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Mummenschanz von Terry Pratchett

Von: Gast
04.03.2013

Astrid Kopp ist Onlineredakteurin bei einer regionalen Tageszeitung. Ihre Freizeit verbringt sie gerne mit Tee, Katze und dickem Buch oder langem Hörbuch im Ohrensessel und bloggt schon seit fünf Jahren gemeinsam mit einer Freundin auf Leselust über das Gelesene und Gehörte.

SMummenschanz von Terry Pratchett Mummenschanz von Terry Pratchett Autorin: Terry Pratchett Sprecher: Katharina Thalbach Spieldauer: 6 Std 6 Min, gekürzt

Mummenschanz, der 18. Band der Scheibenwelt-Reihe, entführt den Hörer in die Welt der Hexen und die (mindestens ebenso magische und gefährliche) der Oper. Alles beginnt mit einem freien Platz im Hexenzirkel. Nachdem Magrat in einem vorherigen Roman Lancres König Verence geheiratet hat, hängt sie die Zauberei an den Nagel. Nur mit Oma Wetterwachs und Nanny Ogg ist es aber kein ordentlicher Zirkel mehr, denn dazu gehören drei Hexen. Eine geeignete Nachfolgerin für Magrat kommt den beiden schnell in den Sinn, doch dummerweise ist die magisch begabte Agnes Nitt gerade in die große Stadt Ankh-Morpork gegangen, um dort eine berühmte Opernsängerin zu werden. Oma Wetterwachs und Nanny Ogg packen kurzerhand Proviant und den schwarzen Kater ein und machen sich in der Kutsche auf den langen Weg nach Ankh-Morpork.

Dort ergeht es derweil Agnes Nitt nicht ganz so, wie es sich die junge Frau erhofft hatte. Zwar hört der Operndirektor natürlich sofort, was für eine wunderbare Stimme Agnes hat. Was er sieht, gefällt ihm aber so gar nicht. Deshalb bekommt die Solorolle in dem neuesten Opernstück eine bildhübsche, aber strohdumme und gesanglich gänzlich unbegabte Konkurrentin. Die pummelige Agnes soll sich im Chor verstecken – die Soloparts aber unbemerkt für die Andere singen. Agnes stimmt zu. Dabei ist ihr nicht bewusst, dass sie sich damit vielleicht sogar in Lebensgefahr bringt. Denn an der Oper treibt ein mörderisches Phantom sein Unwesen. Wie gut, dass Oma Wetterwachs und Nanny Ogg schon unterwegs sind, um nicht nur Agnes zurück nach Lancre zu holen, sondern vorher auch noch ordentlich im Opernhaus aufzuräumen.

Es ist mir fast ein bisschen peinlich, das als Viel-Leserin zuzugeben, aber bis vor kurzem hatte ich noch nichts von Terry Pratchett gehört oder gelesen. Fantasy ist nicht mein bevorzugtes Genre und ohne Audible hätte ich die „Scheibenwelt“ vermutlich noch viele Jahre nicht betreten. Wenn ich neuen Hörstoff brauche, suche ich häufig nicht nur nach beliebten Hörbüchern, Neuerscheinungen oder mir bekannten Autoren, sondern auch nach Sprechern, die mir bei anderen Hörbüchern besonders gut gefallen haben. Und so führte die Suche nach Katharina Thalbach, die mich in Die Eleganz des Igels begeistert hat, zu Hörbüchern von Terry Pratchetts Romanen. Ein Glück, kann ich nur sagen.

Mummenschanz spielt zwar in einer Fantasywelt, enthält aber so viele grandios komische Alltagsbeobachtungen zu Gegebenheiten und Charakteren aus dem realen Leben, dass es ein wahres Hörvergnügen ist. Kurzweilig, satirisch, grandios geschrieben und noch besser gesprochen. Katharina Thalbach erweckt alle Figuren, egal ob Hexe, Mensch, Kater oder Phantom, derart gekonnt zum Leben, so dass ich jetzt schon meine, viele persönlich zu kennen. Außer „Mummenschanz“ kenne ich bisher nur den 23. Band der Scheibenwelt-Reihe, Ruhig Blut. Bestimmt habe ich deshalb die ein oder andere Andeutung auf vorherige Bände überhört, mein Hörvergnügen wurde davon aber nicht gestört. Man kann also bedenkenlos mit diesem Hörbuch einsteigen und dann süchtig werden. Lords und Ladies habe ich schon in meine Audible-App geladen…