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Steve Jobs: Die Biographie als ungekürztes Hörbuch von Walter Isaacson

05.12.2011

Paul leitet das Team für Neukundenmarketing. Der gebürtige Hamburger ist leidenschaftlicher Koch - man findet ihn fast jeden Samstag auf dem Winterfeldt-Markt, damit er am Wochenende seine Freunde bekochen kann.

Das Hörbuch Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers ist die Beleuchtung eines Menschen, der in den letzten Jahrzehnten die Welt verändert hat.

Ich bin Fan der Apple-Produkte. Aus zwei einfachen Gründen: Sie sind schön und sie sind intuitiv zu benutzen. Steve Jobs selber ist teils genial, teils unmenschlich, teils visionär und teils konservativ. Er kehrt all diese Eigenschaften nach außen, trägt sie vor sich her und je nachdem in welcher seiner Welten er sich gerade befindet, so wird er eben von Menschen um sich herum wahrgenommen. Diese Wahrnehmung ist sehr unterschiedlich, wie jeder weiß, der den Smalltalk über Steve Jobs einmal probiert hat. Die Biographie ist keine Hilfestellung sich ein klareres Bild zu machen, aber es trägt dazu bei, seine vielen verschiedenen Facetten und Welten besser zu verstehen.

Die Interviews im Hörbuch sind faszinierend und empörend zugleich. Man bekommt einen hervorragenden Eindruck, wer Steve Jobs war und wie es gewesen sein muss mit ihm zu leben oder zu arbeiten. Es ist eine Folge von Episoden aus Steve Jobs’ Leben, die kein Blatt vor den Mund nimmt und man an der einen oder anderen Stelle einen tiefe Abneigung verspürt. Die Art und Weise, wie er Menschen behandelt ist in vielen Fällen untragbar. Kein Mensch will einen solchen Mann in seiner Umgebung haben.

Aber es gibt auch eine andere Seite und die ist genial. Dieser Genius hat Menschen immer wieder zu ihm und zu Apple getrieben. Die Kunst Menschen zu Höchstleistungen zu treiben, an eine Sache im tiefsten Sinne des Wortes zu glauben und intuitive Entscheidungen zu treffen. Menschen auf dem Weg die Zukunft zu gestalten, anstatt sie zu verwalten, zu begleiten, anzutreiben und sie als Teil des großen Ganzen zu machen.

Das konnte Steve Jobs: Das große Bild vor einem Menschen formen, es selber nicht aus den Augen verlieren und dabei mit fast schon krankhafter Obsession auf kleinste Details in der Ausübung zu achten. Das spiegelt sich in vielen Punkten wieder. Unter anderem erfährt man, warum es in der Apple-Welt überall abgerundete Ecken gibt, was User-Experience für Steve Jobs bedeutet und in welchen Dingen sich Walter Gropius und Steve Jobs sehr gut verstanden hätten.

Man begleitet Steve Jobs von der Garage der Eltern zum College. Man ist bei der Gründung von Apple dabei, den ersten Aufträgen, dem Scheitern Mitte der 80er Jahre und der Wiederaufnahme bei Apple nach Steve Jobs’ Stationen bei Next und Pixar. Der zweite erfolgreiche Anlauf bei Apple, den wir bis in dieses Jahr begleitet haben, beleuchtet die Welt, wie iPod, iPhone und iPad entstanden sind und das eine Produkt auf das alle noch warten. Er sagt, er habe die Lösung endlich gefunden und werde eine weitere Industrie revolutionieren. Er meint das Fernsehen. Warten wir’s ab.

Hört oder lest die Biographie, denn das Leben von Steve Jobs ist voll von facettenreichen Geschichten, die Walter Isaacson hervorragend zusammengetragen hat. Es ist keine Glorifizierung der Erfolge, die sich in Steve Jobs’ Leben ereignet haben, sondern die Würdigung eines Mannes, der Spuren hinterlassen hat.