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Reisen bildet! Sagenhafte Städte

09.07.2012

Sagenhafte Hörbuchschätze warten auf dich!Sagenhafte Legenden zum Hören!
Städteführer mal anders – Stadt-Sagen und Legenden zum Hören!

Als Kind langweilte ich mich auf langen Autofahrten schrecklich. Kein Wunder – ich spreche hier von den 80igern, der Walkman war gerade erst erfunden und „nur was für Große“ wie mein Vater meinte. Beim Lesen im Auto wurde mir schlecht und die ganze Fahrt lang aus dem Fenster zu gucken, interessierte mich nicht sonderlich. „Erzählst du eine Geschichte?“ quengelte ich, wahrscheinlich weil ich wusste, dass mein Vater immer eine Erzählung parat hatte, und zwar fast immer eine Sage. Heute allerdings erinnere ich mich an kaum eine dieser märchenhaften Geschichten, schade, wie ich finde.

Vor kurzem plante ich einen Städtetripp quer durch Deutschland. Statt wie sonst nach einem spannenden Thriller zu suchen, entschied ich mich tatsächlich dafür, Sagen zu hören. Ich war sehr positiv überrascht!

Für meine Reise von Aachen über Nürnberg und Leipzig zurück nach Berlin waren die Städtesagen genau das Richtige: Kurze Geschichten aus dem Sagenfundus einer jeden Stadt, vorgetragen von unterschiedlichen Erzählern, häufig märchenhaft und manchmal richtig spooky!

Christine Giersberg: Aachen Sagen und LegendenAachen Sagen und Legenden Die erste Überraschung ist der Sprecher Uve Teschner. Er erzählt die Aachen Sagen und Legenden aus dem Verlag Michael John Media. Ich kannte ihn bisher nur als Sprecher von Thrillern und Krimis, doch hier zeigt Teschner, dass er wirklich ein Erzählkünstler ist. Witzig und lehrreich verpackt erfahre ich von den schlauen Aachener Bürgern, die sich beim Bau ihres Doms nicht vom Teufel ins Boxhorn jagen ließen. Zum Beweis, so die Legende, steckt noch heute eine Kralle des Teufels in einer der großen schweren Eisentüren des Doms. Auch zum Ursprung der Aachener Quellen oder zu den bis heute beliebten Aachener Printen werden Sagen erzählt. Als ich am Abend bei einem Glas Wein eine der Geschichten bei meinen Aachener Gastgebern zum Besten gebe, ernte ich wohlwollendes Gelächter, natürlich sind die Stadtsagen nichts Neues. Ich bin dennoch erstaunt, wie viele in der Runde weitere Geschichten ergänzend erzählen können.

Nürnberger Sagen und Legenden Nach ein paar Tagen Aufenthalt in der Karlsstadt, geht es weiter nach Franken. Die Nürnberger Sagen begleiten mich auf der Autofahrt, diesmal erzählt von Marco Kirchner, der die Geschichten  auswählte und neu verfasste. Ich muss über die altertümliche geschwollene Sprache sehr schmunzeln. Eine der Geschichten kannte ich: Die Sage vom Wunschring am Brunnen vor der Lorenzkirche hatte ich tatsächlich schon früher einmal von Nürnbergern gehört. Und natürlich habe auch ich schon den Wunschring am Brunnen gesucht und ihn so wie es in der Sage heißt drei mal gedreht. Die meisten anderen Geschichten aus dem Nürnberger Sagenschatz kenne ich jedoch noch nicht. Die fränkischen Erzählungen wirken ganz anders als die Aachen Sagen. Sie scheinen mir belehrender, teilweise sehr gruselig und haben nicht immer ein Happy End. In der Altstadt von Nürnberg kommen mir an vielen Orten Bilder der Sagen in den Kopf, so einprägsam hat Kirchner sie erzählt.

Leipziger Sagen Die Leipziger Sagen, die ich bei meiner Weiterfahrt nach Leipzig eine Stunde lang höre, treffen nicht so ganz meinen Geschmack. Irgendwie werde ich mit dem Sprecher Heiner Giersberg nicht warm und inhaltlich packen sie mich nicht so sehr wie die bisherigen Geschichten auf meiner Reise. Umso mehr freue ich mich kurze Zeit später über die Berliner Sagen und Legenden.

Kristina Hammann: Berliner Sagen und LegendenBerliner Sagen und Legenden Warum ist der Bär eigentlich das Wahrzeichen der Hauptstadt? Heiner Giersberg gibt die Sage von Albrecht, dem Bären, zum Besten, die mir gefällt. Mir gefällt auch, dass die beiden Kinder meiner Freundin, die mit ihr zusammen von Leipzig nach Berlin fahre, richtig gebannt zuhören. Erst recht als es finster wird, spitzen sie die Ohren: „Einen ganz bestimmten Platz in Berlin sollte man nachts unbedingt meiden“, rät der Erzähler in der Sage von der „Weißen Frau im Schloss zu Berlin“.  Denn hier spuke eine Dame umher, die aus Liebe zu einem Mann ihre beiden Kinder umbrachte und darüber wahnsinnig wurde. Wir hören die Sagen gemeinsam zu Ende und mir wird klar, wie zauberhaft solche Stadt-Geschichten sind. Eine echte Abwechslung für unterwegs! Neben den Städtesagen gibt es für Fans auch eine Sonderedition Deutsche Sagen und Legenden. Hier hat man wirklich die beste Auswahl, von verschiedenen Sprechern erzählt und sehr abwechslungsreich.

Die Berliner Sagen hörte ich mir übrigens mehrmals an – denn jetzt, wo meine kleine Deutschland-Bildungsreise vorbei ist, kann ich mit meinem erworbenen Berliner Sagenfundus wunderbar als Stadtführerin vor meiner Familie glänzen. Mein Vater wird staunen – mit Sagen und Legenden kann ich ihn ganz bestimmt begeistern!

Habt ihr auch schon andere Sagen und Legenden gehört?

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