Audible

Auf einen Schnack mit Ulrike Kapfer

05.02.2015

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Ulrike, was verbindest du mit dem Park Sanssouci in Potsdam? Ich bin sehr gerne in der Natur und mit meinem Hund muss ich viel raus. Dieser Park ist da der nächste Ort, der am meisten Natur verspricht. Am meisten liebe ich den Parkbereich, in dem es natürliche Wiesen und viele Bäume gibt.

Wie bist du eigentlich Sprecherin geworden? Ich wollte früher Schauspielerin werden, wurde dann aber mit 20 Mutter. Wir lebten damals in Süddeutschland und ich konnte mit kleinem Kind keine Schauspielausbildung machen. Ich konnte aber Gesang studieren. Das endete dann durch zu starke Belastung mit einem kompletten Stimmverlust.

Das klingt nicht gut. Wie ging es weiter? Ich bekam Stimmtherapie und habe so den Beruf des Atem-, Sprech-, und Stimmlehrers kennen gelernt. Später hatte ich eine US-amerikanische Gesangslehrerin, die mich auf den Boden der Tatsachen gebracht hat. Mit kleinem Kind von Engagement zu Engagement zu reisen, davon riet sie mir ab und so entschied ich mich für die Ausbildung zur Atem-, Sprech-, und Stimmlehrerin.

Du hast also zunächst als Sprechlehrerin gearbeitet? Ja. Ich begleite Sprecher und Sänger auch jetzt noch sehr gerne und das war lange Zeit der größte Teil meiner Arbeit. Irgendwann fragte man mich, ob ich mir auch vorstellen könnte selbst zu vertonen. Da sagte ich natürlich zu! Es hat mir von Anfang an großen Spaß gemacht und so begann ich Sprecherjobs anzunehmen.

Was war dein erstes Hörbuch? Mein erstes Hörbuch? Es hieß Penisverletzungen durch Masturbation mit dem Staubsauger. Es war eine Doktorarbeit und der Arzt bestand sehr darauf, dass die beschriebenen Fälle ernst eingesprochen wurden. Das war gar nicht so leicht, denn es war wirklich sehr absurd, was für Fälle darin beschrieben wurden. Mit diesem Buch fing es an. Danach kam ein Hörbuch über Rosa Luxemburg. Ich habe ihre Briefe vertont und das war eine sehr eindrucksvolle Arbeit für mich.

Wie kamst du zu Audible? Als 2013 das Hörspiel Enders Game aufgenommen wurde, bekam mein Sohn Arne die Hauptrolle und ich selbst habe auch mitgesprochen. Danach habe ich bei einem Hörbuch Sprecher Casting mitgemacht. So fing ich an, für Audible Hörbücher zu sprechen. Dark Canopy 1 und 2 waren die ersten Hörbücher, die ich für Audible gesprochen habe. Dann kam Die Innerste Sphäre. Und jetzt die Immortals Reihe.

Ist es schwer Erotik zu sprechen? Die Hörbücher, die ich bisher in dieser Richtung gelesen habe, waren nicht allzu schwer weil ich den Text gut geschrieben fand. Die Charaktere waren gut gezeichnet, das macht Spaß. Manchmal wünschte ich mir aber schon, mehr Zeit zu haben, und dem einen oder anderen Charakter eine neue Nuance zu geben.

Wie gehst du mit Rezensionen um? Ich feiere wenn Menschen es gut finden wie ich lese und respektiere es, wenn andere es nicht so gut finden. Ich steigere mich aber eher in das Schöne rein und denke an die positiven Rezensionen.

Bei der Hörbuch Aufnahme ist mir sehr wichtig, dass da jemand hinter der Scheibe sitzt.
Ist dir Feedback während der Aufnahme wichtig? Ja, es ist für mich bei der Hörbuchaufnahme sehr wichtig, wer hinter der Scheibe sitzt und dass da jemand sitzt. Ich finde es auch sehr gut wenn ich unterbrochen werde und man mir vorschlägt eine Szene noch mal zu sprechen. Wenn ich ein Hörbuch ganz alleine aufnehmen würde, würde mir das Sprechen sehr viel weniger Spaß machen.

Tust du heute das, was du dir erträumt hast? Ich hatte lange Zeit das Gefühl, parallel zu meinem Herzweg zu leben. Mittlerweile spreche ich tatsächlich immer mehr und das gefällt mir. Hörbücher zu sprechen ist sehr viel näher an meinem Herzweg, als manches andere.

Wie geht es dir in der Freiberuflichkeit? Es gibt diese zwei Punkte im freiberuflichen Dasein: Man lebt mit ständigen Risiken und weiß nie wie es langfristig weiter geht. Es kann sich über Nacht alles ändern, damit muss man leben. Es ist nie wirklich etwas sicher. Ich kann ja auch morgen krank werden und meine Stimme verlieren. Aber: ich mag es genau so. Ich bin selbst verantwortlich, ob etwas klappt oder nicht. Und das empfinde ich als befreiend.

Was könnte dich auf dem Wochenmarkt spontan zum Kaufen verleiten? Auf jeden Fall Blumen. Da kann es mir schon passieren, dass ich mit einer Menge Blumen nach Hause komme und das ganz und gar nicht so geplant hatte.

Denkst du oft, dass du glücklich bist? Ja! Ich empfinde eine ganz tiefe Dankbarkeit, dass alles so gekommen ist, auch wenn die Zeichen manchmal auf Sturm standen. Ich bin dankbar, dass meine Kinder, meine Familie und meine Freunde so großartig sind und dass der Weg, den ich gegangen bin, mich so glücklich macht. Es gibt viele Gründe für mich dankbar und fröhlich zu sein.

In aller Kürze

Bei welcher Eigenschaft wärst du gerne cooler? Lampenfieber. Ich habe immer Lampenfieber auf der Bühne, da wäre ich gerne cooler.

Wie würde dich jemand in drei Worten beschreiben, der dich lange kennt? Ehrlich, lebendig und herzlich.

Bist du ein Morgenmuffel? Nein, für mich zählt „Carpe diem!“, ich liebe den Tag. Ich kann dafür nachts nicht so lange durchhalten.

Auf was kannst du nicht verzichten? Auf das Alleinsein. Ich brauche auch mal meine Ruhe, das ist mir ganz wichtig.

Alle Hörbücher mit Ulrike Kapfer findet ihr hier.