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Neue Fantasy-Serie: Juliet Marillier - Die Tochter der Wälder - Sevenwaters 1

Von: Gast
01.04.2011

Heute starten wir nach vielfachem Kundenwunsch mit der neuen Fantasy-Serie von Juliet Marillier: Die Tochter der Wälder (Sevenwaters 1). Wer könnte die Serie treffender beschreiben als ein Meister des Fantasy-Fachs: der Redakteur von Nautilus und Betreiber des Blogs Fantasy News, Christian Handel (Darkstar) hat eine Rezension für alle Fantasyfans unter euch geschrieben. Viel Spaß!

Irland im 9. Jahrhundert n. Chr.: Die junge Sorcha wächst mit ihren sechs Brüdern inmitten dichter Wälder auf. Sevenwaters ist der Name ihres Zuhauses, über das ihr kriegerischer Vater als Clanoberhaupt seine schützende Hand hält. Andernorts in Europa hat sich das Christentum angeschickt, den Glauben an die alten Götter abzulösen. Doch Sevenwaters ist ein uralter, von Magie durchtränkter Ort: Hier soll sich noch so manches Mal das Feenvolk den Menschen zeigen, und der von sieben Wasserläufen gespeiste See in seinem Zentrum ist ein Ort der Macht. Bereits seit Generationen beschützt Sorchas Familie dieses Tal.

Doch eines Tages ändert sich alles: Ihr Vater gerät in den Bann einer geheimnisvollen, überirdisch schönen Frau. Dass etwas Gefährliches von ihr ausgeht, scheint außer Sorcha kaum jemand zu bemerken – bis es zu spät ist. Als sich das Mädchen mit seinen Brüdern der neuen Stiefmutter in den Weg stellt, trifft sie der Fluch der dunklen Feenfrau: Oonagh verwandelt die Jungen in Schwäne, nur Sorcha kann in letzter Sekunde fliehen. Sie schwört, einen Weg zu finden, ihre Brüder zu erlösen und Sevenwaters zu retten …

Mit „Die Tochter der Wälder“ gab die Australierin Juliet Marillier 1999 ihr Debüt als Autorin – und landete unerwartet einen internationalen Bestseller. Seither hat die magisch-romantische Geschichte, die auf Motiven des Grimmschen Märchens der „Sechs Schwäne“ basiert, zu recht unzählige Leser begeistert. Und endlich liegt der Roman auch ungekürzt als Hörbuch vor. Obwohl es sich bei „Tochter der Wälder“ um Marilliers ersten Roman handelt, ist er mit sicherer Feder geschrieben und beinhaltet bereits all das, wofür die Fantasyautorin inzwischen steht: Stilistisch bezaubernde historisch-phantastische Literatur, angereichert mit einem großen Schuss Romantik, einem Gespür für stimmungsvolle Settings und glaubhafte Charaktere. Wie in ihren späteren Romanen verwebt sie in „Tochter der Wälder“ Märchenelemente und keltische Mythen zu einem Netz aus Geheimnissen, Intrigen und Verrat aber auch Liebe, Magie und Abenteuer, mit dem sie ihr Publikum einfängt.

[caption id=“attachment_5620” align=“alignleft” width=“175” caption=“Christian Handel, Redakteur bei Nautilus und fantasy-news.com”]Christian Handel, Redakteur bei Nautilus und fantasy-news.com[/caption]

Mit Tanja Geke hat Audible nicht nur eine Sprecherin verpflichtet, die ihr Handwerk versteht, sondern auch eine, deren Klangfarbe und Art zu Lesen wunderbar zur bildgewaltigen Erzählweise der Autorin passt. Bei einer ungekürzten Lesung dauert es gefühlsmäßig oft, bis die Handlung wirklich in Schwung kommt. Aber sowohl Juliet Marilliers Gespür für Worte als auch Tanja Gekes Gespür für deren Intonation machen es leicht, sich auf die Geschichte einzulassen. Warm und stark passt Gekes Stimme zur Ich-Erzählerin Sorcha, der Hauptfigur, die mit festem Willen unbeirrbar ihren Weg geht und Schreckliches erduldet, um Unmögliches möglich zu machen. Dabei bleibt Sorcha trotz allem erfreulich bodenständig und hebt sich dadurch signifikant von den Magierinnen und Kriegerinnen der üblichen Fantasy-Romane ab. Sie ist ein einfacher Mensch, nicht perfekt, nicht fehlerfrei, aber liebenswert – und sie reift im Verlauf der Handlung, entwickelt sich zu einer jungen Frau, die man gern auf ihrem schweren Weg begleitet.

Wie gut ist es da, dass „Tochter der Wälder“ nur der Auftaktband von Juliet Marilliers „Sevenwaters“-Zyklus bildet. Die Folgebände sollen im Monatsrhythmus ebenfalls als Hörbuchumsetzungen folgen. In ihrem Mittelpunkt stehen andere Frauen: Sorchas Tochter und ihre Enkelin. Doch auch deren Geschichten sind voll von der irischen Magie, den großen Gefühlen und jener packenden Atmosphäre, die „Tochter der Wälder“ zu etwas ganz Besonderem macht. Sevenwaters ist kein Ort, den man vergisst, wenn man ihn einmal gefunden hat …