruckenden Biografien als Hörbuch vor: Sieben Lebensgeschichten, die inspirieren, bewegen und Mut machen. Jetzt entdecken!

Sie sind kämpferisch und voller Selbstzweifel, unglaublich tapfer und dabei ganz nahbar: Wir stellen euch sieben starke Frauen vor, die Millionen Menschen auf der Welt tief beeindruckt haben. Ihre Biografien werden euch zum Lachen, Staunen und Weinen bringen. Aber hört selbst!

Tolle Frauen am Start: Sportlerinnen mit Botschaft

Butterfly: Das Mädchen, das ein Flüchtlingsboot rettete und Olympia-Schwimmerin wurde

Autor:
Yusra Mardini
Sprecher:
Yara Blümel
Spieldauer:
11:29 Std.

Eine solche Geschichte kann sich nur das Leben selbst ausdenken: Ein Schlauchboot mit zwanzig syrischen Flüchtlingen an Bord droht vor der griechischen Insel Lesbos zu kentern. Der Außenbordmotor versagt, Wasser läuft in das überfüllte Boot. Kurzerhand springen die Schwestern Yusra und Sara, beide Leistungsschwimmerinnen, über Bord. Mit Hilfe zweier weiterer Flüchtlinge ziehen sie das Boot ans rettende Ufer – mehrere Stunden lang.

Yusra Mardini Butterfly Hörbuch Flüchtlingsboot Schwimmerin Olympia

Die Schwestern erreichen über die Balkanroute Berlin, wo Yusra ihr Training wieder aufnimmt. Schon ein Jahr später erfüllt sich der große Traum der Sportlerin: Als Teilnehmerin des Flüchtlingsteams reist sie nach Rio zu den Olympischen Spielen. Doch dabei bleibt es nicht. Yusra, gerade mal volljährig, wird vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen zur derzeit jüngsten Sonderbotschafterin ernannt. Sie fliegt um die Welt und öffnet Menschen die Augen dafür, wie es sich anfühlt, wenn man seine Heimat und fast sein Leben verliert. Und sie macht anderen Menschen Mut, die ähnliches durchgemacht haben, wie sie selbst. Wie stark diese junge Frau ist, davon könnt ihr euch in ihrer aufrüttelnden Biografie „Butterfly. Das Mädchen, das ein Flüchtlingsboot rettete und Olympia-Schwimmerin wurde“ überzeugen. Ihre Botschaft: Glaub an dich und deinen Traum!

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Mutige Aussteigerinnen auf dem Weg zu sich selbst

Laufen. Essen. Schlafen.: Eine Frau, drei Trails und 12700 Kilometer Wildnis

Autor:
Christine Thürmer
Sprecher:
Barbara Stoll
Spieldauer:
8:23 Std.

Christine Thürmer hat einen toughen Job als Unternehmenssaniererin, einen Dienstwagen und fünf Kilo Übergewicht. Alles läuft nach Plan. Bis ihr Arbeitgeber sie feuert. Sie fällt in ein tiefes Loch. Noch voller Selbstzweifel beschließt sie, sich eine fünfmonatige Auszeit zu nehmen und den Pacific Crest Trail zu wandern: 4.277 Kilometer an der Westküste der USA entlang, von der mexikanischen bis zur kanadischen Grenze. Ganz allein. Sie schafft es – und krempelt ihr Leben komplett um. Aus der Managerin wird eine „Thru-Hikerin“, eine Langstreckenwanderin, die von nun an unter freiem Himmel lebt – mit nicht mehr Besitz, als in einen kleinen Tagesrucksack passt.

Von diesem Abenteuer erzählt die Christine Thürmer in „Laufen. Essen. Schlafen.“ – und zwar wunderbar kurzweilig, ehrlich und frei von Eitelkeiten. Die Aussteigerin nimmt euch mit auf drei Langstrecken-Trails quer durch die USA. Sie schildert ihre Begegnungen mit Menschen, Bären und Klapperschlangen – vor allem aber ihre eigenen Gedanken und Gefühle. Wie zum Beispiel das rauschhafte Glück, das eine Dusche nach einer Woche Fußmarsch durch Staub und Hitze auslöst. Diese Hörbuch-Biografie handelt vom Aussteigen und Durchhalten, vom Unterwegssein und Bei-sich-ankommen. Aber Achtung: Christine Thürmers radikale Wanderlust steckt an!

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Unorthodox

Autor:
Deborah Feldman
Sprecher:
Anita Hopt
Spieldauer:
11:51 Std.

Wie Christine Thürmer ist auch Deborah Feldmann ausgestiegen – allerdings nicht aus der Tretmühle von Job und Konsum. Sie hat die Glaubensgemeinschaft der ultra-orthodoxen Satmarer Chassiden verlassen. Wie es dazu kam, das schildert sie in ihrer Autobiografie „Unorthodox“ mit feiner Lakonie und ohne anzuprangern. Deborah wächst bei ihren Großeltern in Williamsburg auf, einem Stadtteil von Brooklyn, New York. Hier lebt eine Viertelmillion strenggläubiger Juden wie in einer Parallelwelt – mitten in den USA. „Land of the free“? Davon bekommt das Mädchen nicht viel mit. Die Satmarer glauben nämlich, dass der Holocaust Gottes Strafe für mangelnden Frömmigkeit war. Um einen zweiten Völkermord zu verhindern, unterwerfen sie sich strengsten Regeln. Internet, Fernsehen, weltliche Bücher – verboten. Modische Kleidung, Schmuck oder Make-up – tabu. Außereheliche Beziehungen, Homosexualität, Liebesheirat? Träum weiter.

Deborah ist ein aufgewecktes Mädchen mit einem gesunden Widerspruchsgeist. Sie leidet unter der altmodischen Kleidung, den strengen Verhaltensregeln und der autoritären Schule. Heimlich leiht sie sich verbotene Bücher aus der öffentlichen Bibliothek. Und sie wagt zaghaften Protest gegen das enge Regelkorsett: So geht sie eines Tages ohne Bluse unter dem Pulli in die Schule. Prompt schimpft die Schulleiterin sie aus: „Ich verstehe nicht, wieso du nicht wie alle anderen Schülerinnen sein kannst?“

Mit 17 Jahren wird die junge Frau mit einem praktisch Unbekannten verheiratet. Der Sex mit ihrem Mann ist eine Qual: Deborah leidet unter einer Verkrampfung der Scheidenmuskulatur. Unter ultra-orthodoxen Frauen ist diese Störung verbreitet. Ihre Ursache: Angst. Trotzdem wird sie schließlich schwanger und gebiert mit 19 einen Sohn. Doch das beengte Leben als Ehefrau und Mutter frustriert die junge Frau. Sie beginnt heimlich, Literatur zu studieren – und bloggt anonym über ihr Leben, die Unterdrückung chassidischer Frauen und ihre eigenen sexuellen Probleme. Ein Autounfall rüttelt sie wach: Sie muss raus aus dem Käfig, der ihr Leben ist. Sie flieht mit ihrem kleinen Sohn in eine unbekannte Welt: nach Berlin. Bestimmt, unaufgeregt und reflektiert – so klingt diese junge literarische Stimme, von der wir ganz bestimmt noch viel hören werden.

Starke Frauen: Aktivistinnen, die gegen Unterdrückung kämpfen

Ich bin Malala: Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft

Autor:
Malala Yousafzai, Christina Lamb
Sprecher:
Eva Gosciejewicz
Spieldauer:
11:14 Std.

Auch von Malala habt ihr sicher schon gehört: Vor vier Jahren bekam die damals erst 17-jährige den Friedensnobelpreis verliehen. Zuvor hatte sie eine berührende Rede vor den Vereinten Nationen gehalten. Das Video davon ging um die ganze Welt. „Ich bin Malala“ – so schlicht und selbstbewusst hat die junge Paschtunin ihre Autobiografie genannt. Darin erzählt sie zunächst von ihrem Leben in einem idyllischen Tal in Pakistan. Doch bald wird ihr Alltag vom Terror der Taliban überschattet.

Die Islamisten haben sie im Visier, denn Malala bloggt für die BBC, seit sie elf Jahre alt ist. Und sie setzt sich dafür ein, dass Mädchen zur Schule gehen dürfen. Immer mehr Menschen in aller Welt werden auf die mutige Schülerin aufmerksam – das missfällt den Islamisten. „Keine Sorge“ sagt Malala zu ihrer Freundin Moniba. „Die Taliban haben noch nie ein kleines Mädchen geholt“. Ein Irrtum. Auf dem Weg zur Schule halten die Terroristen ihren Bus an. Ein bärtiger junger Mann feuert drei Schüsse auf das Kind. Eine Kugel durschlägt ihre Augenhöhle, zertrümmert Kiefer und Schulter. Doch Malala überlebt – und ihr Kampfgeist erwacht nun erst recht.

Statt ihr Schicksal zu beklagen, erzählt Malala in ihrem Buch von der geliebten Heimat, von Verwandten und Freunden und vom Leben unter der den Taliban. Das tut sie mit einfachen, eindrücklichen und gewichtigen Worten. Mit dem Hörbuch taucht ihr tief in die Lebenswelt dieser beeindruckenden jungen Frau ab. Nach dem Mordattentat baut sich die Familie in Birmingham ein neues Leben auf. Malala wird berühmt, reist als Aktivistin für Kinderrechte um die Welt, trifft Barack Obama – und bleibt dabei so bescheiden, natürlich und geradlinig, dass ihr sie sicher ins Herz schließen werdet. Malala möchte eines Tages in ihr Land zurückkehren und Politikerin werden – mit ihrer Entschlossenheit und ihrem unverwüstlichen Optimismus ist sie auf dem besten Wege. Wir wünschen ihr dabei jedenfalls alles Glück der Welt.

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Hexenkind: Die Geschichte einer Frau, die als Hexe verfolgt wurde

Autor:
Joana Adesuwa Reiterer
Sprecher:
Franziska Singer
Spieldauer:
4:35 Std.

In Europa mag die Hexenverfolgung Vergangenheit sein. In Westafrika ist der Glaube an Zauberei ungebrochen. Wie sehr die beschuldigten „Hexen“ darunter leiden müssen – davon berichtet euch Joana Adesuwa Reiterer in „Hexenkind“. Adesuwa wächst in Nigeria auf. Ihr Vater macht die 16-Jährige für sein schlecht laufendes Geschäft verantwortlich: Sie habe ihn verhext. Er wirft das Mädchen und ihre Schwester aus dem Haus. Nach Jahren in Armut heiratet Adesuwa und lebt fortan in Österreich. Doch die Geschichte wiederholt sich: Auch ihr Ehemann Tony beschuldigt sie der Hexerei und verlangt von ihr, dass sie sich einem Voodoo-Ritual unterzieht. Wenig später entpuppt er sich als Menschenhändler.

Zeitsprung. 13 Jahre später reist die junge Frau in ihre Heimat Nigeria. Dabei sind ihr zweiter Ehemann und der gemeinsame kleine Sohn. Mit ihrer NGO „Exit“ kämpft Joana Adesuwa Reiterer mittlerweile gegen Zuhälter, die afrikanische Frauen zur Prostitution zwingen: Männer, wie ihren Ex Tony. Doch noch immer träumt sie davon, sich mit ihrem Vater zu versöhnen. Ob daraus etwas wird? Das wollen wir euch hier nicht verraten. Wichtig ist auch etwas ganz anderes: Jonana Adesuwa Reiterer entdeckt auf ihrer Reise, wie weit verbreitet der Hexen-Wahn in Nigeria tatsächlich ist: Tausende Kinder werden dort misshandelt, verstoßen und sogar ermordet. Ein hartes, erschütterndes Buch, das wir euch gerade darum ans Herz legen.

Mutig und menschlich: Junge Frauen, die den Nazis die Stirn boten

Tagebuch

Autor:
Anne Frank
Sprecher:
Fritzi Haberlandt
Spieldauer:
10:35 Std.

Das Tagebuch der Anne Frank? „Kenne ich aus der Schule“, denkt ihr jetzt vielleicht. Wirklich? Klar, ein paar Ausschnitte aus dem berühmtesten Tagebuch der Welt hat wohl jeder gelesen. Wir behaupten mal: Es waren nicht die interessantesten. Denn dieses Werk der Weltliteratur ist erst 2001 in einer ungekürzten und unzensierten Fassung erschienen.

Statt einer zur Ikone stilisierten Moralistin erlebt ihr Anne hier, wie sie war: Ein Backfisch voller Lebenslust und zugleich eine talentierte und genaue Chronistin der Horrorjahre 1942 bis 1944. Anne schildert ihrer imaginären Freundin „Kitty“ nicht nur die beklemmende Zeit im Hinterhaus-Versteck und die Schikanen, denen Juden ausgesetzt waren. Sie schimpft auch ungeniert über ihre Mutter und macht sich Gedanken über Liebe und Sexualität – eben wie ein ganz normaler Teenager. Wir finden: Das macht dieses einmalige Zeitdokument noch authentischer und berührender.

Die Schauspielerin Fritzi Haberland hat Anne für dieses Hörbuch ihre Stimme geliehen. Sie liest den persönlichen Text wunderbar einfühlsam und emotional. Ganz am Ende hört ihr noch ein Nachwort von Annes geliebtem Vater Otto Frank. Er berichtet, wie das Hinterhausversteck schließlich verraten und entdeckt wurde. Als einziger aus der Familie überlebte er die Deportation ins Konzentrationslager Bergen-Belsen. Seine Töchter starben hier im März 1945 an Typhus. Anne Franks Worte aber bleiben für immer lebendig.

Sophie Scholl und der Widerstand der Weißen Rose

Autor:
Barbara Leisner
Sprecher:
Katja Amberger, Christoph Jablonka
Spieldauer:
2:4 Std.

Wie Anne Frank wurde auch Sophie Scholl von den Nazis ermordet. Und mehr noch als Anne wurde diese tapfere junge Frau posthum zur Heldin und Heiligen stilisiert. In „Sophie Scholl und der Widerstand der Weißen Rose“ lernt ihr die Frau hinter dem Mythos kennen. Die Autorin Barbara Leisner schildert, wie aus einem naiven, kunstbegeisterten Mädchen eine überzeugte junge Widerstandskämpferin wird. Wenn ihr Bücher für junge Frauen oder Biografien von Aktivistinnen sucht, die noch lange nachwirken, gehört dieses Hörbuch ganz bestimmt auf eure Liste!

Im Jahr 1942 herrscht Krieg. Sophie, ihr Bruder Hans und ihre Freunde studieren in München. Täglich erleben sie, wie Juden, Kommunisten, Menschen mit Behinderungen und andere diskriminiert und deportiert werden. Sie wollen nicht mehr wegschauen und sagen dem Naziregime und seiner Menschenfeindlichkeit den Kampf an: Sie gründen die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Mit Flugblattaktionen treten Sophie, ihr Bruder Hans und ihre Freunde für Freiheit, Menschlichkeit und christliche Werte ein – im vollen Wissen, wie gefährlich das ist. Am Ende bezahlen sie diesen Mut mit ihrem Leben. Sophie ist gerade mal 21 Jahre alt, als sie auf dem Schafott stirbt. Woher nimmt eine so junge Frau so viel Kraft und Entschlossenheit? In einer Zeit, in der Millionen Menschen aus Angst schweigen? Hier erfahrt ihr es.

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7 starke Frauen, deren Lebensgeschichten euch umhauen

So unterschiedlich die sieben Frauen sind, deren Biografien wir euch hier ans Herz legen, haben sie doch eins gemeinsam: Sie machen uns Mut. Mut, das eigene Leben zu hinterfragen. Für seine Ideale einzustehen. Den eigenen Weg zu gehen, egal, wie groß die Widerstände und wie steinig die Hindernisse darauf sein mögen. Und damit sind sie Inspiration und Vorbild für Frauen (und Männer!) rund um den Globus.


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