„Die magischen Fälle des Peter Grant“ als Audible Original

„Die magischen Fälle des Peter Grant“ als Audible Original
08.10.18

Es gibt Polizisten, die es beirren mag, wenn der Zeuge bei einer Befragung plötzlich transparent wird und sich als Geist herausstellt. Und es gibt Constable Peter Grant. Der tut, was er in der Polizeischule gelernt hat: Er nimmt die Aussage des Geistes auf und schaut nach, ob es im Revier dafür ein passendes Excel-Formular gibt.

Weil es dennoch selbst für einen Londoner Straßenpolizisten etwas Besonderes ist, Gespenster zu sehen, wird er versetzt - nicht in den gesundheitsbedingten Ruhestand, sondern in eine Spezialabteilung zur Bekämpfung magischer Verbrechen. Einziges bisheriges Mitglied und Peter’s neuer Vorgesetzter: Inspector Thomas Nightingale, der letzte englische Zauberer. Nightingale nimmt Peter unter seine eleganten Fittiche und macht sich mit seinem Zauberlehrling daran, für Frieden im eher unbekannten Teil der Londoner Bevölkerung zu sorgen – Flussgötter, Hexen, Feen, Vampire und das ein oder andere bösartige Einhorn.

Vom Geheimtipp zum Bestseller

Mit dem Roman „Die Flüsse von London“ feierte die Mischung aus Urban Fantasy und Krimi im November 2011 Premiere und entwickelte sich vom Geheimtipp zum Dauerbrenner unter den Fans gepflegter britischer Skurrilitäten. Geschrieben von Ben Aaronovitch, Drehbuchautor der Kult-TV-Serie „Dr. Who“, steht die „Peter Grant“-Reihe mit inzwischen sechs Teilen und mehreren Novellen für schräge Figuren, typisch englischen Humor, weltoffene Diversität und Geschichten, in denen das gewitzte „Drumherum“ oft wichtiger ist als die verschlungene Handlung.

Neu: Peter Grant als Hörspiel

Für Zauberlehrling Peter Grant steht jetzt ein neuer Karrieresprung an: Er wird Hörspielheld! Audible produziert die Serie als eigene Hörspielreihe, und zwar - anders als die von Dietmar Wunder gelesenen Hörbücher – in voller Länge und ungekürzt! In Deutschland haben wir diesmal sogar die Nase vorn, denn in England sind die Hörspielrechte von Ben Aaronovitch nicht freigegeben. Und so starteten „Die magischen Abenteuer von Peter Grant“ am 5. Oktober 2018 in ein neues Zeitalter. Wie es sich gehört mit technisch perfektem Hörspiel-Sound, versierten Sprechern und eigens komponierter Musik. Die Stimmen sind jung, engagiert und werfen sich auch ohne große Namen mit Ehrgeiz in augenzwinkernde Erzählerpassagen und zauberhafte Dialoge. Im Hintergrund heulen Polizeisirenen, gibt Nightingale in seinem Jaguar Gas und spielt Jazzmusik. Teil 1, „Die Flüsse von London“, verschlägt uns auch hörbar in die englische Metropole und bietet über 12 Stunden Hörbuchunterhaltung der ganz besonderen Art.

Die Flüsse von London: Die magischen Fälle des Peter Grant 1

Autor:
Ben Aaronovitch, Miron Kleinbongard, David Gromer
Sprecher:
Leonard Hohm, Maximilian Laprell, Arlett Drexler, Max von Thun, Kerstin Dietrich, Angelika Bender
Spieldauer:
11:3 Std.

„Harry Potter“ für Erwachsene?

Peter Grant wird oft als "Harry Potter für Erwachsene" bezeichnet, und dieser Vergleich ist gar nicht falsch: Auch hier existiert neben der realen eine parallele fantastische Welt, von der die normalen Menschen keine Ahnung haben. Auch hier geht es typisch britisch zu. Und ebenso wie Harry wird Peter unvermittelt in diese Welt geschupst und hat noch viel darüber zu lernen. Mit dem „Gesichtslosen“ taucht sogar ein Voldemort ebenbürtiger Erzbösewicht auf, der sich durch alle Bände zieht. Für Kinder ist die Reihe allerdings nicht geeignet; Vampire mit mordlüsternen Geschlechtsteilen oder Gesichter zersetzende Flüche sind eindeutig für erwachsene Ohren bestimmt.

Krimi und Vielfalt-Plädoyer

Einiges ist aber auch anders in „Harry Potter“: Aaronovitch verpasst Peter’s Abenteuern einen klassischen Krimi-Rahmen. Neben viel Laufarbeit und Befragungen nimmt das bürokratische Prozedere der Londoner Metropolitan Police großen Raum ein – selbst wenn es sich bei den Befragten um bekiffte Halbelfen handelt oder das Ganze in ein Duell mit geschleuderten Feuerkugeln ausartet. Die schräge Düsternis paart die Reihe mit buntem Multi-Kulti und Diversität jeder Art: Arbeiterklasse mixt sich mit Oberschicht, Einwanderer mit Einheimischen, Menschen mit magischen Wesen. Peter Grant selbst stammt als Sohn einer sierra leonischen Mutter und eines englischen Jazzmusikers aus einfachen Verhältnissen; der Gerichtsmediziner ist ein muslimischer Schotte, und lesbische afrikanisch-britische Nachwuchsgöttinnen sind ebenso Teil des Ganzen wie bipolare Feen.

Magie aus dem Lehrbuch

Geradezu ernüchternd wirkt daneben die Magie, mit der Nightingale und Peter Verbrecher bekämpfen. Unser Zauberlehrling muss erstmal jede Menge Latein und Physik pauken, bis der erste Zauber sitzt, und beim Üben geht jede Menge zu Bruch. Tatsächlich lernt er schmerzhaft, dass Magie nicht nur jede Elektronik im Umkreis von mehreren Meter zerbrutzelt sondern leider auch Gehirnzellen.

Eine Hauptfigur: London

Quasi eine zweite Hauptfigur ist England’s Hauptstadt London: Jeder Serien-Titel konzentriert sich auf einen bestimmten Stadtteil mit seinen Eigenheiten, und jeder durchfließende Fluss wird von einer temperamentvollen Flussgottheit in Menschengestalt beherrscht. An der Spitze: „Mama Themse“, eine Matriarchin mit afrikanischen Wurzeln und heißblütigen Töchtern, die nicht nur Peter den Kopf verdrehen.

Die Mischung macht’s!

All das ist „Die Flüsse von London“: Als hätte man Harry Potter, Luther, Harry Dresden, Doctor Who, Sherlock Holmes und einen Londoner Reiseführer in einen Mixer geworfen und auf den Knopf gedrückt.

Die Logik bleibt dabei manchmal auf der Strecke, und Aaronovitch verirrt sich schon mal in unzähligen Nebengeschichten – aber so witzig, charmant und mit derartig kauzig-liebenswürdigen Figuren, dass das überhaupt nichts ausmacht. Nach den Romanen, den Hörbüchern und einer Comic-Reihe sind „Die magischen Fälle des Peter Grant“ eine weitere aufregende Variante, mit Peter Grant das magische London unsicher zu machen. Und für Hörspielfans ein ziemlich unwiderstehlicher Grund, in die Serie einzusteigen. Packt euer Latein-Wörterbuch ein und schaltet alle Elektrogeräte um euch rum aus: Es kann losgehen!

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