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Wie Champagner – Im Tonstudio mit Robert Frank

09.07.2015

Kalpenstein - Wie Champagner (Herbert 2)Zwei Männer, die hilflos in einem Dessousladen stehen und noch kurzfristig ein Geburtstagsgeschenk für die Freundin des einen kaufen müssen, haben eine gewisse Komik. Wenn dann auch noch eine Verkäuferin dazu kommt, die den beiden verschiedene BHs vorstellt und nebenbei erwähnt, was sie selbst drunter trägt, wird es um so lustiger. Herbert, die Hauptfigur aus den Romanen von Friedrich Kalpenstein, stolpert auch im zweiten Teil seiner Geschichte von einem Fettnäpfchen ins nächste. Mit dabei: Sein Kumpel Hans, dem all die Damenunterwäsche gar nicht gut tut, denn er ist frischer Single.

Anders als Herbert. Der ist nämlich gerade mit Anja in eine gemeinsame Wohnung in München Schwabing gezogen. Am Ende des ersten Teil Ich bin Single, Kalimera traf er seine Jugendliebe Anja auf Rhodos wieder. Jetzt wäre alles perfekt, würde da nicht immer noch ihr Ex Jens herum hüpfen. Und auch Anjas Eltern sind nicht gerade begeistert von Herbert. Und dann ist da noch der notgeile Hans, der am liebsten jeden Tag mit Herbert um die Häuser ziehen möchte. Dabei denkt der jetzt sogar schon an Babys seit er in der U-Bahn zufällig einer Mutter beim Milch abpumpen behilflich war. Allerdings macht ihm das neue Wasserbett, das mit Strom aufgeheizt wird und mindestens 1000 kg wiegt, etwas Angst. Ob das gut geht?

Bayerischer Dialekt im Tonstudio

„Wir haben gestern schon etwas über ein Drittel aufgenommen“, erzählt Tontechniker Silas am Morgen. Wir befinden uns also bereits mitten in der Geschichte. Sprecher Robert Frank sitzt in der Aufnahmekabine. Bevor es losgeht, muss er eine kurze Sprechprobe abgeben, die dann mit den Aufnahmen vom Vortag verglichen wird. Schließlich sollen die Hörer nicht merken, dass zwischen Seite 128 und 129 eine Nacht vergangen ist. Dann wird gelesen.

Das Besondere bei dieser Produktion: Eigentlich ist die Geschichte um den Endreißiger Herbert Neumann auf Hochdeutsch geschrieben, sie spielt jedoch in Bayern. Auch Robert Frank ist gebürtiger Bayer und setzt in den Dialogen sehr gerne seinen Dialekt ein. Das trägt zur Atmosphäre der Geschichte bei und ist sozusagen ein Bonus gegenüber der gedruckten Ausgabe.

Robert Frank findet sein München in der Geschichte wieder.

Die Beschreibungen von Schwabing, wie die Leute drauf sind, der Stau und der Verkehr…. das sind alles Dinge, die ich wiedererkenne und deswegen lustig finde. Die Geschichten um Herbert sind aus dem Leben gegriffen.

Kurz-Interview mit Robert Frank

Audible: Ich finde, die Geschichten um Herbert werden aus einer totalen Männerperspektive erzählt. Würdest du sagen, es handelt sich um ein Männerbuch?

Frank: Ich glaube, dass es sowohl für Männer als auch für Frauen sehr amüsant ist. Ich musste bei der Vorbereitung dieser Bücher öfter lauthals lachen, weil ich sie wirklich komisch finde. Es ist ein Unterhaltungsroman, und es werden Situationen und Gedankengänge beschrieben, die jeder irgendwie kennt.

Audible: Das Buch heißt Wie Champagner, aber auf dem Cover ist eine Bierflasche. Wo ist da der Champagner? Kommt der vor?

Frank: Das ist aus einer Szene, da laden Herbert und Anja ihre Eltern ein und da gibt’s dann ein gemeinsames Kaffeetrinken Zuhause. Und Anja hat für ihren Vater Crémant gekauft. Herbert kannte das aber nicht und fragte, was das ist und dann sagt sie, das ist wie Champagner, aber eigentlich ist es Crémant und behauptet er würde ja auch zwischen Pils und einem Hellen unterscheiden, woraufhin er sagt: „I drink halt einfach a Bier.“

Audible: Hast du eine Lieblingsfigur?

Frank: Ja, mit dem Herbert gehe ich schon sehr, sehr gerne mit. Den finde ich super.

Audible: Wann und wo würdest du dieses Buch lesen?

Frank: Es ist eine schöne Urlaubslektüre und wunderbar unterhaltsam, kann man immer und überall lesen.

Audible: Gibt es eine Lieblingsszene, bei der du besonders viel gelacht hast?

Frank: Nein, da gibt es einfach zu viele komische Momente.

Lacher garantiert

Gut, dass Robert die Geschichte schon vorab gelesen hat und schon Zuhause drüber lachen konnte, so muss Tontechniker Silas nicht ständig Lacher raus schneiden. Seine eigen Schmunzler vor dem Bildschirm hört man ja zum Glück nicht.

Wie Champagner verspricht also ebenso amüsant und unterhaltsam zu werden wie sein Vorgänger. Friedrich Kalpenstein hat Robert Frank übrigens schon verraten, dass er zur Zeit an Teil 3 schreibt. Wer also wissen will, wie es mit Herbert Neumann weitergeht, ob er in Anjas Wasserbett schlafen kann und ob es eine Hochzeit und Babies gibt, kann sich jetzt das Hörbuch Wie Champagner runterladen. Deine Lachmuskeln werden es dir danken.

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