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Rocko Schamoni: Sternstunden der Bedeutungslosigkeit

14.02.2012

Rocko Schamoni beschreibt in Sternstunden der Bedeutungslosigkeit den Alltag von Michael Sonntag. Der Kunststudent reagiert unglücklicherweise vor allem auf eines allergisch…Kunst. Statt in die Uni zu gehen, hält er sich deshalb mit allerlei Jobs über Wasser und träumt heimlich von einer Karriere als Dichter. Nachts zieht er durch die Kneipen des Hamburger Schanzenviertels und vertreibt sich den Rest seiner Zeit mit Gameshows. Kurzum: Er befindet sich „in der Warteschleife des Lebens“…

Michael ist damit der typische Anti-Held, wie man ihn aus Geschichten von Sven Regener oder Nick Hornby kennt: Ins Leben geworfen strampelt er sich in einem Becken voller Einflüsse ab und findet keinen Halt. Man schließt ihn allerdings nicht ins Herz wie die sympathischen Verlierer Herr Lehmann oder Rob aus High Fidelity. Sonntag ist kein Sonntagskind, sondern gehört eher in die Kategorie „Ätzender Stinkstiefel“. Gerade das macht ihn aber auch interessant.

Viele der kleinen Alltagsepisoden kommen einem vertraut vor: Der kauzige Mitbewohner in der Studenten-WG, die Rückkehr in die provinzielle Dorfdisko, die man als Jugendlicher noch für den Mittelpunkt des Universums hielt, zermürbende Diskussionen beim Besuch der Eltern, lausige Jobs und kaputte Chefs. Schamoni gelingt es mit herrlich leichter Ironie, Michaels Mikrokosmos unter die Lupe zu nehmen.

Das Hörbuch ist übrigens eine live aufgezeichnete Autorenlesung. Schamoni verleiht der Geschichte mit spontanen Neuinterpretationen, Anekdoten und durch seine Nähe zum Publikum zusätzlichen Esprit. Seine schnoddrige, manchmal auch derbe Art nimmt den Hörer mit in ein Milieu aus Kuriositäten, schrägen Vögeln und viel Situationskomik – unbedingte Anhör-Empfehlung!