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Krimis und unsere Lieblingstatorte

04.11.2014

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Deutschland hat viele Krimifans. Egal, ob Sonntagabend um 20:15 Uhr im Fernsehen oder in Form von Büchern und Hörbüchern, wir stehen auf Verbrechen und Spannung. Am Beliebtesten scheinen Kriminalfälle aus Skandinavien und dem angelsächsischen Raum zu sein. Woran liegt das?

  Das Grundgerüst jedes Krimis ist ähnlich aufgebaut. Es beruht auf dem Prinzip „Gut gegen Böse“. Es gibt einen Täter, einen Kommissar und einen Fall, der gelöst werden muss. Wir können miträtseln und in der Regel gewinnt am Ende das Gute. Was ist das besondere an Krimis aus Skandinavien und der britischen Hauptstadt? Sind sie besonders spannend?

 

 Skandinavien

  Fakt ist, Krimis aus Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland oder auch Island sind oft überdurchschnittlich gewalttätig. Die Ermittler sind Anti-Helden, gebrochene Außenseiter mit eigenen inneren Konflikten und häuslichen Problemen. Die Figuren sind sehr dimensional und komplex gezeichnet. Darüber hinaus wird die Verbrecherjagd oft seriell erzählt. Fans einer Serie werden jährlich gefüttert.

Skandinavische Krimis zeichnen sich außerdem oft durch ihre literarische Qualität aus und enthalten oft politisches und sozialkritisches Hintergrundwissen. Krimis von Hakan Nesser stehen in Schweden mittlerweile schon auf dem Lehrplan. Dabei war es eigentlich Kult-Krimi-Autor Henning Mankell, der die schwedische Kriminalliteratur weltweit zuerst auf die Bestseller-Listen brachte.

Laut Statistiken hat Skandinavien einen sehr hohen Lebensstandard, erstklassige Bildungssysteme und eine sehr glückliche Bevölkerung. Vielleicht liegt der Reiz im Kontrast? Auch im vermeintlichen Paradies lauert das Böse und wartet darauf zuzuschlagen.

Erfolgreiche Krimiautoren aus Skandinavien:

London (Großbritannien)

  England gilt als Heimat des klassischen Krimis. London ist die Stadt, durch die Privatdetektive schleichen. Allen voran natürlich der berühmteste: Sherlock Holmes. Von der Baker Street aus löst er Kriminalfälle in Englands Hauptstadt.

London ist zudem ein beliebter Schauplatz für historische Krimis. Vielleicht ist es die Großstadt selbst, die mit ihren 5,3 Millionen Einwohnern genug Kriminalstoff liefert. Schließlich trieben hier schon Serienmörder wie Jack the Ripper ihr Unwesen.

Auch hier sind es vielleicht wieder die Gegensätze, die reizen: britische Höflichkeit und eiskalte Morde. Intrigen, die über einer Tasse Tee ausgebrütet werden. Vielleicht ist es auch der Charme der Stadt selbst und der Regen. Die grauen Tage in Großbritannien, sowie die kalten, langen Wintertage in Skandinavien sind beste Vorraussetzungen sich spannende Kriminalfälle auszudenken.

Erfolgreiche Krimiautoren aus Großbritannien:

Andere Länder

  Und wie sieht das in anderen Ecken der Welt aus?

Auf www.krimi-couch.de sind Krimis nach Regionen geordnet. Über Krimis aus den Benelux-Ländern heißt es zum Beispiel, sie seien für den deutschsprachigen Leser fast so fremd wie asiatische. Krimis aus Asien werden aber scheinbar kaum von gebürtigen Asiaten verfasst. Auch russische Krimis sind im Westen Europas eher exotisch. Dabei findet dort gerade ein literarischer Boom statt. Krimis aus Down Under sollen seit der Jahrtausendwende Aufwind erfahren haben. Französische Krimis tragen oft den Zusatz „noir“ (dunkel). Das steht für Geschichten ohne Happy End. Italien ist ebenfalls Schauplatz des Bösen, allerdings sind die Autoren häufig nicht aus diesem Land, bestes Beispiel ist die Amerikanerin Donna Leon. In den USA selbst haben Krimis eine ähnliche Tradition wie in Großbritannien, zusätzlich wurde hier der Polizeikrimi erfunden. Auch in Lateinamerika gibt es Krimis, allerdings finden diese selten den Weg nach Europa.

Deutschland scheint das Land der Regionalkrimis sein. Von Sylt bis Oberbayern gibt es kaum einen Fleck auf der Deutschlandkarte, der von Verbrechern verschont geblieben ist. Hier wird lokal ermittelt, die Morde finden in der Nachbarschaft statt.

 

Was ist euer Lieblingskrimiland? Und warum?