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Meine Jahre mit Hamburg Heiner. Logbücher von Sven Regener

Von: Gast
27.05.2011

Simone Finkenwirth liebt gute Bücher. Auf ihrem Blog www.klappentexterin.wordpress.com schreibt sie vorzugsweise über Literatur jenseits des Mainstreams. Besonders gern widmet sie sich Klassikern, zeitgenössischen Werken und junger Literatur, was sie heute mit ihrem Hörbuch-Schatz bestens unter Beweis stellt.

Wahrscheinlich denkt jetzt halb Berlin ich sei eine Verrückte. Wieso? Weil ich Sven Regener ununterbrochen gehört habe, was ja an sich nichts Schlimmes ist, aber meine Regungen im Gesicht waren recht komisch. Ich habe oft schallend gelacht und bin mit einem Dauergrinsen über die Straßen gerannt. Rot gab es für mich nicht, nur grün. Laufen, laufen und den Regener hören.

Sven Regener hat zwischen 2005 und 2010 Blogs geschrieben. Die “Logbücher” geben einen Einblick in das Leben des Berliner Musikers und Schriftstellers. Man erfährt, was es mit Off-Tagen auf sich hat oder was sich nach der Buchmesse in den Jackentaschen ansammelt. Das war es aber schon mit dem Blick über die Schulter, denn wirklich privat wird der Sänger nie. Nabelschau? Vergesst es.

Und dann ist da noch Hamburg-Heiner. Die Figur ist natürlich nur ein fiktiver Charakter, doch Phantasie hin, Phantasie her, der Mann kommt sehr realistisch rüber und hat einen berechtigten, sogar wichtigen Platz in dem Hörbuch. Er ist quasi das i-Tüpfelchen auf dem großen Ganzen. Hamburg-Heiner schmiert Sven Regener alles aufs Butterbrot, kommentiert die Blogs und man ahnt schnell: Zwischen den beiden herrscht eine Art Hass-Liebe. Sie können nicht ohne, aber auch nicht miteinander. So beschießen sie sich regelmäißg in Telefongesprächen warmherzig mit frechen, unterhaltsamen Wortsalven, bei denen man nur eins kann: lachen.

Muss man eigentlich ein „Element of Crime“-Fan oder Blogger sein, um die Logbücher zu hören? Nein!! Richtig, zwei Ausrufezeichen. Sven Regener ist ein ausgezeichneter Sprecher, der seine Bücher jedes Mal zu laufenden Lachmaschinen verwandelt. Der Witz hüpft aus seiner Stimme förmlich heraus und man kugelt sich vor Lachen, weil gerade der typisch nordische Singsang ihm eine einzigartig-komische Note verleiht.