Cornwall-Krimi: Maisie stellt sich vor

DE Maisie, Mord & Meer
19.02.20

Cosy Crime hat eine neue Heldin: Maisie Jacobs ermittelt von nun an in Cornwall. Hier stellt sie sich in ihren eigenen Worten vor.

Saftig grüne Wiesen, schroffe Steilküsten, pittoreske Fischerdörfchen, verträumte Landhotels und jeder Winkel atmet die romantischen Phantasien einer Rosamunde Pilcher – das ist Cornwall, ganz im Südwesten Englands, der Sehnsuchtsort so vieler Menschen. Schade, dass es nicht meiner ist. Denke ich an Cornwall, fallen mir Kühe ein, die unangekündigt mitten auf der Fahrbahn stehen und einen zu einer Vollbremsung nötigen. Eklige Pasteten wie dieser Stargazy Pie, aus der mich tote Fischaugen anglotzen. Und Friedhöfe, die ganz plötzlich von der Steilküste ins Meer abstürzen. Echt nicht mein Ding!

Morde vor schöner Kulisse: Cornwall-Krimis

Eine Leiche zu viel: Maisie, Mord und Meer 1

Autor:
Fiona Wilder
Sprecher:
Nora Jokhosha
Spieldauer:
5:34
Serie:
Maisie, Mord und Meer
Typ:
Ungekürztes Hörbuch

Ach so, ich sollte mich erst einmal vorstellen. Mein Name ist Maisie Jacobs – und ich bin seit 36 Jahren eine waschechte Londonerin. Ich liebe diese Stadt – die Cafés und Bars, das internationale Essen, die coolen Modeboutiquen, vielfältigen Theater und Museen und die Besucher aus der ganzen Welt. Einfach der perfekte Platz für ein aufregendes Leben! Und bis vor kurzem war ich quasi verwachsen mit dieser Stadt – als Journalistin habe ich investigativ aufregende Fälle recherchiert und dafür mit Menschen gesprochen und Orte gesehen, die sonst kaum einer kennt. Kurzum: mein Leben war perfekt.

Okay, mein Freund Michael hat mich nach drei Jahren Fernbeziehung sitzen lassen, nur weil ich ihn nicht stante pede heiraten und Kinder mit ihm haben wollte. Aber davon abgesehen: Ich genoss ein abwechslungsreiches Leben, vor allem mit meiner besten Freundin Sunny. Die ist nicht nur Intensivkrankenschwester, sondern auch intensiv mit Feiern und Männern kennenlernen beschäftigt. Und dabei sehr amüsant, herzlich und abenteuerlustig, aber eben auch eine treue Seele und wenn nötig Retterin in der Not. Beruflich ging es auf der Karriereleiter immer weiter nach oben mit mir. Mein Redaktionsbüro beim Telegraph war mehr mein Zuhause als mein winziges Appartement in der Nähe von Kings Cross und die Verlagsleiterin Judy Wilkinson meine größte Fördererin. Sie war stolz auf mich, weil ich so schöne Komplotte aufgedeckt habe: Absprachen im Verkehrsministerium, Gepansche von Pharmakonzernen und derlei Schweinereien mehr.



Jetzt fragen Sie sich sicher schon, warum ich dann um alles in der Welt in Cornwall gelandet bin. Das frage ich mich auch. Okay, nein, ehrlich gesagt: Ich weiß die Antwort. Und auch, wenn es mir unglaublich peinlich ist, ich werde es Ihnen gestehen. Die Queen ist Schuld. Also na ja, genauer: der Enkel der Queen. Prinz Randolph, Sie wissen schon – der wilde Randy. Eine sogenannte zuverlässige Quelle hat mir einen absoluten Insider-Tipp zukommen lassen, nämlich, dass Randy in einem Puff in Soho ein- und ausgeht. Es gab sogar Fotos. Diese Geschichte konnte ich mir nicht entgehen lassen. Und Judy war begeistert. Ich bekam die Titelstory. Die Begeisterung verflog leider schnell. Ich war auf eine klassische Ente reingefallen. Als ob ich nicht wüsste, dass man im Jahr 2020 nicht in der Lage ist, Fotos zu fälschen. Ich Trottel, ich Blindgänger, ich Spatzenhirn … egal. Geschehen ist geschehen. Judy tat es leid, sehr leid sogar. Aber es ist nur vorübergehend hat sie gesagt. Und mich eiskalt abgeschoben. Jetzt wissen Sie, warum ich in Cornwall bin, genauer gesagt in einem Kaff namens Littleport. Tja.

Doch, ja, es ist auch schön hier. Wirklich. Pittoresk. Idyllisch. Verträumt. Und immer das Meer ganz in der Nähe. Obwohl – das ist wirklich toll. Und ich kann mich auch nicht allzusehr beschweren, denn neben den Schönheiten der Landschaft ist Littleport ein recht quirliges Städtchen und seine Bewohner … sagen wir: Interessant. Wenn Sie mögen, nehme ich Sie auf einen Rundgang mit.

Eindeutig macht meine Bleibe in Littleport mehr her, als mein Appartement in London. Ich bin nämlich im schönsten Inn der ganzen Gegend untergekommen – im Crown Inn. Es sieht fast wie ein echtes Schloss aus – mit einem dickbauchigen Turm in der Mitte, der die beiden zinnenbewehrten Seitenflügel zusammenhält. Ringsum erstreckt sich ein perfekt gepflegter Garten und von meinem Zimmer aus sieht man das Meer. Und die Besitzerin Lady Lavinia sowie ihr Gärtner, nein, ihr Chauffeur, nein, ihr Butler, nein, ihr Hausmeister – also, ihr Faktotum Freddy sind herzallerliebst. Sie kümmern sich rund um die Uhr um ihre Gäste, wenn es sein muss, also auch um mich. Und die Scones, die Mildred, die Köchin, backt … unverschämt gut! So gut, dass ich eigentlich doppelt so oft zum Joggen gehen müsste wie in London. Irgendwie komme ich bloß nie dazu.

Meine Wege führen mich eher ins Pirate‘s Nest, das als Prototyp eines Country Pubs daherkommt. Hier sind die dunkelgrünen Wände gepflastert mit Bildern, Blechschildern und Retro-Leuchtreklamen und aus den dicken Chesterfield-Sofas möchte man nie wieder aufstehen. Außerdem gibt‘s Live-Musik, anständiges Bier und ziemlich leckeres Pub-Essen. Noah, der Wirt, ist Lady Lavinias Neffe und angeblich ein totaler Computernerd. Glücklicherweise gehört er zu der sehr lebenstauglichen und charmanten Sorte. Kein Wunder also, dass sich der halbe Ort hier trifft, vor allem dienstags, wenn die Pubquiz-Night ansteht. Eigentlich ein guter Grund für mich, früh schlafen zu gehen. Ein Wissensquiz ist nicht so wirklich mein Ding. Aber wie das auf dem Dorf so ist – man entkommt solchen Gemeinschaftsevents nicht.

Immerhin wurde ich gleich in Lady Lavinias Team aufgenommen und ihre Ratefreunde sind wirklich schwer in Ordnung. Oder haben Sie schon mal einen jamaikanischen Priester mit Rastazöpfen namens Reginald kennengelernt, der seine Gemeinde nicht nur mit Bibelsprüchen, sondern auch mit sehr speziellen Keksen versorgt? Ich sage nur: die lindern Schmerzen. Und Schockzustände.

Außerdem gehört Finley zu Smartini Royale, so heißt unsere Gruppe - total bescheuerter Name. Finley ist der hiesige Museumsdirektor, wobei er mit seinen strubbeligen Haaren und dem verschmitzten Lächeln eher nach einem ewigen Studenten aussieht. Er sammelt leidenschaftlich gerne Strandgut und stellt es in seinem Museum am Leuchtturm aus. Und er flirtet gelegentlich mit mir. Bilde ich mir zumindest ein. Die Pubquiz-Abende bringen mich zu unserem schärfsten Konkurrenten – CIA nennen sie sich, Cornwall Intelligence Agency. Klingt genauso vermessen wie es ist. Eigentlich besteht die Gruppe nur aus einem nervtötendem Besserwisser namens Tom Surley, der sich beliebiges Begleitpersonal mitbringt, um am Pubquiz teilzunehmen. Der alte Griesgram hat noch einen entscheidenden Fehler: Er ist mein Boss und Chefredakteur der Cornwall Weekly, die Zeitung, bei der ich Buße für meinen Randy-Faux-Pas leisten muss. Auf unbestimmte Zeit. Und er hat immer wunderbare Aufträge für mich: Berichte vom Quartalstreffen des Kannichenzüchtervereins abzuliefern etwa. Oder eine Reportage über den letzten Sardinenfischer von Cornwall. Oder über einen Backwettbewerb. Ein harter Job, wirklich. Und noch dazu bin ich ihm komplett ausgeliefert: Wir sind nämlich die beiden Einzigen, die die Cornwall Weekly stemmen.

Dead and Breakfast: Maisie, Mord und Meer 2

Autor:
Fiona Wilder
Sprecher:
Nora Jokhosha
Spieldauer:
4:37
Serie:
Maisie, Mord und Meer
Typ:
Ungekürztes Hörbuch

Wobei … etwas ist interessant, sozusagen ein neues Feld, das sich hier aufgetan hat. Denn seit ich hier bin, purzeln mir ständig Leichen vor die Füße. Also nicht so, wie Sie jetzt denken. Ich bin weder eine Serienkillerin, noch so tollpatschig, dass ich ständig Menschen aus Versehen ins Jenseits befördere. Ich weiß nicht, woran es liegt … diese besondere kornische Luft vielleicht … Erinnern Sie sich an den abgestürzten Friedhof? Da war der Strand an der Absturzstelle nicht nur mit Grabsteinen, sondern auch mit zerborstenen Särgen übersät. Und in einem davon habe ich meine erste Leiche entdeckt. Sarg – Leiche – ist doch ganz normal? Mitnichten! Denn der eigentliche Sargbewohner hatte noch eine Untermieterin aufgenommen, die da nicht hingehörte. Immerhin habe ich trotz des komplett unterbemittelten Inspectors, diesem gurkengesichtigem Ethan, den Fall aufklären können – sehr zu seinem Missfallen. Auch, als ich herausfinden wollte, wer den grottenschlechten Schriftsteller in Lady Lavinias Crown Inn mit einem Schaschlik-Spieß erdolcht hat, hat Inspector Ethan quergeschossen. Also, metaphorisch gesprochen. Aber egal, wie viele Steine er mir in den Weg gelegt hat: Am Ende konnte ich den Mörder enttarnen. Oder die Mörderin. Nein, nein, das verrate ich hier nicht – das müssen Sie sich schon selbst anhören. Bei meinem dritten Fall habe ich beinahe übersehen, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelte: Eine Leiche, die sich im Netz von Cornwalls letzten Sardinenfischer verfing, kann man schon mal für einen Selbstmörder halten. Aber dann hat es wieder so in meinem linken Ohrläppchen gekribbelt - und das ist immer das beste Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Nur bei Prinz Randy hat nichts gekribbelt, leider.

So, jetzt muss ich aber mal wieder zurück an die Arbeit: Entweder ich schreibe einen schönen Bericht über die Entwicklung der Obsternte in unserer Ecke Cornwalls oder ich kläre einen Mord auf. Mal sehen, was der Tag noch so bringt. Vielleicht besuchen Sie mich ja mal in Cornwall. Aber Vorsicht, das Verbrechen schläft nie – nicht in Littleport, nicht auf dem traumhaft schönen Küstentrail, an den sonnigen Stränden mit der karibikblauen See, nicht in den netten Cafés und großzügigen Herrenhäusern und erst recht nicht in den weitläufigen Gartenanlagen. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt!

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