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Rizzoli und Isles: Jägerinnen statt Beute

Von: Saba
24.02.2015

Detective Jane Rizzoli und Pathologin Maura Isles sind seit letztem Monat wieder zurück im deutschen Fernsehen und das mit beeindruckenden Quoten. Tatsächlich sind Tess Gerritsens Protagonistinnen so beliebt, dass nicht nur gerade eine weitere Staffel gedreht, sondern mit Der Schneeleopard in Kürze ein neuer Titel in der Serie veröffentlicht wird - inzwischen bereits der Elfte. Sind die weiblichen Hauptcharaktere der Schlüssel zum Erfolg der packenden Thriller-Reihe?

Zwischen klischeehaft und komplex

Leider wirkt der Charakter Jane Rizzoli zumindest am Beginn der Serie wenig originell. Es handelte es sich bei ihr zunächst schlichtweg um eine frustrierte und latent-aggressive Polizistin, die sich wenig um ihr Äußeres schert und ständig auf Konfrontationskurs mit allen Männern in ihrer Umgebung steht, um sich zu beweisen. Es ist durchaus nicht verkehrt, dass in Krimis und Thrillern auf die Herausforderungen weiblicher Ermittlerinnen eingegangen wird, doch werden diese durch solch ausgediente Klischees schnell zur Parodie.

Das mag jedoch auch damit zusammenhängen, dass ihr in Die Chirurgin eher eine Nebenrolle zufiel. Mit den folgenden Teilen schrieb Gerritsen der Ermittlerin eine wesentlich authentischere Rolle auf den Leib. Auch Maura Isles, die erst ab Teil 2 (Der Meister) in der Serie auftaucht, entwickelt sich zu einem Charakter, deren Fehler nicht lächerlich sondern echt wirken, ohne ihre Kompetenz einzuschränken. Das gelang, obwohl dieser distanzierte “Engel der Toten” mit Porzellan-Teint und perfektem Auftreten zuerst wie ein eindimensionaler Gegenpart zu Rizzoli wirkte.

Auf der Spur des Killers statt auf dem Seziertisch

Die Handlung wird natürlich nicht allein von der Tatsache getragen, dass Frauen in ihrem Zentrum stehen. Gerritsen, eine ehemalige Internistin, weiß wovon sie spricht, wenn sie detailgetreu die grausamen Todesursachen der Opfer beschreibt und ihr Publikum Schritt für Schritt durch eine Obduktion führt. Die spektakulären Fälle, die sich die Autorin stets ausdenkt, sind nichts für empfindliche Mägen oder zarte Gemüter. Doch gibt es bei Gerritsen kein Schema F, kein Muster nachdem ihre Romane gestrickt sind. Was auffällt ist, dass das Erzähltempo oft gemächlich beginnt und dann rasant an Fahrt aufnimmt. Ihr Hang zu aufwendigen Spannungsbögen mag auch ihre Vorliebe für Autoren wie Stephen King und Douglas Preston erklären.

Hier geht’s zu einem exklusiven Video-Interview mit Tess Gerritsen.

Die Hörbücher zu “Rizzoli und Isles”

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