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Space Opera - Raumschiffe. Aliens. Kosmische Abenteuer.

Von: Gast
18.03.2013

Space Opera -  Raumschiffe. Aliens. Kosmische Abenteuer© Angela Harburn - Fotolia.com
Das Wesen der Weltraumoper Kino, Fernsehen und sogar das Buch grenzen die Fantasie – sichtbar – ein. Der Erzählraum eines Hörbuchs hingegen zeichnet sich durch vollkommene Grenzenlosigkeit aus. Denn nirgendwo anders als in den eigenen Gedanken entwickelt sich die Geschichte. Genauso grenzenlos ist der Weltraum der Science Fiction: In der Space Opera trifft das vielbeschworene Kopfkino auf den ‚Sense of Wonder‘.

Wer von euch schon einmal eine Space Opera gesehen oder gehört hat, weiß: Die Space Opera ist für die ganz großen Dinge in der Science Fiction zuständig. Das bedeutet: unendliche Weiten, gigantische Raumschiffe, Aliens und kosmische Rätsel. Das alles – plus ein hohes Erzähltempo. Denn es geht nicht nur um fantastische Technik, sondern um überlebensgroße Helden, furchtbar böse Schurken und eben um das ganz große Abenteuer – und das schon seit 1928, mit E. E. „Doc“ Smiths Roman The Skylark of Space (Die Abenteuer der Skylark), der ersten Weltraumoper.

Einen enormen Popularitätsschub erreicht die Space Opera in den 1960er und 1970er Jahren – dem Raumfahrtzeitalter. Es gibt wohl keinen unter uns, der nichts mit Star Trek oder Star Wars anzufangen weiß. Während Star Trek das Moment der Erforschung des Weltraums betont, unternimmt Star Wars eine beispiellose Vermischung verschiedener Erzählgenres: so treten im Science Fiction-Gewand Figuren und Motive aus Ritterroman, Märchen, Western und Fantasy auf.

Die großen Space Operas von heute Dann gibt es noch den deutschen Sonderweg: Denn nicht verschweigen darf man den einzigartigen Erfolg von Perry Rhodan. Der Astronaut Rhodan ist der „Erbe des Universums“ und unser Mann im All – eine Space Opera im Groschenheftformat, die seit 1961 jede Woche ein Heft an die Bahnhofskioske bringt, und den Leser in galaktische Weiten entführt.

Aktuell verfassen einige Autoren auch wieder Space Operas im ganz großen Stil – wie Dan Simmons mit seinem großartigen vierteiligen Zyklus Hyperion und Endymion. Nachgelegt hat Simmons mit dem Zweiteiler Ilium und Olympos, der wegen seiner Aussagen über den Islamismus auch für politische Diskussionen gesorgt hat.

Den russischen Bestseller-Autor Sergej Lukianenko muss man seit der – auch in Teilen verfilmten – Wächter-Trilogie nicht mehr vorstellen: Mit Sternenspiel und dem Nachfolger Sternenschatten legt er eine Weltraumgeschichte um den Kosmonauten Pjotr Chrumow vor, die alles enthält, was eine Space Opera benötigt: niedliche Reptilien-Aliens, überlichtschnelle Raumfahrt und eine kosmische Macht, die die gesamte Galaxie beherrscht – das geheimnisvolle „Konklave“.

Deutsche SciFi-Autoren im internationalen Vergleich Deutschland braucht den internationalen Space Opera-Vergleich allerdings nicht zu scheuen: Mit Andreas Eschbach und Andreas Brandhorst gibt es zwei Science Fiction-Autoren, die vor der Königsdisziplin der Space Opera nicht zurückschrecken. Mit Die Haarteppichknüpfer gelingt Eschbach ein fulminantes Debüt, das zwischen der Intimität einer Familiengeschichte und der Weite eines galaktischen Imperiums oszilliert. Nach dem Einzelroman Kelwitts Stern über den Besuch eines Außerirdischen auf der Erde kehrt er mit dem Roman Quest wieder in das Universum der Haarteppichknüpfer zurück – allerdings einige tausend Jahre davor. Der Raumschiffkommandant Eftalan Quest macht sich darin auf, nichts Geringeres, als das Rätsel vom Ursprung des Lebens zu lösen.

Auch Brandhorst, der als Übersetzer von Science Fiction-Romanen und als Autor der Perry Rhodan-Serie angefangen hat, schreibt mit dem Kantaki Universum an einer großangelegten Space Opera. Mit der Diamant-Trilogie (Diamant, Der Metamorph, Der Zeitkrieg) und der Graken-Trilogie (Feuervögel, Feuerstürme, Feuerträume) stellt er nicht nur die außerirdische Spezies der Kantaki vor, sondern behandelt Themen wie interstellares Reisen, Zonen unterschiedlicher Zeitlichkeit und die Unsterblichkeit.

Kommt die hohe Zeit der Space Opera zurück? Im Jahr 1969 hat der Mensch zum ersten Mal den Mond betreten – und das Interesse am Weltraum hat die ganze Welt erfasst. Aktuell bringt die NASA täglich faszinierende Bilder vom Mars. Ist die Zeit ist also wieder reif für Space Operas? Oder waren sie nie weg? Was denkt ihr?

Dr. Arno Meteling ist Literatur- und Medienwissenschaftler in Köln. Er hat unter anderem wissenschaftliche Arbeiten über Horror-Filme, Comics  und phantastische Literatur verfasst. Wir begrüßen ihn ganz herzlich als neuen Autor auf diesem Blog!

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