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Sara Gruen: Wasser für die Elefanten

Von: Gast
23.09.2011

Andrea Kammann leitet das Forum www.buechereule.de, in dem zahlreiche Mitglieder ihre Leidenschaft für Bücher, Hörbücher und vieles andere mehr teilen und gerne lebhaft Hör- und Leseerlebnisse austauschen. Andrea organisiert auch 2 Mal im Jahr große Eulentreffen mit bis zu 70 Teilnehmern! Sie gibt uns immer sehr viel konstruktives Feedback, was man bei Audible noch alles verbessern könnte und gehört zu den Hörbuchfans, die ihre Meinung gerne mit anderen teilen und deshalb sehr viel Zeit mit dem Verfassen von Rezensionen verbringt!

Der 93 Jahre alte Jacob Jankowski lebt aufgrund seiner körperlichen Gebrechen im Altersheim. Eines Tages bemerkt er beim Blick aus dem Fenster einen Zirkus, der gerade aufbaut. Durch diesen Zirkus inspiriert, erzählt Jacob in zahlreichen Rückblenden aus seinem Leben. Jacob nimmt den Hörer mit auf eine Reise in seine Vergangenheit - beginnend Anfang der 30er Jahre in Amerika - zur Zeit der großen Depression. Damals fand er durch Zufall Arbeit in einem Zirkus, wodurch sich sein Leben von heute auf morgen komplett änderte.

Die Autorin Sara Gruen hat mich direkt von der ersten Minute an mit ihrem Roman Wasser für die Elefanten angezogen. Warmherzig und einfühlsam beschreibt sie anhand von Jacobs Leben die schwere Zeit der großen Depression. Durch Jacob erfährt man die Abläufe in einem Zirkus, wie viel Arbeit vor und hinter einer Aufführung steckt und wie viele Tage einfach nur mit Reisen verbracht werden, wenn der komplette Tross von einem Ort zum anderen ziehen muss, oft für nur eine einzige Vorstellung.  Es war sehr interessant, über die Organisation von vielen Menschen, Tieren und ihrem Umfeld zu hören: alle möchten gerne ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und natürlich Lohn erhalten – was gar nicht so selbstverständlich in der damaligen Zeit war. Artisten und Arbeiter wurden ganz anders behandelt und saßen nicht einmal gemeinsam an einem Tisch. Sehr oft wurden Arbeiter nicht einmal bezahlt und mussten jeden Tag Angst um ihre Arbeit haben.

Doch es geht in diesem wunderbaren Roman nicht nur um den Zirkus und seine Tiere, sondern auch um die Schicksale der Menschen mit ihren kleinen und großen Problemen, um Verrat und Hass, um Freundschaft und Liebe – alles zusammen in einem spannenden und unbekannten Umfeld während einer sehr harten Zeit.

Andreas Fröhlich hat das Hörbuch eingelesen und ist meines Erachtens die perfekte Besetzung. Er verleiht mit seiner Stimme allen Personen eigene Identitäten und macht damit das Hörbuch zu etwas ganz Besonderem. Ich habe das Hörbuch sehr genossen und empfehle es nur zu gerne weiter!