Känguru und ich: Das Teutelbier im Interview

Blanka Ringel | 14.02.20

Das kommunistische Känguru trieb sein Unwesen bislang vor allem in äußerst erheiternden Hörbüchern. Ab 5. März hüpft es auch über die Leinwand. Wir haben deshalb verzweifelt versucht, Marc-Uwe Kling zum Interview zu treffen. Stattdessen hat uns ein vorlautes Känguru erwartet.

DIE KAENGURU CHRONIKEN

Ich gehöre zu den Menschen, die jeden Abend mit einem Beuteltier und einem Kleinkünstler auf den Ohren einschlafen. Wirklich jeden Abend. Meine WLAN-Spots zu Hause tragen die Namen „Ken Guru“, „Prapsschnalinen“ und natürlich „Das asoziale Netzwerk“. Mein Hund heißt Sabine. Da denkt ihr euch gewiss: Sabine?? Wer gab dir das Recht, den Hund zu taufen?

Zudem sitze ich zufällig bei Audible neben dem Känguru-Meetingraum. All unsere Meetingräume sind nämlich nach Orten aus Hörbüchern benannt. Aber genau ich sitze natürlich nicht neben der „Oasis“, sondern zwischen „Winterfell“ und „Bei Herta“.

Ach ja und mein Exfreund fand die Känguru-Chroniken nicht witzig. Ja genau, mein Exfreund.

"Es jibt sone und solche, und dann jibt es noch janz andre, aba dit sind die Schlimmstn."

Herta

Ehrlich gesagt ist mein Umfeld zunehmend besorgt und hat mir vor kurzem empfohlen, einen Psychiater aufzusuchen. Er lachte beim ersten Besuch nur auf und fragte: „Hören Sie nur die Stimme oder können Sie das Känguru auch sehen?“ Er schien das Konzept von Hörbüchern nicht in Gänze verstanden zu haben. Natürlich ist die Stimme nur in meinem „Kooopf“.

Er zog eine Augenbraue hoch, tippte auf seinem iPad herum und drehte das Display zu mir. Er zeigte auf den folgenden Trailer:

Ja nee, ist klar. Und HBO verfilmt Qualityland. Oder war das ironisch? Oder postironisch? Oder postpostironisch?

Die Augenbraue meines Psychiaters geht noch weiter nach oben. Wie macht er das? Er sagt: "Ja, das habe ich vor kurzem gelesen - in einer Zeitung!" Na klar!

Er tippt auf den Artikel „QualityLand wird zur HBO-Serie“ im Spiegel vom 12. März 2019, 18:24 Uhr. Na gut, das muss ich wohl glauben. Dann wurde Marc-Dieter wohl eine beachtliche Summe geboten. Vielleicht kann er davon sogar leben. Vor allem, wenn die gebotene Summe beachtlich wäre.

Wir wollten ihn das in Vorbereitung auf den Film selbst fragen. Doch stattdessen erwartete uns das Känguru am vereinbarten Interviewtreffpunkt. Darauf angesprochen murmelte es nur etwas vom "Open-Schnick verloren".

Foto-Copyright: X Verleih

Interview mit dem Känguru

Audible: Wie konntest du dich gegen den gemäßigt sozialdemokratischen Koalabären durchsetzen?

Das Känguru: Hab ihm eine falsche Adresse untergejubelt. Er hat deshalb für einen ganz anderen Film vorgesprochen. Er hat die Rolle sogar gekriegt. Ist ein Bio-Pic über Kurt Beck, glaube ich.

Audible: Jetzt mal ganz ehrlich: Einen unterambitionierten Kleinkünstler mit Migräne-Hintergrund für die Rolle von Marc-Uwe in Berlin zu finden, ist ja gewiss nicht herausfordernd. Wie lief das Casting ab und warum hast du dich für Dimitrij Schaad entschieden?

Das Känguru: Er hat beim Casting diesen einen ziemlich guten Witz gemacht. Es ging irgendwie um eine Giraffe mit Heimweh … oder nee … ich glaube, die hatte Halsschmerzen … oder war es überhaupt eine Giraffe? Hm. Ich krieg den nicht mehr zusammen. Aber der Witz war ziemlich gut. Außerdem hat Dimitrij natürlich die meisten Schnapspralinen mitgebracht.

Audible: Für alle, die die Hörbücher mitsprechen können: Sollten wir trotzdem ins Kino gehen?

Das Känguru: "Ich bin wahrscheinlich vertraglich verpflichtet irgendetwas in diese Richtung zu sagen: »Na klar! Weil der Film die beste deutsche Komödie seit Nosferatu ist.« Doch ehrlich gesagt isses mit schnurzpiepe, was ihr in eurer Freizeit macht. Aber ihr würdet natürlich was verpassen, wenn ihr nicht ins Kino geht. Und könntet in der Mittagspause nicht mehr mitreden. OMG! WTF! #FOMO triggern."

Audible: Wir gehen mal davon aus, dass Interviews auch auf deiner Not-To-Do-Liste stehen. Daher freuen wir uns, dass wir dich mit den fünf Packungen Schnapspralinen umstimmen konnten. Vielen Dank für dieses Interview und KENNEN SIE DIESEN PINGUIN?!

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Yuppieverachtende Grüße

Blanka aus der Audible-Redaktion

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