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Auf einen Schnack mit Uschi Hugo

02.04.2015

Steckbrief-Uschi-Hugo

Am Berliner Lietzensee mit Uschi Hugo

Uschi, warum magst du den Lietzensee in Berlin ganz besonders?
Ich möchte am Liebsten immer draußen sein. In Charlottenburg bin ich aufgewachsen und habe schon als Jugendliche Partys gefeiert, das hier ist mein Kiez. Berlin hat viele schöne ruhige Plätze und der Lietzensee ist einer davon.
Diese Stadt hat sich sehr verändert. Woran spürst du das?
Westberlin war ein ganz spezieller Ort zum Aufwachsen, weil man auf so kleinem Raum alles hatte. Viel Stadt aber auch Natur. Ich habe hier nie etwas vermisst. In Berlin konnte man immer so rumlaufen wie man wollte. Man ist in jeden Club reingekommen und ich fand es immer sehr entspannt, lässig und frei. Heute ist mir Berlin manchmal zu szenig. Aber es ist immer noch meine absolute Lieblingsstadt.
Wie kam es dazu, dass du schon als Kind mit dem Synchronsprechen angefangen hast?
Als meine Schwester Dorette anfing zu synchronisieren, hat meine Mutter sie zu den Terminen gefahren und ich war immer mit dabei, weil ich noch so klein war. Irgendwann hat dann jemand gefragt, ob ich nicht auch mal was sprechen könnte. Und so kam ich zu meiner ersten Synchronrolle als eins von drei kleinen Geißlein. Dann durfte ich immer wieder sprechen und so hat sich das alles ergeben.
Meine ersten Synchronrollen sprach ich bevor ich lesen konnte.
Erinnerst du dich noch an deine erste große Synchronrolle?
Ja, da war ich 6 Jahre alt. Meine Schwester Dorette sprach die Hauptrolle in der Kinderserie Madita von Astrid Lindgren und ich durfte die Stimme der kleinen Schwester Lisabet sprechen. Damals konnte ich noch gar nicht lesen. Meine Schwester hat mir also jeden Take vorgelesen und ich habe den Satz nachgesprochen. Ich lispelte wie ein Weltmeister, aber die Serie ist toll! Im Grunde habe ich seitdem immer weiter synchronisiert und nur einmal vor meinem Studium zwei Jahre pausiert.
Gab es damals einen bestimmten Berufswunsch zu deinem Studium?
Ja, eigentlich wollte ich Lektorin werden. Deswegen studierte ich Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften und BWL. Nach dem Studium hatte mir die ständige intellektuelle Auseinandersetzung mit Büchern aber ein bisschen den Spaß am Lesen genommen. Während meines Studiums arbeitete ich wieder intensiv im Synchron und so bin ich dabei geblieben.
Die Vielfalt meines Berufes ist perfekt für mich.
Liebst du deinen Beruf?
Ja, sehr. Synchron ist einfach ein schöner Beruf und macht mir sehr viel Spaß. Seit einiger Zeit führe ich auch Regie, was die Tätigkeit noch vielfältiger macht. Synchronsprechen, Regie, Hörbücher, Hörspiele und manchmal auch Werbung sprechen, diese Kombination ist perfekt für mich.
Wie war es für dich zum ersten Mal ein Hörbuch zu sprechen? 
Mein erstes Hörbuch habe ich 2014 gesprochen, Bis Mittwoch unter der Haube von Catherine Bybee . Als man mir dieses Hörbuch angeboten hat, wollte ich es gerne probieren, aber ich war mir nicht ganz sicher, ob mir diese Arbeit liegt. Ich war sehr aufgeregt vor der Produktion, doch im Studio hat ein wunderbarer Tonmeister mit mir zusammen gearbeitet, das war toll. Ich nehme solche Geschichten mit Heiterkeit und glaube auch, dass meine Stimme dazu gut passt. Als ich später einige Rezensionen las, hat es mich sehr gefreut, dass das Buch bei den Hörern gut ankommt.
Wie oft gehst du zu Castings und Probesprechen?
Den Großteil meiner Rollen bekomme ich, weil mich jemand aus der Produktion gezielt darauf besetzt. Aber natürlich gehe ich auch zu Probesprechen, zum Beispiel wenn es um die Hauptrollen in Serien geht. Manchmal möchte ich eine Rolle sehr gerne sprechen und bekomme sie auch. Manchmal klappt es auch nicht. Ich bin entspannter geworden, was das betrifft. Man muss einfach damit leben, dass Menschen verschiedene Vorstellungen von einer Stimme haben.
Heute geht im Synchron alles sehr viel schneller als früher.
Was hat sich aus deiner Sicht stark geändert in der Synchronarbeit?
Früher hatten wir so viel Zeit! Ich habe in den 1980er Jahren bei der TV-Serie Dallas mitgesprochen und wir hatten einen ganz tollen Regisseur, Klaus von Wahl. Man hat damals jeden Take erst lange geprobt, bevor irgendwann ganz in Ruhe die erste Aufnahme gemacht wurde. Und in den Pausen, bis der neue Take lief, war Zeit zum quatschen. Heute geht das alles sehr viel schneller und man steht immer allein vorm Mikro. Das ist schon ein großer Unterschied.
Uschi, noch zwei kurze Fragen: Wofür gibst du unerwartet viel Geld aus?
Für Klamotten... da werde ich sehr schnell schwach, wenn ich tolle Sachen sehe.
Glaubst du an dein Horoskop?
Ich bin Wassermann, Aszendent Stier. Ich brauche einfach viel Freiheit, das ist der Wassermann in mir. Mein Durchsetzungsvermögen ist dann die Stierseite und ganz ehrlich: ich bin auch gerne der Bestimmer.

Alle Hörbücher mit Uschi Hugo findet ihr hier.