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Was haben IKEA und ein Fakir gemeinsam?

24.04.2014

Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte

 

Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte

Autor:Romain Puértolas Sprecher:Matthias Koeberlin Spieldauer:05:30 Std., ungekürzt Mehr Hörbücher von Matthias Koeberlin           Eigentlich ist es erstaunlich, dass es bisher noch keinen humoristischen Roman mit dem Handlungsort IKEA gab. Immerhin sind die riesigen blau-gelben Klötze in der Peripherie inzwischen eine globale Erfahrung. Jeder von uns ist in seinem Leben schon einmal die verschlungen Pfade zwischen Wohnzimmerabteilung und Produktlager entlang gegangen. Uns alle hat zumindest einmal blanke Angst befallen, als es so schien, dass ein Holzdübel beim Aufbau fehlte. Und die allermeisten können ein kulinarisches Liedchen von Köttbullar und selbst zusammengebauten Hot Dogs singen. Die ganze Welt ist ein Billy-Regal.

Romain Puértolas Hörbuch mit dem schönen Bandwurmtitel Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte fällt also auf fruchtbaren Boden. Der Roman, der in Frankreich bereits zum Bestseller geworden ist, setzt dem bekannten Wahnsinn der omnipräsenten Möbelhäuser einen exotischen Protagonisten gegenüber: Den indischen Fakir und Hochstapler Ayarajmushee Dikku Pradash. Dieser möchte eigentlich nur das Nagelbett „Likstupikstå“ im Sonderangebot für 99€ erwerben und damit zurück nach Indien fliegen. Aber das Schicksal und die wunderbar absurde Handlung machen Ihm einen Strich durch die Rechnung: Versteckt in einem IKEA-Schrank macht er sich unfreiwillig auf eine Weltreise, die die Stationen des IKEA-Lieferservice abfährt.

Puértolas Hörbuch, das vom famosen Matthias Koeberlin großartig gelesen wird, macht sich nicht viel aus stichhaltiger Logik. Warum es bei IKEA in Paris ein Nagelbett gibt? Warum ein Fakir aus Indien auf ein IKEA-Angebot in Frankreich aufmerksam wird? Egal. Wer den „Fakir“ genießen möchte, tritt ein in eine Welt von selbstverständlichen Absurditäten: Der Fakir bezahlt alles mit einem einseitigen Ausdruck eines Hundert-Euro-Scheins, der an einem Gummi-Band befestigt ist, trägt zum Turban einen schimmernden Anzug, um in Europa nicht weiter aufzufallen und verliebt sich in die erste Französin, die ihn zu Köttbullar einlädt. Wer sich als Hörer aber auf diese gedanklichen Verrenkungen einlässt, wird mit einer fabelhaft komischen Erzählung belohnt.

„Der Fakir…“ zeigt uns die Komik in Zeiten der Globalisierung. Das seltsame Abenteuer des noch seltsameren Inders hält der Welt der Industrienationen und des Massenmarktes einen komischen Spiegel vor. Wenn Ayarajmushee staunend vor automatischen Schiebetüren und Kinder-Abgabe steht, wenn er sich über die Farbe „Pumarot“ wundert (wo bitte gibt es rote Pumas?) oder vor der schieren Anzahl von Lampenvariationen ins Grübeln gerät, sehen wir unsere Welt plötzlich aus seinen Augen. Und sie macht einen wirklich absurden Eindruck.

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