Audible

Die Erfolgsgeschichte von Tschick

15.09.2016

Tschick-Fans haben sich diesen Tag vermutlich längst fett im Kalender angestrichen: Am 15. September erscheint endlich der Kinofilm zu Wolfgang Herrndorfs Jugendroman Tschick. Wer schon ewig auf diesen Tag hinfiebert, kann sich die Wartezeit mit dem “Tschick” Hörbuch vertreiben. Vor drei Jahren erschien bereits die gekürzte Version mit Hanno Koffler als Sprecher bei Audible. Pünktlich zum Filmstart ist nun auch das ungekürzte “Tschick” Hörbuch mit Marius Clarén als Erzähler erhältlich.

Tschick von Wolfgang Herrndorf

Tschick

Autor:Wolfgang Herrndorf

Sprecher:Marius Clarén

Spieldauer:06:18 Std., ungekürzt

Erfolg und Schicksal

Die Erfolgsgeschichte um “Tschick” hat einen traurigen Beigeschmack. Nachdem das Buch im Jahr 2010 erschien, gewann die Geschichte um die Freundschaft zwischen dem 14-jährigen Maik und dem russischen Spätaussiedler Tschick zahlreiche Preise, z.B. den Deutschen Jugendliteraturpreis. Allein in Deutschland verkaufte sich der Bestseller über eine Millionen Mal. “Tschick” wurde in 24 Sprachen übersetzt und feierte internationale Erfolge. Am wenigsten damit gerechnet hatte wohl der Autor selbst.

Durchbruch und Diagnose

Wolfgang Herrndorf hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Bücher veröffentlicht, doch es war “Tschick”, der den literarischen Durchbruch bedeutete. Allerdings wurde der Autor im selben Jahr mit einer schlimme Diagnose konfrontiert: In seinem Kopf wuchs ein bösartiger Hirntumor, ein sogenanntes Glioblastom.

“Das ist etwas Gehirneigenes, das bildet keine großen Metastasen, wächst nur sehr schnell, läßt sich nicht endgültig bekämpfen und ist zu hundert Prozent tödlich“, schrieb er damals in seinem Blog Arbeit und Struktur, der posthum sowohl als Buch, also auch als Hörbuch erschien.

Arbeit und Struktur

Seinem literarischen Schaffen war plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes eine Deadline gesetzt. Sie hatte nichts mehr mit drängelnden Lektoren zu tun, Herrndorf glaubte seinen Ärzten, die ihm noch ein Jahr Lebenszeit vorhersagen.
Ich werde noch ein Buch schreiben, sage ich mir, egal wie lange ich noch habe, wenn ich noch einen Monat habe, schreibe ich eben jeden Tag ein Kapitel. Wenn ich drei Monate habe, wird es ordentlich durchgearbeitet, ein Jahr ist purer Luxus. - Wolfgang Herrndorf

Sand und die Tschick-Filmrechte

In Windeseile beendete er die Arbeit an “Tschick”, schrieb den Roman Sand und verfasste dann sein Testament. Er verkauft die Filmrechte von “Tschick” und kommentierte seinen Erfolg und den steigenden Kontostand wie folgt:
Gerade werden die Filmrechte verhandelt. Und das ist vielleicht der Punkt, wo ich dann doch so eine Art von Ressentiment empfinde: 25 Jahre am Existenzminimum rumgekrebst und gehofft, einmal eine 2-Zimmer-Wohnung mit Ausblick zu haben. Jetzt könnte ich sechsstellige Summen verdienen, und es gibt nichts, was mir egaler wäre. – Wolfgang Herrndorf
Am 26. August 2013, ungefähr zwei Jahre nach seinem errechneten Todesdatum, tötet sich Herrndorf am Ufer des Hohenzollernkanals, einem seiner Lieblingsplätze in Berlin, selbst. Es gab für ihn keine Aussicht auf Genesung und sein Gesundheitszustand hatte sich rapide verschlechtert.

Roman, Hörbuch, Theaterstück und Film

Dass das Theaterstück “Tschick” in der Saison 201213 das am häufigsten gespielte Stück auf allen deutschen Theaterbühnen war, mag Herrndorf noch miterlebt haben. Er beauftragte auch noch zu Lebzeiten Lars Hubrich mit dem Schreiben des Drehbuches für den Kinofilm, der nun erscheint. Fatih Akin übernahm die Rolle des Regisseurs erst nach dem Tod von Wolfgang Herrndorf.

Roadmovie: Zwei Jungs und ein geklauter Lada im wilden Osten

Der Trailer zum Film macht auf jeden Fall große Lust die Geschichte über die beiden Jungs und ihren geklauten Lada noch einmal auf der großen Kinoleinwand zu erleben. Schade, dass der Autor selbst nicht mehr erfährt, wie dieser Teil seiner Erfolgsgeschichte um Tschick weitergeht.

Danke, Wolfang Herrndorf für diese großartige Geschichte, die ihre vielen Fans auf der ganzen Welt wirklich verdient hat. Danke für Roman, Hörbuch, Theaterstück und Film.