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Wolfgang Condrus im Exklusiv-Interview

14.06.2011

Wolfgang Condrus ist genau das, was man einen Synchronstar nennt – und es war wirklich verblüffend, welche Schauspielerschar vor meinem inneren Auge auftauchte, als ich mit ihm sprach. In den 1960iger Jahren war Wolfgang Condrus auf vielen Berliner Bühnen zu sehen. 6 Jahre war spielte er im Ensemble des Schillertheaters, auch in der Schaubühne war er häufig zu sehen. Nach Gastverträgen in Köln und Bonn kam er jedoch immer wieder zurück nach Berlin, wo er sich bald einen Namen als Synchronsprecher machte.

In sehr vielen Filmen sprach er die Rollen von Ed Harris und Jeff Daniels, auch Malcolm McDowell’s deutsche Stimme übernahm er. In der Tragikomödie „Garp und wie er die Welt sah“ sprach er die Rolle von Robin Williams und seit dem Film „Das Piano“ 1993 war er auch die deutsche Stimme von Sam Neill. Aber auch dem franzöischen Schauspielstar Daniel Auteuil lieh Condrus seine Stimme und in der Trilogie „Der Herr der Ringe“ sprach er die Rolle von Hugo Weaving. Gerade in diesem Frühjahr wirkte Condrus übrigens als deutsche Stimme in dem Oskar prämierten Film „The Kings Speach“ mit – er sprach den Sprecherzieher des Königs, gespielt von Geoffrey Rush! 2006 bekam Condrus den Deutschen Preis für Synchron in der Kategorie „herausragende männliche Synchronarbeit“ als Stimme von Choi Min-sik in “Oldboy”.

Und nice to know für alle Serienfans der 80iger: Condrus war in der Tat die Stimme von Jack Ewing in Dallas (in den Produktionen 1985–1987)! Mir war schon ganz schwindelig in Angesicht dieser Vita, doch dann steht Wolfgang Condrus vor mir, und ich erlebe einen ausgesprochen bescheidenen und sympathischen Menschen – der ohne Handy, ohne Computer, ohne Internet vollkommen glücklich in Berlin lebt und Hörbücher im Download ganz okay findet…

Zu den Hörbüchern von Wolfgang Condrus.