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Ein Hoch auf Stimme und Sprecher

12.04.2016

„Die Stimme zählt“ – das finden wir auch. Weil keine Stimme wie die andere klingt, haben wir 9 Sprecher ausgewählt, deren Stimmvielfalt wir auf unserer Seite zum Tag der Stimme vorstellen. Unser Sprecherbonus: Wir verraten hier im Blog noch ein paar süße Geheimnisse über “Stimme und Sprecher” mehr.

Die dunkle Seite der Stimme

Eigentlich hätte Simon Jäger den Oscar für seine Synchronisierung des Jokers (alias Heath Ledger) in „Batman – The Dark Knight“ verdient. Er hat dem Wahnsinn im wahrsten Sinne des Wortes seine Stimme gegeben und das hat er irre gut gemacht. Dabei mag Simon eigentlich lieber leichte Stoffe als psychische Abgründe. Denn wenn er düstere Krimis und Thriller einspricht, braucht er manchmal ein ganzes Wochenende, um besonders brutale Szenen zu verdauen.

Nathan, der Vielstimmige

Wer ihn hört, denkt an verrückte Piraten, die Karibik, Gotham City, den Milliardär im Fledermauskostüm und an Althorrormeister Stephen King. Weniger bekannt ist, dass David Nathan mit Begeisterung die sonderbaren Geschichten von Haruki Murakami zu Besten gibt und sich mit Simon Jäger regelmäßig zu den Prima Vista Lesungen trifft, bei denen die beiden aus dem Stehgreif Texte aus dem Publikum vortragen.

Der Klangfarbenspieler

Obwohl Uve Teschner gerne für harte Thriller gebucht wird, hat er eine Passion für Literarisches. So bereitet es ihm großes Vergnügen Alles ist erleuchtet von Jonathan Safran Foer vorzutragen oder deutschen Klassikern von Kleist bis Storm frischen Schwung zu geben. Ein „pikantes“ Detail darf hier nicht fehlen: Für „Fifty Shades of Grey“ hat Uve hat die Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Kinogänger eingesprochen.

Wir haben Uve Teschner 2011 zum Video-Interview getroffen.

Eine Frau für starke Stimmen

Wenn man Vera Teltz so zuhört, kann man gar nicht glauben, dass sie früher eine kaputte Stimme hatte. Die „leicht entflammbare“ (Vera über sich) Sprecherin musste tatsächlich wieder lernen mit ihrer Stimme zu sprechen. Vielleicht mag sie gerade deshalb mutigere Frauen – oder schräge Charaktere wie Helena Bonham Carter in „Alice im Wunderland“ als Rote Königin, die Vera mehr als überzeugend synchronisiert hat.

Vera Teltz im Video-Interview oder noch persönlicher auf einen Schnack im Winter 2014.

Ziemlich findiger Sprecher

Sascha Rotermund wollte unbedingt Sprecher werden. Also hat der gelernte Theaterschauspieler im Heimstudio kurzerhand Süskinds „Die Geschichte von Herrn Sommer“ aufgenommen, ist in einen CD-Laden gestiefelt und hat dort die Adressen sämtlicher Hörbuch-Verlage abgeschrieben. Dann hat Sascha seine Aufnahmen einfach an die Verlage geschickt … und konnte sofort mit dem Sprecherdasein anfangen.

Sascha Rotermund im Video-Interview.

Eine Stimme wie Knallbonbons

Sie hat keine Scheu vor schrillen Charakteren: Tanja Geke synchronisiert von Manga bis Bollywood gerne alles, was grell, farbenfroh und ein bisschen anders ist. Als Manga-Figur Shin Chan hat sie sogar eine ganze CD eingesungen. Das allerdings ist naheliegend, denn Tanja singt für ihr Leben gern und gut, was sie schon mit ihrer Band Tante Bob (an der Gitarre: Simon Jäger) unter Beweis gestellt hat.

Der Stimmwunder

„Mein Name ist Bond, James Bond.“ Es ist nichts Neues, dass Dietmar Wunder seit „Casino Royale“ Daniel Craig synchronisiert. Dass er jedoch ganz früher mal als Optiker angefangen hat, dürfte nicht so geläufig sein. Sean Connery und Paul Newman hatten Schuld daran, dass Dietmar den Beruf wechselte – und zu einem der erfolgreichsten deutschen Synchronsprecher avancierte.

Hörbuchpreis gegen Studium

Wenn von Maria Koschny die Rede ist, fällt irgendwann auch Die Tribute von Panem. Denn Maria synchronisiert Jennifer Lawrence im Film und spricht Katniss in der Hörbuch-Trilogie. Aber wie Lawrence vor die Kamera möchte die junge Sprecherin nicht so gerne. Sie will lieber gehört werden – und ist mit so viel Leidenschaft dabei, dass sie für den Sprecherberuf ihr Studium geschmissen hat.

Der Stimmregisseur

Als Dramaturg weiß Frank Arnold gut, wie er seine Stimme richtig in Szene setzt, denn Erfahrungen mit Inszenierungen hat er viele. Bereits als 20jähriger durfte er dem unsterblichen Samuel Beckett bei den Theaterproben zu „Play“ („Spiel“) am Schillertheater in Berlin assistieren. Damals noch als Beleuchter; diese Erfahrung hat ihn jedoch geprägt. Heute leuchtet er mit seiner Stimme Romanfiguren in Hörbüchern aus.

Frank Arnold im Video-Interview.

Mehr zum Thema Stimme und Sprecher

Mehr Tipps für Hörbücher der vorgestellten Sprecher findet ihr hier.