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Spionage, Verschwörung und Paranoia in Hollywood

Von: Gast
10.05.2013

Geheimnis und Verschwörung Teil III In dieser dreiteiligen Serie von unserem Gast-Autor Arno Meteling geht es um Verschwörungstheorien und Geheimgesellschaften.

Hier geht’s zum ersten Teil: Freimaurer, Illuminaten und Co – Geheimbünde damals und heute Und zum zweiten Teil: Geheime Zeichen – Verschwörungen in der Literatur

Trailer zu Der Dialog
 
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  Der Paranoia-Thriller: Spione und Verschwörer im Kalten Krieg Kommt die Verschwörung ins Kino, geht das fast immer mit dem Thema der Überwachung einher. Der Filmheld kämpft nicht nur gegen einen unsichtbaren und übermächtigen Gegner, sondern stets auch gegen ein Netzwerk an Spionen und Überwachungstechniken. Die Hochzeit des Paranoia-Thrillers sind die 1960er bis 1980er Jahre – vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Neben den reinen Spionagegeschichten sind dies vor allem Sydney Pollacks Film Die drei Tage des Condor (1975) und Alan J. Pakulas Trilogie Klute (1971), Zeuge einer Verschwörung (1974) und Die Unbestechlichen (1976) über die Watergate-Affäre. Einer der beeindruckendsten Filme zum Thema Überwachung ist Francis Ford Coppolas Der Dialog (1974). Gene Hackman spielt hier den vereinsamten Abhörspezialisten Harry Caul, der in ein Mordkomplott gerät und auf fatale Weise ein abgehörtes Gespräch fehldeutet. Der Film endet damit, dass Cauls eigene Wohnung abgehört wird. Obwohl er alles auseinandernimmt, findet er nichts – bis dem Zuschauer klar wird, dass er nichts finden kann, da die Überwacher hinter der Kamera beziehungsweise vor der Leinwand sitzen!
[caption id="attachment_23473" align="alignleft" width="271"]Will Smith spielte 1998 den "Staatsfeind Nr. 1". Photo: Harry Wad Will Smith spielte 1998 den "Staatsfeind Nr. 1" Photo: Harry Wad[/caption]
Totale Überwachung: Das Satellitenzeitalter Der inoffizielle Nachfolger von "Der Dialog" ist Tony Scotts Film Der Staatsfeind Nr. 1 (1998) – mit Will Smith als ein von der NSA (National Security Agency) verfolgter Anwalt und Gene Hackman wieder in seiner Rolle als Abhörspezialist. Der Hauptakteur ist allerdings die Überwachungstechnik: Nichts und niemand bleibt unbeobachtet – mit Mitteln von der kleinsten Wanze bis zum geostationären Satelliten. Zehn Jahre später zeigen Filme wie Der Mann, der niemals lebte (2008), die Spionage-Reihen zu James Bond, Jason Bourne, die Mission Impossible-Serie oder auch Fernsehserien wie 24 oder Alias, dass globale Satellitenüberwachung eigentlich eine ganz normale und auch nützliche Sache ist. Datenschützer haben sichtlich einen schweren Stand in Hollywood! Der Generalverdacht: Ist nicht alles eine Verschwörung? 1982 stellt der Philosoph Hilary Putnam die Frage: Was, wenn wir nur Gehirne in einem Tank sind? Was, wenn alles um uns herum eine Simulation ist? Diese Frage beantwortet eine neue Generation des Verschwörungsfilms um die Jahrtausendwende: Ist die Welt, in der wir leben, real oder wird sie uns nur vorgegaukelt? Filme wie The Game (1997) oder Die Truman Show (1998) zeigen dies als aufwändige logistische Operationen. Dass dies inzwischen aber auch längst von einem Computer übernommen werden kann, illustrieren Filme wie Nirvana (1997), eXistenZ (1999), Matrix (1999), The Thirteenth Floor (1999), Possible Worlds (2000) oder Avalon (2001). Die Frage lautet hier: Kann es überhaupt einen Ausweg aus der totalen Verschwörung geben? Das Nostalgieprogamm: Spurensuche und Schnitzeljagd im Kino Auf sehr nostalgische Weise kommt im 21. Jahrhundert dann wieder Übersicht ins Kino. Filme wie die Dan Brown-Verfilmungen Der Da Vinci Code - Sakrileg (2006), Illuminati (2009) und bald Das verlorene Symbol genau wie die beiden Disneyfilme Das Vermächtnis der Tempelritter (2004) und Das Vermächtnis des geheimen Buches (2007) über das Wirken der Freimaurer bringen verschwörerische Geheimbünde auf die Leinwand. Geschichte erweist sich hier als buntes Sammelsurium voller Rätsel, Geheimnisse und Verschwörungen. Diese gilt es von Helden – die sichtlich dem Pulp-Archäologen Indiana Jones nachempfunden sind – abenteuerlich zu entschlüsseln und aufzudecken.

Fazit Verschwörungstheorien sind tief in unserer Geschichte und Kultur, in unserem Reden und Denken verankert. Häufig richtet sich der Verdacht nicht auf obskure Geheimbünde, sondern ganz banal auf die eigene Regierung oder auf „die da oben“. Spannender ist es, wenn Bücher und Filme uns zeigen, dass Verschwörungstheorien recht haben, dass nämlich tatsächlich geheime Kräfte am Werk sind. Vielleicht dienen solche Geschichten aber ebenfalls nur der Ablenkung – zum Beispiel zur Akzeptanz von Überwachungstechniken. Wie heißt es so schön: „Nur weil du paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind.“ Oder? Wie seht Ihr das?

 

Ende der Reihe “Geheimnis und Verschwörung”

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