Emilia Schüle und Friedrich Mücke über "Virtual Island"

Maria Aust | 12.08.22

Eine virtuelle Welt, ein darin verschollener Milliardär und ein leicht irres Team: Die Schauspieler Emilia Schüle und Friedrich Mücke über ihre Rollen im neuen Sci-Fi-Comedy-Abenteuer "Virtual Island".

Virtual Island Emila Schüle-Friedrich Mücke (1)

Der prominente Mr. Wagner verschwindet aus einem Virtual-Reality-Abenteuer. Lästig für Derek Ambrose (Friedrich Mücke), dessen Mutter (Katharina Thalbach) den virtuellen Park "Pangalaman Island" einst gründete: Er will schnell zurück zu seinem virtuellen Date mit einem Supermodel in Paris. Derek stellt für die Suche eine Truppe aus mehr oder weniger fähigen Mitarbeitern zusammen. Darunter Faith (Emilia Schüle), seine Ex-Freundin und Progammiererin des Parks, und sein überdrehter Concierge Beasley (Matthias Matschke). Eine wilde Suche beginnt.

"Virtual Island - Ein Fast Reales Abenteuer" ist ein Sci-Fi-Höllenritt mit schrägem Plot, witzigen Szenen und - was sonst in der virtuellen Welt - unerwarteten bis dramatischen Wendungen. Im neuen Audible Originals Hörspiel sind einige der besten deutschen Schauspieler zu hören. Emilia Schüle ("Wunderschön", "Jugend ohne Gott") und Friedrich Mücke ("SMS für Dich", "Funeral for a Dog") erzählen, wie sie in Sprechrollen hineinfinden und ob sie auch privat in einer virtuellen Welt Urlaub machen würden.

Was hat euch an der Story von "Virtual Island" gefallen?

Friedrich Mücke: Es geht im Grunde um das Zurechtkommen des Menschen in der virtuellen Realität. Das ist ein sehr modernes Thema, das wir alle bereits erleben. Wir müssen uns dauernd mit fortschreitender Technik beschäftigen. Die virtuelle Realität als großes Szenario steht uns in seiner Endkonsequenz noch bevor. Ich glaube, es geht in diesem Hörspiel auch stark um die Sehnsucht, dass wir Menschen die virtuelle Welt beherrschen können.

Emilia Schüle: Es ist ein total crazy Genre - Science-Fiction-Thriller meets Comedy. Das Hörspiel ist wirklich sehr lustig, aber auch sehr schräg: Das Team begegnet einem virtuellen Charakter, der ein Ich-Bewusstsein entwickelt hat und dafür sorgen will, dass diese Menschen die virtuelle Welt nie mehr verlassen. Letztlich geht es in "Virtual Island" auch um menschliche Beziehungen - um Liebe, Freundschaft und Familie, aber auch um Einsamkeit, Sehnsüchte, um eine Flucht aus der realen Welt.

Virtual Island: Ein fast reales Abenteuer
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Virtual Island: Ein fast reales Abenteuer

Geschrieben von:John Lutz, Stuart Kummer
Gesprochen von:Friedrich Mücke, Emilia Schüle, Matthias Matschke, Kida Khodr Ramadan, Katharina Thalbach, Sonsee Neu, Katjana Gerz
Spieldauer:4:40
Typ:Ungekürztes Hörspiel
Zum Hörbuch

"Es ist ein total crazy Genre - Science-Fiction-Thriller meets Comedy."

Emilia Schüle

Beschreibt eure Figuren doch bitte.

Friedrich Mücke: Derek ist ein Macher und sehr schnell. Er ist in der Geschichte aber auch auf Hilfe angewiesen. Derek hat es mit den Menschen in seiner Umgebung nicht immer leicht. Darum lebt er allein und zurückgezogen in der virtuellen Realität. Das ist auch das Abgefahrene an der Story: Dass man Derek so nie kennenlernen würde, weil er in einem Fantasieraum lebt.

Emilia Schüle: Faith ist ein klassischer Computernerd. Sie ist die Programmiererin des virtuellen Parks und somit die Architektin des Ressorts. Sie hat ein sehr wissenschaftliches Interesse daran, dass ein virtueller Charakter ein Ich-Bewusstsein entwickelt hat. Deswegen sieht sie ihn gar nicht richtig als Bedrohung an, sondern findet ihn einfach faszinierend. Deswegen verhält sie sich moralisch vielleicht nicht immer ganz korrekt.

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Wie erweckt man im Tonstudio so eigenwillige Figuren zum Leben? Gestikuliert man viel, macht man vorher ein Stimmtraining?

Friedrich Mücke: Wenn ich im Moment der Aufnahme sehr stark im Text stehe, dann bin ich schon sehr körperlich, ja. Manchmal muss ich den Regisseur auch fragen, ob es zuviel Bewegung ist, weil die Geräusche dann zu laut sind. Aber es hilft schon fürs Spiel. In dieser kleinen Kabine nutze ich schon alles, was ich habe.

Emilia Schüle: Kommt man vom Filmset, denkt man oft, dass man einfach die gleiche Emotionalität benutzen muss, wie wenn die Kamera ganz nah dran ist. Das ist ein Irrglaube. Man muss tatsächlich mehr lernen, mit seiner Stimme umzugehen. Aber ansonsten mache ich auch im Tonstudio meine Hampelmänner, schreie herum und habe einfach Spaß.

Welche Szenen sind euch nach der Aufnahme länger in Erinnerung geblieben?

Friedrich Mücke: Oft bleiben mir die Szenen im Kopf hängen, die mehr verlangen. Sei es emotional oder auf der Comedyebene, wo es darum geht, einen Witz gut zu landen. Gerade bei einem lustigen Hörspiel wird daran oft extrem gearbeitet. Das klingt danach so easy, aber Comedy ist die Königsdisziplin. Ein paar Sachen sind uns in "Virtual Island" gemeinsam wirklich gelungen.

Emilia Schüle: Meine größte Herausforderung war die Gesangsszene in New York am Brunnen. Keiner hat mir gesagt, dass ich singen muss. Ich dachte immer, ich bin ganz okay darin. Seit wir diese Szene aufgenommen haben, habe ich da eine andere Meinung.

"Virtual Island handelt auch von der Sehnsucht, die virtuelle Welt beherrschen zu können."

Friedrich Mücke

Was ist für euch der größte Unterschied zwischen Film und Hörspielaufnahmen?

Friedrich Mücke: Definitiv, dass du im Tonstudio alles mit deiner Stimme transportieren musst. Jeden Inhalt, jede Emotion, die Beziehungen der Figuren untereinander. Und du musst dich darauf verlassen, dass der Regisseur das auch hört. Insofern ist die Zusammenarbeit eine ganz andere als bei einem Dreh.

Emilia Schüle: Man steht ganz alleine hinter einer Glaswand, dahinter sind vielleicht zwei Leute von Ton und Regie. Am Filmset bist du manchmal umringt von 90 Leuten, die du für eine Szene mal kurz ausblenden musst. Mein Herz schlägt schon für Filmsets, fürs Zigeuner- und Wohnwagenleben. Deswegen werde ich manchmal leicht klaustrophibisch, wenn ich länger als zwei Tage im Tonstudio stehe.

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Würdet ihr privat in einem Virtal-Reality-Park Urlaub machen?

Friedrich Mücke: Vermutlich ja. Wenn mir jemand sagt, dass ich mir die Welt aussuchen kann und dass jemand mitkommen darf, würde ich das echt machen. Ich wäre extrem neugierig auf die Filmwelten oder die historischen Welten. Die einzige Frage ist, wie man wieder herauskommt. Das würde ich vorher regeln wollen.

Emilia Schüle: Ich bin mir nicht so sicher, ob das etwas für mich ist. Einerseits macht es einen schon neugierig. Ich stelle es mir sehr praktisch vor, in Sekunden an verschiedene Orte zu jumpen, ohne lange Flugdauer, ohne Jetlag. Andererseits will ich das irgendwie auch: Mich zwölf Flugstunden lang darauf freuen, dass ich irgendwann in Nepal auf einem Berg stehe. Und dann will ich den auch in echt sehen.

Das Audible Original Hörspiel "Virtual Island" ist ab dem 22. August exklusiv bei uns verfügbar.

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