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Ende mit Schrecken: Revival von Stephen King

02.03.2015

Revival“Stephen King kehrt zum Horror zurück”. So oder ähnlich hat es vor Erscheinen von ‘Revival’ in den Medien getönt. Vergesst das! Stephen King’s neuer Roman ist einfach nur das: ein Roman. Dass sich ganz am Ende ein Abgrund des Horrors auftut, ändert nichts an der Tatsache. Und das ist auch gut so.
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Um Monster ging es Stephen King eigentlich nie wirklich. Es ging – und geht – ihm um Ängste. Dass die mit dem Älterwerden nicht weniger werden, spiegelt sich im Romanwerk des 67jährigen Autors. Auch ‘Revival‘ spielt mit der Angst, sogar mit existentiellen Ängsten. Mit Fragen, die so alt sind wie die Menschheit. Mit dem Glauben, und wie man ihn verliert. Und mit Antworten, von denen man besser die Finger lässt.

Um uns damit zu konfrontieren, holt King weit aus. Das kennen wir von ihm. Das mögen wir an ihm. Über weite Strecken gehen wir mit Jamie Morton, treffen seine Familie, kommen ihnen durch King’s Talent für Charakterzeichnungen sehr nahe. Wir durchstreifen mit Jamie die Kindheit, waten dann durch eine kurze Karriere als Rockmusiker und eine längere im Drogensumpf.

Dabei kreuzen sich die Wege immer wieder mit denen von Pastor Charlie Jacobs, einer unheimlichen, besessenen Figur. Dessen Experimente mit Strom bergen von Beginn an Unheil, und sein predigender Wanderzirkus mag ebenso mit Gott wie mit dem Teufel im Bunde sein.

Am Schluss: pures Grauen

Es geht alles recht geruhsam vor sich, hat Längen und wirkt teils, als würde King den roten Faden verlieren. Sowas hat er schon besser gemacht. Mit ein paar weit verstreuten Momenten des Grauens erinnert der Meister jedoch immer wieder daran, dass sowohl seine Figuren als auch die Hörer auf dünnem Eis unterwegs sind.

Am Schluss eskaliert Jamie’s Suche nach der Wahrheit in einem Schreckensszenario, das in seiner Tragweite alles Bisherige von King in den Schatten stellt. Verstörend und traumatisch, definiert der Schluss diesen Roman und läuft einem noch lange nach.

In Englisch: David Morse

RevivalDie amerikanische Originalversion wird von Schauspieler David Morse gelesen. Dessen ältere, brüchige Stimme passt nicht ganz zu Jamie als Kind, dafür umso mehr zu Charlie und klingt mit jedem Verlust, jeder Falte und Narbe der alternden Figuren besser. JETZT ONLINE

In Deutsch: David Nathan

RevivalWenn David Nathan in den Stephen-King-Modus schaltet, kriecht einem Raureif die Wirbelsäule hoch. King’s deutscher Haus- und Hofvorleser hat viel Übung darin, seinem Publikum die vielfältigen Charaktere mit ganz viel Wärme ins Herz zu lesen, um dann mit feinen Stimmnuancen das Grauen über sie hereinbrechen zu lassen. Erschreckend perfekt. JETZT ONLINE