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Thees Uhlmann

05.01.2016

Musiker, Autor und Fußballfan

Glaubt man den ersten Liedzeilen des Songs Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf, wurde Thees Uhlmann im Frühling ´74 im Sternzeichen Widder in einem Kadett geboren und über seinem Bett hing ein Poster von Fußballspieler Pierre Littbarski. Der Musiker und Autor Thees Uhlmann wurde tatsächlich am 16. April 1974 im Sternzeichen Widder geboren. Das lässt sich schnell herausfinden. Ob zu seinem Lebensbeginn auch Kadett und Littbarski-Poster anwesend waren oder ob dieser Teil der Geschichte dem lyrischen Ich des Songs zuzuschreiben ist, weiß vielleicht nur der Autor selbst.

“Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf” ist einer der längsten Songtitel der deutschen Popgeschichte. Es ist außerdem die erste Singleauskopplung aus Thees erstem Soloalbum mit dem Titel Thees Uhlmann, das 2011 erschien und der Song mit dem Uhlmann im selben Jahr für Hamburg beim Bundesvision Song Contest antrat und den 8. Platz belegte. Aber auch schon vor der Veröffentlichung dieses Songs war Uhlmann bekannt. Als Sänger der Hamburger Indie-Rock-Band Tomte feierte er Anfang der 2000er Jahre erste Erfolge. Im Anschluss startete er seine Solokarriere und dieses Jahr schlug er noch einen anderen Karriereweg ein, nämlich den als Autor.

Sophia, der Tod und ich

Am 8. Oktober 2015 erschien sein Debüt-Roman Sophia, der Tod und ich beim Verlag Kiepenheuer & Witsch. Der Tod klingelt plötzlich an der Tür des Erzählers und sagt ihm, er habe nur noch drei Minuten zu leben. Mit dem Tod und seiner Ex-Freundin Sophia im Schlepptau macht sich der Erzähler auf den Weg zum Geburtstag seiner Mutter und schafft es seine Lebenszeit auf dieser Reise durch witzige Wortgefechte zu verlängern.

Thees Uhlmann ist vieles auf einmal. Er ist Musiker und Autor, Nordlicht und Fußballfan, hat auch schon mal eine Rolle im Fernsehen übernommen und scheint sich vor allem in seiner Vaterrolle sehr wohlzufühlen. Auch für das Hörbuch zu Sophia, der Tod und ich stellte sich Thees Uhlmann selbst ins Tonstudio und machte aus den 320 Buchseiten 5:29 Hörbuchstunden.

Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann

Sophia, der Tod und ich

Autor:Thees Uhlmann

Sprecher:Thees Uhlmann

Spieldauer:05:29 Std., ungekürzt

 

Tomte-Sänger und Studienabbrecher

Die Band, die später einmal Tomte heißen sollte, gründete Thees Uhlmann schon zu Schulzeiten in seinem Geburtsort Hemmoor im Landkreis Cuxhaven. Ende der 80er Jahre trug die Band noch den Namen warpigs, später wurde sie nach einem Kinderbuch von Astrid Lindgren in Tomte Tummetot umbenannt, 1994 wurde daraus Tomte.

Lehrerkind Thees Uhlmann wollte nach dem Abitur 1993 in die Fußstapfen seiner Eltern treten und studierte ab 1996 in Köln Englisch und Politik auf Lehramt. Für Politik galt es eine Matheprüfung zu bestehen, an der Uhlmann mehrfach scheiterte. Auch der Wechsel an die Universität Hamburg war schwer. Uhlmann kam drei Mal nicht rein, weil er bei der Bewerbung Häkchen falsch setzte. Mit der Bürokratie steht der mittlerweile 41-Jährige noch immer auf Kriegsfuß. Aber auch in Hamburg, wo er letztendlich Englisch, Politik und Pädagogik studierte, nervte ihn der Unibetrieb. Nicht nur Professoren und Referate, sondern auch die anderen Studenten gingen ihm auf den Keks und so bedankte er sich im Jahr 2000 bei seinen Eltern für die Investition in seine Bildung, die er nun leider in den Sand setzen müsse und brach das Studium ab.

Tomte und der Erfolg

Thees Uhlmann scheiterte als Student, denn seine Leidenschaft lag bei seiner damals noch unbekannten Band Tomte. Um sich über Wasser halten zu können, arbeitete Thees schwarz bei einem privaten Altenpflegedienst. Zeitweise hatte er in seinen 20ern keine Krankenversicherung. Dafür hatte er Zeit. Zeit, die er in die Musik und in Tomte investierte.

Bereits 1998 hatte die Band gemeinsam mit dem befreundeten Marcus Wiebusch von der Band Kettcar das Album Du weißt, was ich meine aufgenommen und veröffentlicht.

Zwei Jahre später gründeten Tomte ihr eigenes Label namens Hotel van Cleef, welches nach dem Zusammenschluss mit Marcus Wiebuschs Plattenfirma zu Grand Hotel van Cleef wurde. Mit ihrem dritten Album Hinter all diesen Fenstern konnten Tomte die ersten kleineren Erfolge feiern: Platz 50 in den deutschen Albumcharts, ein vielgespieltes Video im Musikfernsehen, Medienaufmerksamkeit, kleinere Preise und dann immer mehr ausverkaufte Clubkonzerte, Auftritte im Vorprogramm größerer Bands und die ersten Festivals.

Der Durchbruch kam 2006 mit Buchstaben über der Stadt. Das Album stieg auf Platz 4 der Charts ein. Tomte war nun nicht nur jedem in Deutschland ein Begriff, es folgten auch Einladungen vom Goethe-Institut nach Russland. Beim nächsten Album Heureka, erschienen 2008, ging es im Anschluss für ein paar Konzerte in die USA.

Thees Uhlmann als Solo-Künstler, Vater und Autor

Heureka ist bisher das letzte Album der Band Tomte. Offiziell pausiert die Band seit 2010 bis auf unbestimmte Zeit. Thees Uhlmann macht seither als Solo-Künstler Musik und hat zwei Alben veröffentlicht: Thees Uhlmann und #2. Auch allein war und ist er als Musiker erfolgreich. Seine Songs entwickelten sich weiter. Er selbst sagt, mit Mitte 20 ging es in seinen Texten viel um ihn selbst, Mitte 30 nahm er sich und seine Probleme nicht mehr ganz so wichtig. In den Songs auf dem aktuellsten Album #2 geht es um den 7. März, den Geburtstag seiner Mutter und Rudi Dutschke, um Krieg, Liebe, das Ruhrgebiet, Wien und Cuxhaven.

Die Erfolgskurve von Thees Uhlmann stieg langsam, aber stetig nach oben. Tomte war keine Band, die mit einem Song durch die Decke ging, sondern die sich kontinuierlich weiterentwickelte und damit Erfolg hatte.

Thees Uhlmanns Herz schlägt aber nicht nur für die Musik. Seit er Vater geworden ist, nimmt seine Tochter einen wichtigen Platz in seinem Leben ein. In Interviews erzählt Uhlmann von der Zeit auf dem Spielplatz und zitiert Campino von den Toten Hosen: „Kinder sind der wahre Rock’n Roll“. Uhlmann schreibt, wenn seine Tochter im Kindergarten - bzw. jetzt in der Schule - ist. Und es sind nicht nur Songtexte, die dabei entstehen.

2015 feierte Thees Uhlmann sein Debüt als Autor und schlug damit einen weiteren künstlerischen Karriereweg ein. Geschrieben hatte allerdings schon vorher, nämlich für die Magazine Intro, Spex, Vision und Musikexpress. Während einer Tocotronic-Tour, die er im Jahr 1999 begleitete, erschien mit Wir könnten Freunde werden: Die Tocotronic-Tagebücher bereits ein erstes Buch von Thees Uhlmann.

Buchtrailer zu “Sophia, der Tod und ich” von Thees Uhlmann

Ein FC St. Pauli-Fan in Berlin

Obwohl man Thees Uhlmann immer mit Hamburg assoziiert, lebt dieser mittlerweile in Berlin. Wenn es um Fußball geht, ist er als FC St. Pauli-Fan aber Hamburger durch und durch. Die Vereinshymne vom FC Pauli Das ist Fußball ist voll Thees Uhlmann und auch in Sophia, der Tod und ich geht es um Fußball.

Sowohl in seinen Songs als auch im Roman schreibt Thees über normale Menschen, über “Das Mädchen von Kasse zwei” oder über den unmotivierten Held im Schildkröten-Modus, den erst der Tod so richtig zum Leben bringt. Die Geschichte von Thees Uhlmann ist die Geschichte eines Künstlers, der sich seinen Erfolg erarbeitet und verdient hat. Er freut sich ehrlich über die Aufmerksamkeit, die seiner Kunst entgegengebracht wird und sieht diese nicht als selbstverständlich an. Thees Uhlmann schreibt nicht nur über Menschen wie du und ich, er ist auch einer: ein musizierender, schreibender Fußballfan und Vater aus Hemmoor in Niedersachsen mit einer großen Portion Kreativität und Talent.

Wenn ihr euch selbst von Thees Uhlmanns Fähigkeiten als Hörbucherzähler überzeugen möchtet, könnt ihr das mit dem Hörbuch Sofia, der Tod und ich. Audible-Neulinge können sich das Hörbuch kostenlos herunterladen.