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Kill Shakespeare - Ein kleines Who is Who

24.11.2016

Hamlet liebt Julia. Romeo jagt Hamlet. Macbeth kämpft gegen Richard III. Das Audible Originals Hörspiel Kill Shakespeare, beruhend auf der gleichnamigen Graphic Novel von Conor McCreery und Anthony del Col, wirbelt Shakespeare’s berühmteste Charaktere neu durcheinander und verpasst ihnen einen anderen Spin.

Hier geht’s zum Hörspiel “Kill Shakespeare” von Conor McCreery & Anthony Del Col.

Trailer zur Audible Original Serie “Kill Shakespeare”

Man muss die Originalstücke nicht kennen, um das Hörspiel zu verstehen. Kill Shakespeare richtet sich nicht an Theaterexperten, sondern an alle, die Freude an historisch klingenden Fantasy-Action-Abenteuern haben. Dennoch ist das mit Zitaten gespickte Hörspiel noch interessanter, wenn man die Vorlage ein bisschen kennt. Aber keine Sorge: Ihr braucht jetzt nicht die guten alten Reclam-Heftchen hervorzukramen. Wir stellen euch die wichtigsten Originalfiguren und ihre Geschichte einfach kurz vor:

Kill Shakespeare - Die berühmten Figurenvorlagen

Hamlet, Prinz von Dänemark

Hamlet, Prinz von Dänemark

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage!

Dieses Zitat hat wohl jeder schon einmal gehört. Es stammt von Hamlet, dem jungen dänischen Prinzen aus dem gleichnamigen Stück. Berühmt für sein Zaudern und Zögern, plagt sich der Sohn des ermordeten Königs mit Rachegedanken gegenüber seinem Onkel und mit philosophischer Lebensmüdigkeit herum. Viele grüblerische Monologe anstatt Taten prägen seine Figur. Erst am Schluss und angetrieben vom Geist seines toten Vaters kommt der melancholische Hamlet so richtig in die Gänge. Das endet dann allerdings in reihenweise Leichen auf der Bühne, zu denen auch Hamlet selbst zählt. Todesursache: Ein von ihm selbst vergifteter Degen, der für jemand anderen gedacht war. Der Rest ist, wie wir wissen, Schweigen.

Julia Capulet

Julia Capulet

Für tragische Romantik pur steht Julia aus Shakespeare’s Liebestragödie „Romeo und Julia“. Sanft, kindlich, aber auch rebellisch geht sie im italienischen Verona heimlich eine Liebschaft mit Romeo ein, dem Spross eines bitterlich verfeindeten Familienclans.

Willst du schon gehn? Der Tag ist ja noch fern. Es war die Nachtigall, und nicht die Lerche, die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang,

Diesen viel zitierten Satz haucht sie ihrem Romeo nach der ersten Liebesnacht ins Ohr, unwillig, den Tagesanbruch und die Realität zu akzeptieren. Mit ihrer Figur verbinden sich Unschuld, Leidenschaft und überschäumendes Drama. Und natürlich Liebe bis in den Tod: Als Romeo die durch eine Droge im Tiefschlag liegende Julia irrtümlich für tot hält, bringt er sich um. Die kurz darauf neben seinem Leichnam erwachende Julia folgt ihm in den Selbstmord.

Romeo Montague

Romeo Montague

Das männliche Pendant und Wahrzeichen der ultimativen Romantik. Wie seine Julia, schießt auch er für die große Liebe alle Warnungen und Verbote in den Wind. Leidenschaftlich, jung und stark, beinhaltet seine Figur dabei neben der Fähigkeit zu brennender Liebe auch das Potential zur Gewalt: in einer fatalen Verkettung der Ereignisse ermordet Romeo Julias Vetter Tybalt. In der Verbannung hoffnungslos nach seiner Julia schmachtend, wird ihm schmerzlich die Kehrseite der Medaille klar:

Ist Liebe ein zartes Ding? Sie ist zu rau, zu wild, zu tobend und sie sticht wie Dorn.

Was am Ende sticht, ist vor allem der Dolch, den Romeo sich in die Brust stößt und damit auch Julias Schicksal besiegelt.

Lady Macbeth

Lady Macbeth

Sie ist die ehrgeizige treibende Kraft, die in „Macbeth“ im Rücken ihres Mannes die Fäden zieht. Gleichermaßen von Machtgier und Patriotismus getrieben, stiftet sie Macbeth zum Mord an Schottlands König Duncan an und setzt damit eine Spirale der tödlichen Gewalt in Gang.

Kommt, Geister, die ihr lauscht auf Mordgedanken, und entweibt mich hier. Füllt mich vom Wirbel bis zur Zeh‘ randvoll, mit wilder Grausamkeit.

Eine komplexe Figur, auch von der Tragik der Kinderlosigkeit geprägt, zerbricht die scheinbar gewissenlose Lady am Ende an ihren eigenen Schuldgefühlen. Eine faszinierende, weibliche Bösewichtfigur, deren Tod im Stück zu Unrecht nur in einem Nebensatz erwähnt wird.

Sound, Stimmen, Atmosphäre: "Illyria" erwacht

Die Regie des von Audible selbst produzierten Hörspiels übernahm Kai Schwind, bereits federführend bei Erfolgsproduktionen wie Locke & Key und Six Degrees - Wege der Verschwörung. Stimmige, dramatische Musik mit mittelalterlichen Elementen und eine aufwändige Geräuschkulisse erwecken das Fantasiereich Illyria im Kopf dreidimensional zum Leben.

Das Sprecher-Ensemble ist ein Mix aus neuen Stimmen und alten Hasen: Theaterschauspieler Vlad Chiriac bringt als “Hamlet” frischen Wind und Greta Galisch als Rebellenkämpferin “Julia” Feuer in die Angelegenheit. “Lady Macbeth” Traudel Sperber kennt man als Synchronsprecherin u.a. von Mira Sorvino oder Helen Hunt. “Romeo” Manuel Kressin hat bereits in den Audible-Hörspielen Glashaus und Passagier 23 mitgewirkt. Und Jens Wawrczeck beweist als stotternder “Richard III.” einmal mehr, dass er zu Unrecht auf seine Rolle als Drei Fragezeichen Detektiv reduziert wird. Noch ein Fun Fact zum Schluss: Regisseur Kai Schwind persönlich taucht als Sprecher mehrerer kleiner Nebenrollen auf.

Hier geht es zur kompletten Audible Original Hörspiel-Serie “Kill Shakespeare” von Conor McCreery und Anthony Del Col.